{"id":22035,"date":"2025-08-22T08:17:40","date_gmt":"2025-08-22T08:17:40","guid":{"rendered":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=22035"},"modified":"2025-08-22T08:17:40","modified_gmt":"2025-08-22T08:17:40","slug":"22035","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=22035","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/20250821_174930-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-22033\" style=\"width:400px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/20250821_174930-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/20250821_174930-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/20250821_174930-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/20250821_174930-768x768.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/20250821_174930-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/20250821_174930-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/20250821_174930-500x500.jpg 500w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/20250821_174930.jpg 1898w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Es kann einen regelrecht in einen Denktaumel versetzen, wenn man die stockn\u00fcchtern machende Tatsache einmal gr\u00fcndlich vor Augen f\u00fchrt, dass alles, was wir erleben und sagen und denken und vordenken und nachdenken und tun und handeln, alles in zweifachem Sinn Geschichte ist. Einmal als sich selbst gestaltendes Gesamtwerk, als Weltgeschichte, und dann auf den einzelnen, pers\u00f6nlichen Ebenen von uns Sterblingen, die wir uns unter den vorgefundenen Bedingungen zurechtfinden, und, solange wir atmen, dabei sind, mitgestalten und unsere eigene Geschichte dazugeben. Ich denke, es geh\u00f6rt zur pers\u00f6nlichen Freiheit, dass man wei\u00df, dass man die Geschichten auch anders erz\u00e4hlen kann. Was wissen wir schon wirklich von Sokrates (z.B.). Na ja, wir wissen d a s, was Platon uns erz\u00e4hlt hat, und man erkennt diese Stimme als authentisch. Aber es ist dennoch Platons Geschichte. Sokrates war im &#8218;Gastmahl&#8216; der einzige, der keine eigene Lehre zum besten gab, sondern die von Diotima, von der er sich (angeblich) belehren lie\u00df \u00fcber das angemessene  Erkennen des Eros. Aber niemand wei\u00df, ob Diotima wirklich gelebt hat, oder hat Plato sie erfunden, weil er wusste, dass das ein brenzliges Thema ist. Also sie war ja gar nicht pers\u00f6nlich da, sondern war \u00fcber Sokrates zugeschaltet. Eine Frau war ja auch beim philosophischen Herumlungern mit sch\u00f6nen J\u00fcnglingen und Wein gar nicht mitgedacht. Vielleicht waren die Frauen ja auch mit Amazonenheergr\u00fcndung besch\u00e4ftigt, oder litten wie Xantippe unter dem Fluch der Bedeutungslosigkeit. Es kommt darauf an, wo und wem und wie man eine Geschichte erz\u00e4hlt, denn jede Geschichte l\u00e4sst sich auf vielfache Weise erz\u00e4hlen. Sokrates hat dann vor allem im letzten Teil seines Dramas eine  Anekdote geliefert, die ihn m\u00fchelos zu den Unsterblichen transferiert hat. Im Angesicht des nahen und gewissen Todes hat er noch einmal Ausdruck von seinem Denken geschenkt und hat gesagt, was er sagen wollte. Und kein Mensch erinnert sich mehr an die Dummk\u00f6pfe, die ihm den Mund stopfen wollten, wohl wissend, dass das, was er sagte, f\u00fcr sie nicht erreichbar war, und glaubten, ihn nun zu vernichten. Da konnte man u.a. von Sokrates lernen, wie man siegt, ohne siegen zu wollen. Nat\u00fcrlich ist auch Sokrates nur ein Symbol und eine Geschichte. Aber die Handhabung des einzelnen Schicksalsdramas macht schon einen Unterschied, den man ganz pers\u00f6nlich bedenken muss oder kann. <\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es kann einen regelrecht in einen Denktaumel versetzen, wenn man die stockn\u00fcchtern machende Tatsache einmal gr\u00fcndlich vor Augen f\u00fchrt, dass alles, was wir erleben und sagen und denken und vordenken und nachdenken und tun und handeln, alles in zweifachem Sinn Geschichte ist. 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