{"id":2127,"date":"2017-03-07T02:24:13","date_gmt":"2017-03-07T02:24:13","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2127"},"modified":"2017-03-07T02:27:27","modified_gmt":"2017-03-07T02:27:27","slug":"the-jaipur-experience-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=2127","title":{"rendered":"The Jaipur Experience II"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2128\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170306_1642011.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Ja, der wesentliche Teil war die immer mal wieder, oft in gro\u00dfen Abst\u00e4nden, erfrischte Freundschaft mit Lina. Lina ist einer der Menschen, mit denen ich am l\u00e4ngsten befreundet bin: Jahrzehnte. Wir haben uns am Strand von Goa zuerst getroffen. Sie hatte eine selbstgen\u00e4hte, senffarbene Robe an und einen Wanderstab in der Hand. Ich war derzeit noch besch\u00e4ftigt mit Haus und Hof in Kathmandu und spielte Violine. Man wei\u00df ja nie, wie die Dinge sich gestalten. Lina war tief verbunden mit dem spirituellen, hinduistischen Denken und Tun. Ich auch, aber wir gingen sehr verschiedene Wege. Jetzt ist sie mehr mit buddhistischer Praxis verbunden. Wir haben in Delhi einen kleinen, gemeinsamen Freundeskreis, z.B. Mauro, die rechte Hand von Sogyal Rinpoche, mit dem ich ganz fr\u00fcher mal an Sadhufeuern sa\u00df, und John, der zur selben Zeit wie Lina ziemlich lange unter der Obhut eines Kashmiri Brahmanen sa\u00df, der nicht sprach, aber ganz sch\u00f6n viel auf seinen Knieen herumkritzelte, was nur die Eingeweihten lesen konnten. Er war auch ber\u00fchmt f\u00fcr seine Feuerchillums, die einen halben Meter in die H\u00f6he schossen. Ich war mal dort auf meinem Weg nach Amarnath, dem 5000 Meter hohen \u201eKarmapfad\u201c, Pflichtwanderung f\u00fcr jeden Shivaiten. Aber Linas und meine Lehrer waren eindeutig nie diesselben. Die Freundschaft hat aber durch alles hindurch gehalten. Wahnsinn und Gl\u00fcckseligkeit in Indien war immer Thema. Sie und Serge, mit dem sie seit ein paar Jahren verheiratet ist und mit dem sie erfolgreich ein Kleider-Business aufgebaut hat, haben jetzt Delhi wegen der t\u00f6dlichen Pollution verlassen. Heute fliegen sie westw\u00e4rts. F\u00fcr mich war und ist es nicht nur sch\u00f6n, diese Freunde zu treffen, sondern sie waren jahrelang in Delhi zwischen Ankunft mit Jetlag und Abflug oder Weiterreise eine Heimat, ja, genau, ein Tempel der Freundschaft. Deshalb ist es die M\u00fche wert, nach Jaipur zu fahren f\u00fcr ein paar Stunden und die Kulisse der Stadt als Rahmen zu haben. Am Sonntag Morgen entscheiden wir uns doch wieder, zum Amber Fort zu scootern. Wegen der staubigen Luft verwandeln wir uns in verschleierte Frauen. Amber! Klar!, immer noch umwerfend in seiner ma\u00dflosen Gestaltung. Ich scheue mich beim Aufstieg, in die Augen der Elefanten zu schauen, die t\u00e4glich Tausende von lauten Touristen den Hang hochtragen. Viele Sprachen der Welt kommentieren auch alles rauf und runter. Lina geht voraus, um die Puja im Kali-Tempel nicht zu verpassen. Ihr Herz h\u00e4ngt noch irgendwo und irgendwie am Shakti-Kult. Als ich bei der Durchsuchungsmaschine ankomme und merke, dass ich den Eintrittszettel in den Tempel vergessen habe, bleibe ich gerne drau\u00dfen und finde einen sch\u00f6nen Steinsitz an der Seite des Tores. Selfie-Irrsinn all\u00fcberall. Jetzt gibt es auch noch diese langen Selfie-St\u00e4be, die eingeschlagen haben wie Harry Potter Zauberst\u00e4be. Die Ich-Welt formiert sich zum Ich-Finale. Dann habe ich ein supernettes Gespr\u00e4ch mit f\u00fcnf indischen Studenten, die direkt vor meiner Nase mit diesen Ger\u00e4ten herumhantieren. Ich sehe, wende ich mich an sie, dass es f\u00fcr euch gerade sehr wichtig ist, euch selbst zu sehen. Vielleich ja erst au\u00dfen, schlage ich vor, und wenn diese Phase durchlebt ist, vielleicht auch nach innen? Sie haben Humor und es entsteht eine heitere Atmosph\u00e4re. Ich beobachte, dass man an den Anstrengungen der sich selbst aufnehmenden Gesichter sehen kann, wie Menschen sich vor Spiegeln verhalten, wenn wir was zurechtr\u00fccken, was im wirklichen Leben niemals so aussieht. (das wirkliche Leben?) Die einzige M\u00f6glichkeit f\u00fcr mich, in der Zukunft mal wieder zum Amber Fort kommen zu wollen, w\u00e4re ein Projekt. \u201eTage in Amber\u201c oder so&#8230;.Ich w\u00fcrde mit der ganzen Welt m\u00fchelos in Kontakt kommen k\u00f6nnen. Zum Beispiel k\u00f6nnte ich allen diesselben Fragen stellen. Solche, auf die man vielleicht selbst eine Antwort haben m\u00f6chte. (Was w\u00e4ren die&#8230;.!?) Lina taucht dann wieder auf mit einem gro\u00dfen roten Puderfleck auf der Stirn, ein Tilak, ein Segenszeichen der G\u00f6ttin, das hier offensichtlich auch gehabt werden kann. Auf dem R\u00fcckweg halten wir bei einem \u201ePottery\u201cLaden. Eine Keramikwelt vom Feinsten. Man darf gerne, und ich tue es wirklich sehr gerne: immer mal wieder staunen, was Menschen so alles Sch\u00f6ne hervorbringen k\u00f6nnen. Handbemalte Keramik auf zwei Stockwerken. Von Kettenperlen \u00fcber Tiere und Teller und Schalen bis zur kompletten Hauswand: alles da. Alles aus Keramik. Aus diesem Keramik-Ozean w\u00e4hle ich, auch weil ich gen\u00fcgend Zeit habe f\u00fcr diese Art von Luxus, denn Lina&#8217;s\u2019 Einkaufsenergie ist zeitaufwendig, w\u00e4hle ich also ein einziges St\u00fcck aus, weil es mir wirklich gef\u00e4llt, und weil es ein sch\u00f6nes Geschenk ist.<br \/>\nJa, das waren gute Freundes-Stunden. Wenn etwas angenehm und pers\u00f6nlich ist, kann es trotzdem anregen, denke ich, wenn man es erz\u00e4hlt. Vielleicht erinnert es ja an eigene Freunde und sch\u00f6ne Zeiten, die man mit ihnen verbracht hat.<\/p>\n<p>Das Bild zeigt (m)einen Amberausschnitt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, der wesentliche Teil war die immer mal wieder, oft in gro\u00dfen Abst\u00e4nden, erfrischte Freundschaft mit Lina. Lina ist einer der Menschen, mit denen ich am l\u00e4ngsten befreundet bin: Jahrzehnte. Wir haben uns am Strand von Goa zuerst getroffen. Sie hatte eine selbstgen\u00e4hte, senffarbene Robe an und einen Wanderstab in der Hand. 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