{"id":2922,"date":"2017-06-16T07:32:58","date_gmt":"2017-06-16T07:32:58","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2922"},"modified":"2017-06-16T07:32:58","modified_gmt":"2017-06-16T07:32:58","slug":"das-rund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=2922","title":{"rendered":"das Rund"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2923\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/20170615_100302-219x300.png\" alt=\"\" width=\"327\" height=\"448\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/20170615_100302-219x300.png 219w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/20170615_100302-768x1052.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/20170615_100302-748x1024.png 748w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/20170615_100302.png 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 327px) 100vw, 327px\" \/><\/p>\n<p>Vor ein paar Jahren habe ich mich einmal aufgemacht, um in Delhi eine Frau aufzusuchen, von der ich geh\u00f6rt hatte, dass sie eine Forschung betreibt, die ich auch interessant fand. Sie hatte bei beil\u00e4ufigen Besuchen in Indien in den Tempeln, die den G\u00f6ttinnen geweiht waren, ein Ph\u00e4nomen entdeckt, und zwar war zu beobachten, dass da, wo sich ein freies Rund befand, um das sich die weiblichen (Gottheiten)- Figuren scharten, in sp\u00e4terer bis moderner Zeit ein zentrales Objekt in den Raum gesetzt worden war, und zwar ein Lingam, also ein Phallus. Diesen existierenden Freiraum hatten einige Geister, vermutlich\u00a0 Priester der Tempel, wohl als eine unakzeptable Leerheit empfunden, in der nur der Lingam einen Sinn erzeugen konnte. Ganz im Gegensatz dazu war es aber so, wie diese Forschung ergab, dass dieses System wohl so konzipiert war, dass immer jeweils eine Person, in diesem Fall eine G\u00f6ttin, in die Mitte treten konnte und sagen, was zu sagen war, dann zur\u00fccktrat in den Kreis, um Anderen Raum und Aufmerksamkeit zu schenken. Das gefiel mir sehr gut, da es eine der souver\u00e4nen\u00a0 Modelle von Zusammenk\u00fcnften darstellt, die der Neigung zu autorit\u00e4ren Systemen zumindest vorbeugt, wenn schon nicht widerspricht. Ja, wir finden das sicher auch in Workshops wieder, doch auch da wird ja immer noch geleitet, w\u00e4hrend es in besagtem Kreis eher darum geht, einen Raum in Anspruch zu nehmen, bzw ihn auch in Anspruch nehmen zu k\u00f6nnen, damit durch die Aussagen individueller Systeme ein gelungenes Zusammenspiel sich ergeben kann. Ich habe mich an diese Erfahrung erinnert, weil ich in einem meiner Beitr\u00e4ge so nebenher erw\u00e4hnte, dass ich im Jazz mal &#8222;zuhause&#8220; war. Was meinte ich eigentlich damit, habe ich mich sp\u00e4ter gefragt, denn auch jetzt, wenn mir die Eingebung f\u00fcr Jazz kommt, empfinde ich dieses Ankommen in einem Zuhause. In Berlin, als das Modern Jazz Quartier dort \u00f6fters gastierte, gefiel mir besonders diese Exzellenz der einzelnen Spieler, die immer mal wieder in den Vordergrund, bzw. in den Kreis der Aufmerksamkeit r\u00fcckten, um wahrhaft bravour\u00f6se Solos zum Besten zu geben, dann aber wieder zur\u00fcckkehrten in das Zusammenspiel, um einem anderen exzellenten Spieler Raum zu machen. Das spricht mich an. Es ist das Zugest\u00e4ndnis und die Erfahrung der Exzellenz der Anderen, soweit vorhanden, die diese Art der Souver\u00e4nit\u00e4t erm\u00f6glicht. In gutem Jazz erf\u00e4hrt man das wie eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Selbst wenn man SoloistInnen h\u00f6rt wie zB Diana Krall, sp\u00fcrt und h\u00f6rt man doch durchweg das Vertrauen in die Solo-Performances der Mitspieler, das gew\u00e4hrleistet, dass man sich selbst mit Leib und Seele einlassen kann auf das Angebotene. Wenn die Musik nicht in die Irre f\u00fchrt, sondern in ein gemeinsames Erleben und H\u00f6ren, das hier auf das Beste geschult wird. Die Tatsache, dass ich pers\u00f6nlich einmal auf das verlockendes Angebot eines Karriereweges verzichten konnte, hatte damit zu tun, dass ich diese Bedingungen nicht erf\u00fcllt sah. Von einem Stipendium in Salzburg bin ich dann umgesiedelt zum Living Theater, wo uneingeschr\u00e4nkte Kreativit\u00e4t im Umgang mit neuen Formen erw\u00fcnscht war. Diesen Schritt habe ich nie bereut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor ein paar Jahren habe ich mich einmal aufgemacht, um in Delhi eine Frau aufzusuchen, von der ich geh\u00f6rt hatte, dass sie eine Forschung betreibt, die ich auch interessant fand. 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