{"id":2062,"date":"2017-02-25T01:49:52","date_gmt":"2017-02-25T01:49:52","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2062"},"modified":"2017-02-25T01:51:41","modified_gmt":"2017-02-25T01:51:41","slug":"von-menschen-und-tigern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=2062","title":{"rendered":"von Menschen und Tigern"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2064\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170224_1446501-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170224_1446501-300x225.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170224_1446501-768x575.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170224_1446501.jpg 978w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Ich hatte Besuch von zwei Freunden, Beatrix und K.K. Er ist aus Delhi, sie aus Hamburg. Sie leben ihre Liebesgeschichte jedes Jahr ein paar Monate hier in Indien, wo alles m\u00f6glich ist. Sie sind dann unterwegs mit dem Motorrad, und aus diesen Abenteuern und Erlebnissen hat K.K eine Geschichte erz\u00e4hlt, die ich hier nochmal aufgreifen m\u00f6chte. Und zwar kam er in Kontakt mit einem f\u00fcr ihn h\u00f6chst authentisch wirkenden M\u00f6nch, der sich oft im Dschungel um Rishikesh herum aufh\u00e4lt, wo es noch Tiger und Leoparden gibt, und er hat K.K. von einem Erlebnis erz\u00e4hlt, dass er dort einmal hatte. Er sa\u00df also eines Tages da herum auf einem Stein, und auf einmal kam ein Tiger und setzte sich genau vor ihn. Man darf dann keinen Mucks machen, sonst fressen sie einen auf. Nach einer Weile aber kam ein zweiter Tiger dazu und der M\u00f6nch sah sein Leben schwinden. Denn selbst, wenn der eine Tiger sich trollen w\u00fcrde, w\u00fcrde der andere ihn fressen. Dann kam aber noch ein dritter dazu, und Mensch und Tiere starrten sich gegenseitig an in der Hochspannung ihrer jeweiligen Interessen. Da tauchte pl\u00f6tzlich ein Scheinwerferlicht aus dem Hintergrund auf, das die Raubtiere in die Flucht trieb. Es war eine Gruppe M\u00e4nner aus dem Punjab, die herbeieilten und sich allesamt dem M\u00f6nch vor die F\u00fc\u00dfe warfen und ihm magische Kr\u00e4fte zusprachen. Denn was sie gesehen hatten war, dass der M\u00f6nch umringt war von seinen Tigersch\u00fclern, denen er Wissen beibrachte in ihrer Sprache. Es half nichts, dass er beteuerte, wie er um sein Leben gebangt hatte, die Heiligengeschichte nahm bereits ihren Lauf. Und genau so ist es immer und \u00fcberall. Man will dem Geschehen die eigene Wahrnehmung zuschreiben, doch sie ist nie, was da ist. Man kann es wohl selbst als ein &#8222;Wahres&#8220; nehmen, und diese relativen Wahrheiten werden von unserem Geist permanent produziert, und das macht ja auch die Sch\u00f6nheit und Lebendigkeit des Spiels aus. An den Gerichtsh\u00f6fen der Welt ackern sich geschulte Gehirne oft jahrelang durch Gespenstergeschichten, deren Wahrheitsgehalt schwer zu ermessen ist, denn in jedem Gehirn l\u00e4uft ein anderer Film ab (da fiel mir auch &#8222;Rashomon&#8220; ein), in\u00a0 dem die Rollen von eigener Sicht her besetzt werden. Gibt es \u00fcberhaupt Zugang zu einer letzten, stabileren Realit\u00e4t? Ich denke, man darf den Background nicht mit dem Spiel verwechseln. Man kommt um die Leere nicht herum, denn sie erscheint doch als der luzideste Aufenthaltsraum.Verlagert man das Bewusstsein auf diesen Raum, hat man den k\u00f6niglichen Logenplatz. Von da aus erst zeigt sich das Ausma\u00df des Geschehens. Heute fr\u00fch war ich kurz von der Vorstellung inspiriert, mal alle Menschen, also uns, vom Planeten wegzudenken. Was w\u00e4re da au\u00dfer dem Chaos und der Zerst\u00f6rung, die von Menschen angerichtet wurde. Bald w\u00fcrde Gras dr\u00fcber wachsen. Die Grundausstattung w\u00e4re mit sich allein: Pflanzen Tiere Wasser \u00c4ther usw: ein Garten. Und doch ohne uns ein wilder Dschungel ohne all diese Wunderwelt der Geschichten, an denen wir teilnehmen und die wir selbst erzeugen k\u00f6nnen. Es ist ganz sicherlich gut und f\u00f6rderlich, in dieser unermesslichen Freiheit d e n\u00a0 Ort und d i e Ordnung zu gestalten, die einem in der eigenen Geschichte zusteht und bekommt. Egal, wie weit man die Sprache dehnt, man kann auf einmal nicht so viel von ihr erwarten. Noch ein paar Worte gibt sie her, die sind auch schon fast alle vergriffen, Dann ist (kurz)\u00a0 Schluss mit Wort. Alles ist da, und alles ist, was es ist. Hier kommt noch das Wunder zu Wort. Das besteht aus dem Zusammenspiel. Freundlich einander begegnen. Das ist schon viel.<\/p>\n<p>************************************************************************************************************************************************************<\/p>\n<p>Das Bild ist irgendwie albern in seinem scheinbaren Passen, aber gut, gerade habe ich kein anderes&#8230;..<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hatte Besuch von zwei Freunden, Beatrix und K.K. Er ist aus Delhi, sie aus Hamburg. Sie leben ihre Liebesgeschichte jedes Jahr ein paar Monate hier in Indien, wo alles m\u00f6glich ist. 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