{"id":2056,"date":"2017-02-24T05:31:36","date_gmt":"2017-02-24T05:31:36","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2056"},"modified":"2017-02-24T14:08:27","modified_gmt":"2017-02-24T14:08:27","slug":"shiva-ratri","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=2056","title":{"rendered":"Shiva Ratri"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2057\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170223_1025451-182x300.jpg\" alt=\"\" width=\"279\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170223_1025451-182x300.jpg 182w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170223_1025451-768x1264.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170223_1025451-622x1024.jpg 622w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170223_1025451.jpg 1079w\" sizes=\"auto, (max-width: 279px) 100vw, 279px\" \/><\/p>\n<p>\u201eRatri\u201c hei\u00dft \u201eNacht\u201c, also die Nacht von Shiva, und die liegt bereits hinter uns..gestern abend also: rastloses Herumirren ist zu beobachten zwischen Foreigners und Indern. Was tut man in dieser Nacht? Sitzt man irgendwo bis morgens dabei und wankt dann erk\u00e4ltet (die N\u00e4chte sind immer noch kalt) zur\u00fcck ins Hotelzimmer? Dann werden heftig und \u00f6ffentlich Chillums geraucht und Bang wird genommen, unter dem Ladentisch kommen freie P\u00e4ckchen hervor&#8230;man will ja vor dem gro\u00dfz\u00fcgigen Herrn nicht kleinlich erscheinen. Und man muss durchhalten! Ja, wer ist \u201eman\u201c? Ich werde \u00fcberall gefragt, wo ich denn hingehe, und immer sage ich was anderes, damit ich nirgendwo vermisst oder erwartet werde. Ich mache schon seit Jahren diese Nacht nicht mehr durch. Als ich selbst ein Sadhu bzw. eine Sadhni war, sa\u00df ich jedes Jahr in Hochspannung an irgenmdeiner Dhuni, dem Feuer, das meist von Shivaiten geh\u00fctet wird, und wurde angefeuert, wach zu bleiben f\u00fcr \u201eNataraj&#8220;, also Shiva als kosmischer T\u00e4nzer, von dessen Haarpracht u.a. alles Wissen \u00fcber Musik, Tanz und \u00fcberhaupt die K\u00fcnste flie\u00dft. Wir sollten also hellwach sein in der Nacht f\u00fcr den Herrn der Unschuldigen, denn wir waren ja seine besten Freunde, ihm leidenschaftlich zugetan. Um 22 Uhr herum waren dann alle zugedr\u00f6hnt genug, um zu schlafen. Oft war ich tats\u00e4chlich die Einzige, die noch wach war, und damals wusste ich auch, warum. Was waren das \u201ewunderbare\u201c Zeiten im wahrsten Sinn des Wortes, wo ich selbst das alles so ernst nehmen konnte! Unter den G\u00f6ttern einen Shiva zu treffen war f\u00fcr viele von uns Westler eine wirkliche Befreiung nach dem bedr\u00fcckenden Schuld-und Leidprogramm der christlichen Welt. Shiva! Yogi und Liebhaber! Selbst auf der h\u00f6chsten, meditativen Ebene kein Hauch von Verlust an erotischer Ausstrahlung (siehe Bild). Ein resonnierendes Gegen\u00fcber (?!), das meinte ich oft n\u00fcchtern gecheckt zu haben, weil ich ihn manchmal lachen h\u00f6rte, wenn ich tierisch ernst drauf war. Wer hat gelacht? Keine Ahnung, wie es funktioniert, aber ich muss sagen: es hat(te) was!! Vielleicht ist es nur der Name, der so geladen ist mit all den Energien, die in ihm geb\u00fcndelt werden. Auch heute fr\u00fch so um 7 Uhr herum, ich war auch fr\u00fcher drau\u00dfen als sonst, flie\u00dfen schon aus den am Wasser liegenden Tempeln Str\u00f6me von Milch und Butter (Ghee) in den See. Auf dem Markt werden T\u00fcten der Shiva-Offerings verkauft mit den seltsamsten Dingen drin: Kushi Gras, Bl\u00e4tter vom Bel Baum, Karotten, Disteln und die Akh Blume, klein und nicht wohlriechend. So wie Jesus angeblich das Kreuz f\u00fcr uns tr\u00e4gt, so isst Shiva das