{"id":2157,"date":"2017-03-11T01:37:42","date_gmt":"2017-03-11T01:37:42","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2157"},"modified":"2017-03-11T01:37:42","modified_gmt":"2017-03-11T01:37:42","slug":"anbetung-bhakti","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=2157","title":{"rendered":"Anbetung (Bhakti)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2158\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170310_1103411-300x193.jpg\" alt=\"\" width=\"381\" height=\"245\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170310_1103411-300x193.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170310_1103411-768x493.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170310_1103411-1024x658.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170310_1103411.jpg 1681w\" sizes=\"auto, (max-width: 381px) 100vw, 381px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2159\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170310_1104321-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"381\" height=\"253\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170310_1104321-300x199.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170310_1104321-768x509.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170310_1104321-1024x679.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170310_1104321.jpg 1601w\" sizes=\"auto, (max-width: 381px) 100vw, 381px\" \/><\/p>\n<p>In meiner eigenen Meditations-Ausbildung hatte es eine gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr mich, dass die VermittlerInnen dieses Weges eine klar ablehnende Haltung gegen\u00fcber Bhakti\/Devotion\/Anbetung einnahmen. Bhakti war verp\u00f6nt, obwohl es auch ihrem geistigen Blut nicht erspart blieb, immer wieder neue Formen davon zu erfinden und zu zelebrieren. Noch gibt es keine kosmische Rasierklinge, die scharf genug w\u00e4re, selbst den willigsten indischen Bef\u00fcrworter klarer Sichtweisen von der Anbetung einigerma\u00dfen schmerzfrei zu trennen.<br \/>\nVor meinen Augen l\u00e4uft gerade der Naga Baba vorbei auf seiner morgendlichen Seeumrundung. Zum ersten Mal weht keinerlei Tuch um seine Nacktheit. Er ist nackt, bzw. tr\u00e4gt er nur Asche, und, wenn mich nicht alle Sinne t\u00e4uschen, in der rechten Hand ein Schwert in einem Stainless Steel Schaft. Wenn das bedeutet, dass er die letzte H\u00fclle hat fallen lassen, dann kann ich nur gratulieren. Dann wiederum: ist das Schwert (k)eine H\u00fclle?<br \/>\nBhakti ist all\u00fcberall. Auch die Bilder oben, die ich heute fr\u00fch auf meinem Weg gemacht habe, sind bereits angebetet worden. Oft kann man gar nicht mehr erkennen, um was oder wen es sich eigentlich hier handelt, denn Zeit und Wetter haben an Papierbildern oder zerbrochenem Glas gearbeitet und ihre Spuren hinterlassen, aber das k\u00fcmmert die Anbetenden wenig. Licht wird entz\u00fcndet, rote Farbe auf das Bild gekleckst, ein paar R\u00e4ucherst\u00e4bchen angemacht, wenn man sie nicht zuhause vergessen hat, dann murmel-murmel und h\u00e4ndefaltend verneigen. Fertig ist die Tat, die gute Wirkung folgt auf dem Fu\u00df. (F\u00fc\u00dfe werden auch angebetet!) Klaro, warum nicht? Sch\u00f6ne Gesten, und man ist besch\u00e4ftigt. Oder wie ein Lama mal in Kathmandu auf meine Frage, ob durch dieses Murmeln mit der Gebetstrommel mit den Menschen innerlich was geschehen w\u00fcrde, geantwortet hat, es sei immerhin besser, als mit den Nachbarn zu quasseln. Ist es das? Om mani padme hum. Wenn es einem denn einleuchtet, was man sagt&#8230;.<br \/>\nIn mir haben solche Bilder wie oben immer sowas wie faszinierten Schauder ausgel\u00f6st, vielleich so \u00e4hnlich, wie ich es mit Bildern von Francis Bacon erlebt habe. Eine Aufl\u00f6sung des gewohnten Sehens, und alsbald bilden sich neue Formen und Formlosigkeiten, die eine das Innerste ergreifende Sch\u00f6nheit haben k\u00f6nnen. Diese ungeheure Freiheit, dass mein Auge sieht, was es sieht, und sieht es allein, und mich selbst in dieser Sicht zu erkennen, das hat mich schon immer begeistert.<br \/>\nMein Blick wird von einem jungen Paar am Wasser angezogen. Er sitzt, sie ist \u00fcber ihn gebeugt und zieht ihm seine Hosenbeine an. Die sind eng und sie m\u00fcht sich m\u00e4chtig ab, sie am Bein hochzuziehen. Ich vermute, dass er behindert ist, aber nein!, wenn es Zeit ist, die Hose ganz nach oben zu bekommen, steht er putzmunter auf, und sie beendet ihr Werk. Das ist auch Bhakti. Aber was soll\u2019s. Da helfen alle klugen, in feinem Englisch formulierten Beitr\u00e4ge in der Times zum Frauentag nichts. Auch die Foreigners trainieren sich in der Anbetung. Heute fr\u00fch habe ich eine junge Franz\u00f6sin einen Shiva Lingum ehrerbietig umarmen und k\u00fcssen sehen. Das macht ja fast schon wieder Sinn. \u201eJ\u2019adore le phallus\u201c oder sowas \u00c4hnliches k\u00f6nnte in ihr vorgegangen sein.<br \/>\nAuf dem R\u00fcckweg kann ich nicht widerstehen, dem Naga Baba, der inzwischen an seiner Dhuni sitzt, die Rosen zu \u00fcberreichen, die ich t\u00e4glich am Brahm Ghat bekomme. F\u00fcr die Asche, sage ich. Das enth\u00e4lt auch noch ein Schl\u00fcckchen Bhakti, vermute ich mal. Jedenfalls hege ich eine auffallende Leidenschaft f\u00fcr Asche in Kombination mit Rosen. Oder ist das ein Sinn f\u00fcr Erotik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meiner eigenen Meditations-Ausbildung hatte es eine gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr mich, dass die VermittlerInnen dieses Weges eine klar ablehnende Haltung gegen\u00fcber Bhakti\/Devotion\/Anbetung einnahmen. Bhakti war verp\u00f6nt, obwohl es auch ihrem geistigen Blut nicht erspart blieb, immer wieder neue Formen davon zu erfinden und zu zelebrieren. 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