{"id":2726,"date":"2017-05-22T08:46:57","date_gmt":"2017-05-22T08:46:57","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2726"},"modified":"2017-05-22T09:40:48","modified_gmt":"2017-05-22T09:40:48","slug":"solo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=2726","title":{"rendered":"solo"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2727\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170522_092922-289x300.jpg\" alt=\"\" width=\"256\" height=\"266\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170522_092922-289x300.jpg 289w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170522_092922-768x796.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170522_092922.jpg 909w\" sizes=\"auto, (max-width: 256px) 100vw, 256px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2728\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170429_103321-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"471\" height=\"266\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170429_103321-300x169.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170429_103321-768x432.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170429_103321-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 471px) 100vw, 471px\" \/><\/p>\n<p>Das linke Bild aus meiner Pinsel-Serie\u00a0 &#8222;43 Sichtweisen&#8220; hei\u00dft &#8222;freischwebend&#8220; und hat mich, so nah und entfernt etwas sein kann, an meinen Zustand erinnert, als ich gestern mit Freunden aus dem neuen Joseph Beuys Film herauskam. Der Begriff &#8222;freischwebende Aufmerksamkeit&#8220; (Exzellenz des Ausdrucks!) ist von Freud. Auch in Beuys konnte ich den Zustand wahrnehmen. Da muss schon sehr viel passieren, ein Todesdurchgang oder eine unermessliche Einsamkeit, eine Todesbereitschaft auch, um den Geist \u00fcber den Tellerrand zu bringen, damit leibhaftig erfahren werden kann, dass dort im angstbesessenen Ungewissen u.a. auch geschwebt wird&#8230;. bevor es zu Taten dr\u00e4ngt, bzw sich ausdr\u00fccken muss, was da ist. Ich fand den Kinoraum ziemlich lebendig. Man konnte getrost einander zufl\u00fcstern, alle waren an einem sch\u00f6nen Sonntag Nachmittag f\u00fcr Beuys gekommen, um vielleicht, wie ich, das schwer fassbare Bild nochmal zu vertiefen, oder \u00fcberhaupt mal damit in die vorhandenen Tiefen zu gehen. Jemand hatte gewarnt, der Film h\u00e4tte \u00dcberl\u00e4nge; ich h\u00e4tte noch l\u00e4nger sitzen k\u00f6nnen. Das schien einerseits in dem Film (sehr sch\u00f6n zusammengesetzt nur mit Originalmaterial) eine erschreckend andere Zeit zu sein f\u00fcr die paar J\u00e4hrchen, die dazwischen liegen. Aber man konnte sehen, wie wieder mal ziemlich viele Menschen offen waren f\u00fcr Neues. Da bringt er sich ein, mitten hinein in das Establishment, dieser Beuys, als ein Mensch. Und obwohl es nicht &#8222;wirklich&#8220; (!?) um Kunst ging, konnte man die Kunst mal wieder sp\u00fcren und bei sich selbst nachschauen, um was es geht. Beuys hatte die \u00fcblichen Etiketten an sich h\u00e4ngen, auf die man alle abfahren konnte und kann, vom Spinner \u00fcber den Egomanen bis zum Erl\u00f6ser. Das war auch sicher alles drin, so wie es in allen drin ist und heraus muss, bis sich zeigt, was da ist. Seine Handlungen waren schon auch ziemlich m\u00e4chtig. Man konnte sp\u00fcren, was gemeint war. Und dann: diese 7000 Eichen, die er tats\u00e4chlich mit immer weiteren Helfern gepflanzt hat! 7000 B\u00e4ume! Mir kamen die Tr\u00e4nen, das fand ich auch seltsam, so ber\u00fchrt davon zu sein, dass er dieses unglaubliche Werk durchziehen konnte. Wow. Ja! Hineingehen. Als wir herauskamen, lief ein alter Freund von uns am Kino vorbei, den wir einmal im Jahr in solchen Momenten treffen, so als k\u00f6nnte man gar nicht leugnen, dass da ein logischer Vorgang stattfindet. Warst du schon drin, fragte ich ihn. Nein, aber er w\u00fcrde klaro reingehen. Beuys, ein Vertrauter, sagte er, nicht wahr? Einer aus der Familie, ein Freund.<\/p>\n<p>Dann abends nochmal kurz in den News was von Trump geh\u00f6rt, dazu das Bild oben, das ein Gew\u00f6lbe voller Dollarnoten zeigt. Im Original (&#8222;Zeit&#8220;?) war noch der K\u00f6rper des Mannes zu sehen, der in einem Anzug die &#8222;Kohle&#8220; zur Seite fegt. Das blonde Trumpel-Kind unter sich geistig in die F\u00e4ustschen lachenden \u00d6lmonarchen, den Milliardendeal mit Waffen unterzeichnend. Das geh\u00f6rt auch zum Film: alle sind potentiell f\u00fcr einander geeignet und erkennen sich wieder, und denken wir nicht alle, wir haben es erzclever gemacht? Die Haut zwiesp\u00e4ltig retten, das selbst Eingemachte als blendend deklarieren, bis der fallende Groschen entweder kollektiv erlebt, oder vorher individuell eingegeben wird. Trump wird mit denselben Etiketten beh\u00e4ngt wie Beuys, doch so sehr man in der Wahrnehmung des neuen Welth\u00e4ndlers Trump nach Substanz suchen wollte, sieht man nur g\u00e4hnend leere Zirkusakrobatik, die sich durch die Geschichte der Menschheit zieht, w\u00e4hrend in Beuys ein Licht brennt, das unabh\u00e4ngig ist von seinem Vergehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das linke Bild aus meiner Pinsel-Serie\u00a0 &#8222;43 Sichtweisen&#8220; hei\u00dft &#8222;freischwebend&#8220; und hat mich, so nah und entfernt etwas sein kann, an meinen Zustand erinnert, als ich gestern mit Freunden aus dem neuen Joseph Beuys Film herauskam. Der Begriff &#8222;freischwebende Aufmerksamkeit&#8220; (Exzellenz des Ausdrucks!) ist von Freud. Auch in Beuys konnte ich den Zustand wahrnehmen. 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