{"id":2876,"date":"2017-06-10T08:27:42","date_gmt":"2017-06-10T08:27:42","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2876"},"modified":"2017-06-12T08:44:17","modified_gmt":"2017-06-12T08:44:17","slug":"my-documenta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=2876","title":{"rendered":"(my) Documenta"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2880\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/20170610_091333-300x130.png\" alt=\"\" width=\"549\" height=\"238\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/20170610_091333-300x130.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/20170610_091333-768x332.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/20170610_091333-1024x443.png 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/20170610_091333.png 1583w\" sizes=\"auto, (max-width: 549px) 100vw, 549px\" \/><\/p>\n<p>Stimmt, die Documenta 14 wird heute erst offiziell er\u00f6ffnet, aber wir hatten zum Gl\u00fcck zwei Eintrittskarten der beiden vorherigen Tage f\u00fcr das &#8222;Fachpublikum&#8220;. Beinahe w\u00e4ren wir gestern gar nicht gefahren, denn es war Sturm und Regen angesagt, dann die Gedanken an den Verkehr usw&#8230;.Aber im Realfall hatten wir dann strahlendes Wetter hin und zur\u00fcck, die Stra\u00dfe schien leergefegt, man kann h\u00e4ufig staunen. Wichtig sind auch gute Schuhe, denn man l\u00e4uft hin und her \u00fcber Pflastersteine und ist sehr mit Orientierung besch\u00e4ftigt, denn man will ahnen k\u00f6nnen, was einem in der Vielfalt der M\u00f6glichkeiten erfahrenswert erscheint. Kann man nicht. Man geht z\u00fcgig los und l\u00e4sst das Ahnen. Ab und zu l\u00e4sst man sich ein. Ich pers\u00f6nlich treffe in meiner Bew\u00e4ltigungsstrategie schnelle Entschl\u00fcsse. Was mich nicht anspricht, lasse ich sein. Die \u00dcbers\u00e4ttigung folgt eh auf dem Fu\u00df. Mich ber\u00fchrt oft die M\u00fche, die Menschen sich machen, um einen Ausdruck zu finden f\u00fcr das, was sie sagen m\u00f6chten und m\u00fcssen, kennt man doch selbst diese notwendige Zwanghaftigkeit, bis die Form kompatibel ist mit dem Inhalt. Das Bild oben zB ist das gestickte Meisterwerk einer Schwedin, bei dem man gerne latente Abneigung gegen Stickereien losl\u00e4sst. Es ist mehr als 10 Meter lang und man sieht nur verbl\u00fcffte Menschen davor, die mit ihren Augen oder den allgegenw\u00e4rtigen Smartphones immer n\u00e4her an das Bild r\u00fccken. Dann gibt es Schreckliches zu sehen, was zutiefst ber\u00fchrt: die Gem\u00e4lde von Miriam Cahn. Es n\u00fctzt ja nichts, wenn man davon berichtet, was man erf\u00e4hrt beim Herumgehen. Die eigenen Augen m\u00fcssen herumgehen. Das Schauen selbst h\u00e4ngt vom Tag ab, vom Wetter, vom Zustand, von den Ideen, die man mitgebracht hat, von den Begegnungen, die man erm\u00f6glicht, von den tiefmenschlichen Augenblicken. Muss man daf\u00fcr unbedingt nach Kassel gehen? Ich wei\u00df es nicht. Wir treffen eine Frau, die mit einem Mikrofon und drei Kindern unterwegs ist f\u00fcr WDR5 und die Kitaka-Sendung oder wie immer das Ding hei\u00dft. Sie fragt die Kinder, was Kunst ist. Ja was isses denn, liebe Kinder. Nach einer kurzen Teepause auf dem Sendewagentreppchen des Deutschlandradios suchen wir Gr\u00fcn f\u00fcr einen Liegemoment und sto\u00dfen auf einen phantastischen Park. Gras und Himmel! Neben uns ein Baum mit riesigem Stein oben in den \u00c4sten. Der Baum, stellt sich heraus, ist aus Bronze und steht da schon ein paar Jahre aus einer fr\u00fcheren Documenta. Dann weiter. Im Buchladen wird mir schwindelig, denn im Umkreis sehe ich so viele B\u00fccher, die ich liebend gerne noch durchst\u00f6bern w\u00fcrde, h\u00e4tte ich nicht schon einiges von den Autoren gelesen und erkenne rechtzeitig eine fast dumpfe \u00dcbers\u00e4ttigung. Ebenfalls beim Bl\u00e4ttern steht ein Mann, der uns \u00fcberall schon mal begegnet ist. Ich frage ihn, wie&#8217;s ihm so geht mit dem Ganzen. Er ist entt\u00e4uscht. &#8222;Fusselig!&#8220;, sagt er, &#8222;keine Linie zu erkennen&#8220;. Muss eine Linie sein? Er empfiehlt sich selbst und uns, in die neue &#8222;Neue Galerie&#8220; zu gehen. Wir fahren hin und innen weitet\u00a0 der Geist sich in die Atmosph\u00e4re hinein. Unbedingt hingehen. Es sind nicht so sehr die einzelnen Werke als der Gesamteindruck. Doch, da wird zum Beispiel von einem thail\u00e4ndischen K\u00fcnstler die Geschichte einer Familie aus Thailand dokumentiert, die w\u00e4hrend des Krieges in Berlin war. W\u00e4hrend des gesprochenen Textes l\u00e4uft ein Film \u00fcber das Gie\u00dfen eines (gruseligen) Kriegerdenkmals, das wohl in Bangkok steht, von dem man auch hier eine Messingkopie sieht. Oben in dem Geb\u00e4ude, auf der Etage, wo wir das Restaurant (urig! und mit gutem Essen!) suchen, finden wir eine seltsam kompetente Gruppe, die u.a. legend\u00e4re Schuhe an das herumwandernde und etwas ersch\u00f6pfte Herz legen, und diese Schuhe, dachte ich mir in dem stockdunklen Raum, in den man auch hineingehen und zwei anstrengenden Frauenstimmen aus Liegest\u00fchlen zuh\u00f6ren kann, will ich tats\u00e4chlich haben und habe sie auch, und ich bereue es nicht, denn sie sind super bequem. Mein Documenta-Bericht war nicht darauf ausgerichtet, abzuhalten oder zu begeistern, aber ich denke, dass immer, wenn man sich aufmacht, um irgendwo hinzugehen, wartet etwas auf einen, was man nicht vorhersehen kann. Und waren das wirklich die Beuys-B\u00e4ume, die wir da beim Herausfahren ersp\u00e4ht haben?!!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stimmt, die Documenta 14 wird heute erst offiziell er\u00f6ffnet, aber wir hatten zum Gl\u00fcck zwei Eintrittskarten der beiden vorherigen Tage f\u00fcr das &#8222;Fachpublikum&#8220;. 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