{"id":25,"date":"2017-03-15T00:43:31","date_gmt":"2017-03-15T00:43:31","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=25"},"modified":"2017-03-15T00:50:05","modified_gmt":"2017-03-15T00:50:05","slug":"akzeptanz-des-unvermeidlichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=25","title":{"rendered":"Akzeptanz des Unvermeidlichen (!?)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2188\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170314_0847311-168x300.jpg\" alt=\"\" width=\"211\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170314_0847311-168x300.jpg 168w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170314_0847311-768x1371.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170314_0847311-574x1024.jpg 574w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170314_0847311.jpg 1075w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><br \/>\nIch sitze in der d\u00fcsteren und f\u00fcr mein Empfinden ziemlich unbek\u00f6mmlich staubigen Atmosph\u00e4re des lokalen Government Hospitals, wo ich meine vierte Spritze gegen die Gefahren des Affenbisses empfangen werde. God knows when&#8230;..nein, das muss ich korrigieren, denn ich wei\u00df selber wann, und zwar um Punkt 9 Uhr deutsch gemessener Zeit, wenn das B\u00fcro mit dem schlecht gelaunten Angestellten aufmacht, trete ich als extrem offensichtliche Westlerin auf und komme absichtlich zur falschen T\u00fcr herein, um meine 10 Rupien abzugeben und den Wisch zu holen, den irgendeiner dieser wenig motivierten und vor Arroganz strotzenden \u00c4rztlinge\/Innen zeichnen muss, damit ich wachsam im Finale bei der Spritze lande, wo schon mehrere, h\u00e4ufig sehr arme Menschen nerv\u00f6s herumstehen, deren B\u00fcrde ich nicht erleichtern kann, obwohl ein paar Worte in Hindi Freundliches bewirken k\u00f6nnen. Doch dann dr\u00e4nge auch ich auf indisch-r\u00fccksichtslose Weise an die Vorderfront und wedle mein Papier vor der sichtlich \u00fcberm\u00fcdeten Frau herum, die wahrscheinlich ebenfalls die Torturen des Festes hinter sich gebracht hat und mir schnell die Spritze gibt, damit sie mich los wird. Das bringt mich direkt zu den Gedanken, die ich vorhatte, dort beim Warten zu denken. Durch einen fruchtbaren Austausch \u00fcber die Akzeptanz des Unvermeidlichen ist mir klar geworden, dass ich bereits gegen 9 Uhr fr\u00fch einiges offensichtlich Unvermeidbare hinter mir habe. Was k\u00f6nnte nicht alles vermieden werden!!, wenn man sich tapfer daf\u00fcr einsetzen w\u00fcrde. Das schwindende Eis an den Polen, die Schlachth\u00f6fe, die Nahrungsvergiftung, die gnadenlose Vernichtung weiblicher F\u00f6ten, reichhaltiges Etcetera,..wenn nur ein bisschen mehr Erwachen durch die Poren der Menschheit dringen w\u00fcrde. Aber vor allem in Indien werden die Ideen der Einsatz-und Helferprogramme rasch und automatisch reduziert, erst auf vorhandene und erkennbare Ohnmacht, dann vielleicht die Phase der Klagelieder, oder eigene, heldenhafte Vorst\u00f6\u00dfe in Bereiche des verlockend vermeidbar Erscheinenden, gefolgt von Formen der Resignation, alles flei\u00dfig unterst\u00fctzt von indischen Einstellungen, in tiefer Weisheit m\u00fcndend: Zis is India!!! In der Tat, das ist es, und man lernt, etwas bescheidener geworden, Grenzen und Wunder kennen, die beide gleicherma\u00dfen undurchschaubar bleiben. Kommt man durch all dies und das Dazwischen gesund durch, ist sozusagen gesegnet von f\u00f6rderlich gesteuertem\u00a0 Karma, dann ist man guten Mutes, denn man n\u00e4hert sich intuitiv dem leuchtenden Kern des tiefen Wissens, das in den verborgenen Korridoren indischen Blutes lagert und diese Menschen stets begeistern kann, wenn man sie daran erinnert, denn gerade ist man ja selbst, wer wei\u00df wie und wodurch, hineingeraten in das vielgelobte Sein und eins seiner\/ihrer Aussprechbarkeiten: Es ist, wie es ist.<br \/>\n(Oder soll hier auch nochmal ich draus werden?) Ja, das habe ich verstanden, und dass es tiefer ist als ich willig war zu denken. Durch mich selbst und um mich herum, ja, kann ich wirken und auch was bewirken, und auch mich einsetzen, dass sich was \u00e4ndert, (keine Garantie), wo ich es wesentlich finde. Aber was ist wesentlich?<br \/>\nGestern beim Holi-Get\u00fcmmel hatte ich mir eine Haltung fabriziert, die aus der Erkenntnis kam: Widerstand ist zwecklos. Ich h\u00e4tte woanders hingehen k\u00f6nnen, dachte aber, die Terrasse w\u00e4re, und war auch, ein guter Platz, um das ber\u00fchmte Fest mal nah zu erleben. Es fing um 6 Uhr fr\u00fch an und war pausenlos durchdr\u00f6hnt mit indischer Techno-Musik bis 16 Uhr nachmittags, wenn Polizisten das Feld der Bet\u00e4ubten r\u00e4umte und \u00fcber Lautsprecher zu Baden und Essen rieten. In diesem Beat rockten also bis zu 2000 Menschen auf dem lokalen Marktplatz herum bis in die Nebenstra\u00dfen hinein. 90% M\u00e4nner beherrschten die Szene (am Rande tanzten kleinere Gr\u00fcppchen von ausl\u00e4ndischen Frauen) und rissen sich gegenseitig die T-Shirts vom Leib, um sie auf die extra daf\u00fcr aufgespannten Schn\u00fcre zu werfen, eine Mode, die sich nur hier breit gemacht hat. Auf meinem Photo sieht man am Tag danach die im Staub liegenden Kleidungsst\u00fccke. Was man auch darauf sieht, sind Sweeperfrauen, die das Ganze s\u00e4ubern m\u00fcssen und die K\u00fche verjagen, die sich gem\u00fctlich auf dem pinken Lager niedergelassen haben. Ich selbst habe vermeiden k\u00f6nnen, dass man mich mit Farbe zuballert. Nur ein vorsichtig aufgetragenes Stirnzeichen in Grasgr\u00fcn wollte ich akzeptieren, Letztendlich hopsten wir alle auch von der Terrassen aus mit, und ich traf ein paar nette Leute.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich sitze in der d\u00fcsteren und f\u00fcr mein Empfinden ziemlich unbek\u00f6mmlich staubigen Atmosph\u00e4re des lokalen Government Hospitals, wo ich meine vierte Spritze gegen die Gefahren des Affenbisses empfangen werde. 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