Gift, deswegen hei\u00dft er auch \u201eNilkantmahadev\u201c, der gro\u00dfe Gott mit der blauen Kehle. Das Zeug wird also zu ihm gtebracht, das hei\u00dft zu seinem Lingam, dem phallischen Symbol, das grenzenlose Deutung erf\u00e4hrt. Man verlernt in Indien schnell, sich in pr\u00e4zise Meinungen zu versteifen, denn sie helfen eh nicht und tragen auch nichts bei. Da Inder nicht die Gewohnheit haben, etwas infrage zu stellen, str\u00f6mt das alles vor sich hin mitten durchs Paradoxe, Absurde und Widerspr\u00fcchliche, das f\u00e4llt nicht weiter auf, und der &#8222;warum?&#8220; fragende Foreigner w\u00fcnscht schnell, er h\u00e4tte nie was gefragt, denn auch in den Antworten str\u00f6mt es munter vor sich hin, als h\u00e4tte nie einer unter ihnen \u00fcber irgendwas alleine nachgedacht. In der Geschichte von Brahma, dem Sch\u00f6pfer und seinem brahmanischen Er\u00f6ffnungsritual f\u00fcr seinen eigenen Ort spielt Shiva die Rolle des St\u00f6renfrieds, der z.B.mal die Heiligkeit des Vorgangs mit ein paar reingeschleuderten Totenk\u00f6pfen verunreinigt. Seine Tempel sind auch das ganze Jahr eher underground, und nur an Shiva Ratri ist dort so viel los, dass gegen Nachmittag von den vielen Geschenken ein Sumpf entsteht, durch den gewatet werden muss. Na ja, ich wate nicht mehr. Mein Shiva-Bewu\u00dftsein hat eine kosmische Transzendenz erfahren, die ich selbst so verbl\u00fcffend finde, dass mir die Worte daf\u00fcr fehlen. Sollen sie! Ja, was war noch so phantastisch an ihm? Unter den Foreigners war zu beobachten, dass Frauen und M\u00e4nner ihn gleicherma\u00dfen liebten, und jede\/r wurde nat\u00fcrlich vom eigenen Shiva m\u00e4chtig zur\u00fcckgeliebt, und man wurde als sich selbst geliebt ohne Bedingungen und Moralaposteleien. Einmal hat er bei einem Liebesspiel mit irgendeiner der G\u00f6ttinnen, die stets als die \u201eEine\u201c verklickert werden, zu ihrer Unterhaltung die ganze Umgebung ins Weibliche verwandelt(!?). Dann gibt es ein Bild von ihm, fast h\u00e4tte ich Photo gesagt, da ist er \u201eArdhana Ishwara, halb Mann, halb Frau als Verk\u00f6rperung des Nicht-Dualen. Beeindruckend! Wie kam es zustande? Durch die Kraft, die hinter diesem Prinzip verdichtet ist, hatte auch ich die Kraft, ziemlich massive Hindernisse unbeschadet zu durchqueren und Anspruch zu erheben auf eine Lebensweise, die nur hier m\u00f6glich war: in der N\u00e4he der Asche, gesch\u00fctzt durch die unb\u00e4ndige Energie des Unkonventionellen. Ja, sch\u00f6ne und wilde Jahre. Aus Dank habe ich heute dem Unschuldigen Herrn auch eine Blumen-Mala gekauft. Dort dr\u00fcben liegt sie um einen der wenigen Lingams herum, die ganz im Freien stehen.<br \/>\nDann ging ich sp\u00e4ter ein paar Jahre in eine Meditations-und Yogapraxis, die hatte als Kernpunkt auch Shiva. Hier war er Punkt und kosmisches Ei und die alles durchwehende Energie des universellen Bewusstseins. Das war auch gut in seiner stockn\u00fcchternen Abstraktion, bis auch das ausebbte.<br \/>\nIch aber: immer noch liebend und auch geliebt. Eben: das transzendente Geheimnis und das ganz und gar Unkonventionelle als seine inh\u00e4rente Bedingung, daf\u00fcr muss man geeignet sein. Das offene Gehimnis liegt mir am Herzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eRatri\u201c hei\u00dft \u201eNacht\u201c, also die Nacht von Shiva, und die liegt bereits hinter uns..gestern abend also: rastloses Herumirren ist zu beobachten zwischen Foreigners und Indern. Was tut man in dieser Nacht? Sitzt man irgendwo bis morgens dabei und wankt dann erk\u00e4ltet (die N\u00e4chte sind immer noch kalt) zur\u00fcck ins Hotelzimmer? 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