{"id":2076,"date":"2017-02-27T01:38:38","date_gmt":"2017-02-27T01:38:38","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2076"},"modified":"2017-02-27T01:41:26","modified_gmt":"2017-02-27T01:41:26","slug":"sommerneumond","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=2076","title":{"rendered":"Sommer\/Neumond"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2078\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170226_1305061-295x300.jpg\" alt=\"\" width=\"295\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170226_1305061-295x300.jpg 295w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170226_1305061-768x780.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170226_1305061.jpg 945w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2079\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170226_1301141-182x300.jpg\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170226_1301141-182x300.jpg 182w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170226_1301141-768x1267.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170226_1301141-621x1024.jpg 621w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170226_1301141.jpg 1069w\" sizes=\"auto, (max-width: 182px) 100vw, 182px\" \/><\/p>\n<p>Der Sommer bahnt sich an. Die Pfauen senden ihre durchdringenden T\u00f6ne durchs All. Pfauenschreie locken Pfauenerinnerungen in mir hervor. Staubige Stra\u00dfen. Tempel, irgendwo in den Sand gebaut. Gruppierungen von \u201eNilgai\u201c, einer Art Antilope, scheu und unz\u00e4hmbar. Die Edlen unter den Herren tragen jetzt Lunghi und Kurta aus feinstem Tuch: Baumwolle, diese Tage schwer zu finden, und wenn, dann teuer. Um 9 Uhr schon hei\u00dfer Sonnenstrahl. Erst sitze ich eine Weile am Winterstammplatz, dann ziehe ich um in den Pavillon, mein beliebtester Ort, durch die kalten Monate hindurch immer in Sichtweite, bis es wieder soweit ist. Innen und au\u00dfen gesch\u00fctzt von den Materialien und der Architektur reichhaltiger Kulturen, auf die der Sonnengott sein Licht gegossen hat und gie\u00dft. Man darf mir vergeben f\u00fcr die Wegrutscher dahin, wo G\u00f6ttliches auch f\u00fcr mich noch Namen und Form hatte. Allerdings war ich nie Sonnenanbeterin und habe sie immer gern weiblich gesehen, wie wir es in Deutschland gewohnt sind. Von mir aus k\u00f6nnte sie auch auf den Bildern in einer goldenen Kutsche und wildm\u00e4hnigen Rassepferden durch die Gegend preschen. Sie ist ja auch nicht so lieb hier wie bei uns zuhause, wenn sie sich zeigt und alle nur froh sind, sondern hier brennt sie und dr\u00e4ngt die Gem\u00fcter zum Nichts oder zum \u00c4u\u00dfersten. Und wenn wir Foreigners \u201eAdieu\u201c sagen, geht es erst richtig los. F\u00fcnf Jahre war ich mal hier, ohne abzureisen. Die Zauberzeit ohne offizielle Dokumente. Ich erinnere mich an reichhaltiges Schattenspenden riesiger Banianb\u00e4ume, an viele N\u00e4chte ohne Schlaf, aber mit viel Gesang und wunderbarer Musik, die irgendwann ins \u201eAutomatische\u201c abhob und wir einander zunickten. Es fiel nicht schwer, dann Gottheiten zu sehen, waren sie doch lebendig und segensspendend unterwegs in jedem anwesenden Geist. Da dachte ich oft, ich k\u00f6nnte Gedanken lesen, alles zwischen Menschen schien offen und schwerelos. Mit Manchen ist es auch gelungen, warum sollte ich daran zweifeln. \u201eSchau mal r\u00fcber zu mir, wenn du das h\u00f6rst\u201c, sagte ich innerlich zB. Zu Gyan Shyam, dem Arglosen, und er schaute her\u00fcber und l\u00e4chelte. Mehr Beweis war nicht n\u00f6tig. Wir waren alle noch unter uns und unterwegs miteinander. Es war die Zeit in Indien noch vor den Computern, dem Fernsehen und den mobilen Ger\u00e4ten. Niemand hatte Interesse an Telefongespr\u00e4chen, man war ja da. Nicht, dass ich in Ohren so klinge, als wollte ich die Zeit zur\u00fcckhaben, nein!, aber es wundert schon manchmal, mit wem sie nun st\u00e4ndig am Smartphone reden, so als w\u00e4re auf einmal ein ganzes Volk an Telefonitis erkrankt. Aber zur\u00fcck ins Jetzt. Wir durchqueren Amavashya, die mondlosen Stunden. Die Ufer sind voll mit irrsinnig lauten Pilgern. Die Grasverk\u00e4uferinnen auf der Br\u00fccke noch aufdringlicher als sonst. Na ja, besser, die K\u00fche fressen auch Gras au\u00dfer Plastikt\u00fcten. Heller Rauch steigt auf von den kleineren Opferfeuern.<br \/>\nGestern war ich in dieser Saison zum letzten Mal bei Krishna und Sangita zum Tee und um Brot zu holen. Schon zu hei\u00df, um auf staubiger Stra\u00dfe zu ihnen zu wandern. Leise Trauer des Abschieds. Da mich gerade die Welt der Erscheinungen und ihre Geheimnisse besch\u00e4ftigt, und wie man sich an ihr erfreuen kann, ohne durch komplizierte Vorg\u00e4nge daran gehindert zu werden, kam ich voll in Fahrt mit dem Thema. Beide sch\u00fcttelten lachend den Kopf. Au\u00dfer dir kenne ich niemanden, der sich noch mit diesen Fragen besch\u00e4ftigt, sagte Krishna zu mir. Und wenn du nicht da sitzt, denke ich auch nur dar\u00fcber nach, wieviele Rechnungen ich noch bezahlen muss etc&#8230;Das beunruhigt mich eher, und ich richte mich auf in der kosmischen H\u00e4ngematte. Alle denken nur noch ans Geld???? Ach ja, wusste ich eigentlich doch schon, habe ich euch doch gesagt: Narendra Modi, von wegen der Zerst\u00f6rer der b\u00f6sen Korruption und der Bringer frischer, pinker Banknoten! Was soll\u2019s! Dann h\u00f6re halt ich nur noch den Pfauenschrei, und das Wasser kr\u00e4uselt so sch\u00f6n pers\u00f6nlich zu mir hin&#8230; Mir soll\u2019s recht sein. Zum Gl\u00fcck kenne ich noch ein paar Andere, die das Wachsein im Dasein genie\u00dfen. Die Welt singt f\u00fcr unsere Ohren das Schwanenlied. Warum nicht?, ist meine Beitragsfrage zum Neumond. Einen Monat sp\u00e4ter f\u00e4ngt das Neujahr der Hindus an, gem\u00e4\u00df des Vikram Kalenders. Sie gehen ins Jahr 2074. Nun, sie sind uns halt 4 \u00bd Stunden und 57 Jahre voraus&#8230;.Why not?<\/p>\n<p>Das erste Bild zeigt Neumondfestivit\u00e4ten von meinem Platz aus aufgenommen, das zweite einen Blick in den nahestehenden Banianbaum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sommer bahnt sich an. Die Pfauen senden ihre durchdringenden T\u00f6ne durchs All. Pfauenschreie locken Pfauenerinnerungen in mir hervor. Staubige Stra\u00dfen. Tempel, irgendwo in den Sand gebaut. Gruppierungen von \u201eNilgai\u201c, einer Art Antilope, scheu und unz\u00e4hmbar. 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