{"id":3161,"date":"2017-07-12T05:40:32","date_gmt":"2017-07-12T05:40:32","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3161"},"modified":"2017-07-12T05:44:53","modified_gmt":"2017-07-12T05:44:53","slug":"gerecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=3161","title":{"rendered":"gerecht"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Aristides20I.jpg\">\u00a0 <\/a><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Aristides20I.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3162\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170708_195144-154x300.jpg\" alt=\"\" width=\"154\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170708_195144-154x300.jpg 154w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170708_195144-768x1495.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170708_195144-526x1024.jpg 526w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170708_195144.jpg 980w\" sizes=\"auto, (max-width: 154px) 100vw, 154px\" \/><\/a><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Aristides20I.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/5\/51\/Aristides20I.jpg\" alt=\"\" width=\"221\" height=\"305\" data-file-width=\"179\" data-file-height=\"247\" \/><\/a><\/p>\n<h4 class=\"thumbcaption\">Auch sollte man einmal im Leben von Aristides de Sousa Mendes, einem portugiesischen Diplomaten, geh\u00f6rt haben, vor allem wenn man sich, wie Gottfried Benn in seinem Gedicht &#8222;Ich habe Menschen getroffen&#8220;, wundert, woher das Sch\u00f6ne und vor allem das Gute kommt, und es wie er bis heute nicht wei\u00df. Als wir neulich in heller Begeisterung \u00fcber die Kunst in der\u00a0 Metro-Station in Lissabon nach dem K\u00fcnstler forschten, entdeckten wir am dritten Tag diese Medaille oben links in einem sorgf\u00e4ltig gesichterten Glaskasten in eben dieser Metro und dachten, endlich den K\u00fcnstler gefunden zu haben .<br \/>\nAber es war de Sousa, der als Generalkonsul in Bordeaux im Zweiten Weltkrieg 30 000 Menschen, darunter 10.000 Juden, das Leben rettete. Er gilt als einer der Gerechten unter den V\u00f6lkern und wird auch der portugiesische Schindler genannt, wobei Schindler ja mehr in sein Gutsein hineinschlidderte und nicht mehr herauskam, de Sousa aber in erstaunlichster Weise im Gutsein verankert war. 1940 galt Portugal als eines der letzten Zufluchtsl\u00e4nder, und eine Fl\u00fcchtlingswelle schwappte in die noch nicht besetzten Gebiete Frankreichs, und die Menschen brauchten ein portugiesisches Visa, um \u00fcber Spanien, in dem Franco sa\u00df, nach Portugal zu gelangen.\u00a0 De Sousa lie\u00df \u00fcber einen Rabbiner ausrichten, dass er allen Fl\u00fcchtlingen ausnahmslos ein Visa ausstellen w\u00fcrde. Was mich pers\u00f6nlich an dieser Geschichte beeindruckt hat, war, dass er pers\u00f6nlich zu einer Zweigstelle des portugiesischen Konsulats reiste und dort einem Beamten befahl, jedem ein Visa auszustellen. Als die Regierung davon erfuhr, wurde er entlassen, verteilte aber auf der Heimreise weiterhin Visas an Fl\u00fcchtende und nahm auch Menschen in seinem Auto \u00fcber die Grenze mit. Man kann das ja nachlesen und\u00a0 auch, wie seine Existenz anschlie\u00dfend durch die Regierung von Salazar vernichtet wurde. Die j\u00fcdische Gemeinde unterst\u00fctze ihn und verhalf zwei seiner S\u00f6hne zu einem Studium in Amerika. Sp\u00e4ter nach seinem Tod in Lissabon wurde er durch die Bem\u00fchungen seiner Kinder rehabilitiert. Die Gedenkst\u00e4tte Yad Vashem lie\u00df 1966 eine Gedenkmedaille pr\u00e4gen. In der Negev-W\u00fcste wurde ein Wald mit 10 000 B\u00e4umen nach ihm benannt. Weitere Ehrungen folgten, aber das geh\u00f6rt ja dann zu anderen Ebenen und weiteren Geschichten, die seiner erschreckenden Dem\u00fctigung unter dem Diktator und seinem Sterben in Not und Armut keine Linderung brachten, vielleicht aber seinen Kindern und Enkeln, die noch irgendwo in der Welt zuhause sind.<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Auch sollte man einmal im Leben von Aristides de Sousa Mendes, einem portugiesischen Diplomaten, geh\u00f6rt haben, vor allem wenn man sich, wie Gottfried Benn in seinem Gedicht &#8222;Ich habe Menschen getroffen&#8220;, wundert, woher das Sch\u00f6ne und vor allem das Gute kommt, und es wie er bis heute nicht wei\u00df. 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