{"id":2199,"date":"2017-03-16T01:23:25","date_gmt":"2017-03-16T01:23:25","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2199"},"modified":"2017-03-16T01:23:25","modified_gmt":"2017-03-16T01:23:25","slug":"see","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=2199","title":{"rendered":"See"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2197\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170315_1747331-154x300.jpg\" alt=\"\" width=\"206\" height=\"402\" \/><\/p>\n<p>Wohl dem\/der, der\/die einen See kennt, wo er\/sie hingehen kann. Ein See ist wie ein Spiegel, in dem man auftaucht und zur Ruhe kommt. Geheimnisvoller Blick, der die genaue Tiefe nicht kennt, wohl aber von darin Reflektiertem darauf hingewiesen wird. Sch\u00f6n ist ein See, wenn alles um ihn herum keinem geh\u00f6rt. Wenn jeder ihn Umwandelnde gehen und sitzen kann, ohne gest\u00f6rt zu werden. Auch zusammen hineinschauen ist sch\u00f6n. Das Wort zieht sich zur\u00fcck hinter die Augen. Will es heraus &#8211; gut &#8211; l\u00e4sst man es tun. Es benimmt sich im Angesicht der leisen, stillen Bewegung. Hier am See war mal eine Zeit im Einst. lange vor meiner Zeit, da war der See nicht sichtbar. War Dschungel, \u00fcberwuchert von reicher Natur. Dann kam ein K\u00f6nig vorbei, der von Lepra geplagt war. Er sah eine kleine Pf\u00fctze im Dickicht, bahnte sich einen Weg da hin, trank vom Wasser und wurde geheilt. Er lie\u00df den See vergr\u00f6\u00dfern. Es gab auch mal Leguane, Krokodile und Schildkr\u00f6ten darin. Andere K\u00f6nige kamen und lie\u00dfen bauen. Eine gro\u00dfz\u00fcgige Architektur mit Becken im See, die auch ihnen als Badepl\u00e4tze dienten. Die K\u00f6nige verschwanden. Es kamen Anekdoten und Legenden des Sch\u00f6pfers. In Brahmas Ritual ersetzt der See das Feuer, an dem man Opfer bringen kann, zum Gl\u00fcck nicht muss. An den Ufern dienen Brahmanen den Pilgern. Man k\u00f6nnte es auch eine traditionelle Abzocke nennen, aber das f\u00fchrt in eine andere Richtung. Der See selbst hat keine Richtung. Wir gehen herum. Es hei\u00dft, wer den See umwandelt, wird automatisch verwandelt. Jede\/r, der hier wohnt oder\u00a0 dazukommt, hat den See umrundet. Wir sind das Rad, das den See in Bewegung h\u00e4lt. Unerm\u00fcdlich dreht sich der Kreis. Manche fallen heraus, andere kommen hinzu. Einmal gab es eine gravierende St\u00f6rung. Der See trocknete aus, die Fische starben, die Mantras verstummten. L\u00f6sungen wurden gesucht und gefunden. Der See nach dem Trauma: wieder zum Leben erwacht. Heute fr\u00fch habe ich unendlich viele, kleine Fische sich darin tummeln sehen. Ich bedanke mich bei NarayanJi, dem Prister am Ghat, wo ich sitze. Er macht immer ungef\u00e4hr 50 Meter entfernt von mir\u00a0 Puja f\u00fcr die zu ihm Kommenden. Ein einfacher, rechtschaffener Mensch. Manchmal reden wir miteinander, nicht oft. Er wei\u00df, dass ich durch seine Anwesenheit eine Art Schutz erfahre, weil ich es ihm gesagt habe. Es wird gesch\u00e4tzt und verstanden, denn wir sind ringsum interessiert an guter Atmosph\u00e4re. Schlie\u00dflich ist es, wenn auch nur vor\u00fcbergehend, mein offizieller Platz am See.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wohl dem\/der, der\/die einen See kennt, wo er\/sie hingehen kann. Ein See ist wie ein Spiegel, in dem man auftaucht und zur Ruhe kommt. Geheimnisvoller Blick, der die genaue Tiefe nicht kennt, wohl aber von darin Reflektiertem darauf hingewiesen wird. Sch\u00f6n ist ein See, wenn alles um ihn herum keinem geh\u00f6rt. 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