{"id":2009,"date":"2017-02-18T01:51:31","date_gmt":"2017-02-18T01:51:31","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2009"},"modified":"2017-02-19T02:25:15","modified_gmt":"2017-02-19T02:25:15","slug":"heimat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=2009","title":{"rendered":"&#8222;Heimat&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2011\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170217_1030171-174x300.jpg\" alt=\"\" width=\"174\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170217_1030171-174x300.jpg 174w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170217_1030171-768x1325.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170217_1030171-593x1024.jpg 593w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170217_1030171.jpg 1061w\" sizes=\"auto, (max-width: 174px) 100vw, 174px\" \/>\u00a0 <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2010\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170217_1029221-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170217_1029221-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170217_1029221-768x1360.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170217_1029221-578x1024.jpg 578w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170217_1029221.jpg 1068w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/p>\n<p>Immer wieder mal kann man sich fragen, warum man irgendwo ist und was man da tut. Der Titel f\u00fcr diesen Beitrag hat mich selbst \u00fcberrascht, obwohl ich das Wort schon in mir hatte, als ich die beiden Photos oben gemacht habe. Irgendwie haben sie f\u00fcr mich ein Gef\u00fchl von Heimat ausgestrahlt: die tiefe Bl\u00e4ue des Himmels, Steine und Treppen, auf denen man sitzen kann, und kunstvolle \u00d6ffnungen im Stein, durch die man t\u00e4glich einen frischen Blick und neue Sicht erwerben kann, die wiederum zu tiefster Wertsch\u00e4tzung f\u00fchren in Anbetracht all der sich dem Auge darbietenden Sch\u00f6nheit. Ich f\u00fchle mich auch aufgehoben in diesem Rahmen kunstvoller Architektur, die hier eher dem Kollektiv dient als dem pers\u00f6nlichen Leben.<br \/>\nIch empfinde auch meinen Ort in Deutschland als &#8222;Heimat&#8220; und bin froh, dass es u.a. das Land ist, wo ich keinen Pass und kein Visa brauche, au\u00dfer wenn ich es verlassen will. Aber &#8222;Heimat&#8220; und &#8222;Zuhause&#8220; bestehen f\u00fcr mich in Deutschland aus meiner pers\u00f6nlichen Welt, meinen Freunden, meiner und ihrer Arbeit, und wie es in vielerlei Gestalt und Gestaltung zusammenflie\u00dft in eine Lebensform, die gleichzeitig ein Freiraum ist und eine Verantwortung, ihn lebendig zu halten. In Indien wiederum kann man sich, wenn man &#8222;das Ganze&#8220; nicht liebt und akzeptiert, nicht wohlf\u00fchlen. \u00dcber Indien gibt es die weitverbreitete Erfahrung der Fremden, die es besuchen, dass man es entweder liebt und immer wieder kommt, oder es hasst und nie wieder kommen will. Ich geh\u00f6re ja zu den Liebhaberinnen dieses offenen Lebensexperiments, in dem mit der Pr\u00e4zision eines exzellenten K\u00fcnstlers oder eines Wissenschaftlers mit immer neuen und uralten Wegen an dem R\u00e4tsel des Daseins get\u00fcftelt wird. Diese Notwendigkeit, immer wach und flexibel zu sein, hat mir von Anfang an gefallen. Kaum beginnt sich in einem eine Meinung zu festigen, muss sie schon wieder relativiert werden anhand der komplexen Erfahrungen, denen man \u00fcberall und st\u00e4ndig ausgesetzt ist. Das ber\u00fchmte und von Westlern reichlich mystifizierte geistige Wissen Indiens ist jetzt nicht &#8222;h\u00f6her&#8220; oder besser als zB das Wissen von Plato oder Jaspers etc, aber da der Hinduismus keine Religion, sondern eine Lebensweise ist, ist sein Wissen in alle Adern des Lebens geflossen, und nie erm\u00fcden sie, es zur Sprache zu bringen, auch wenn es zunehmend an praktischer Umsetzung davon mangelt. Hier kann man wirklich teilnehmen an der totalen Widerspr\u00fcchlichkeit des Daseins. Irgendwann wei\u00df man, dass das R\u00e4tsel des Lebens, mag es noch so offen und durchschaubar wirken, letzendlich ein offenes Geheimnis bleiben wird, in dessen Strom und Vor\u00fcbergehen wir unsere eigene Existenz\u00a0 erleben und gestalten k\u00f6nnen. Und dann: ich sage ja jetzt \u00f6fters &#8222;Inder&#8220; oder &#8222;Hindus&#8220;, aber das sind auch zB. die &#8222;Sikhs&#8220; mit eigener Welt und eigenen Tempeln, dann die Jainreligion mit ihren herrlichen Tempeln, dann die Buddhisten, die weder an Gott noch an das Selbst glauben, und die Muslime, die sehr lange friedlich mit\u00a0 Hindus zusammen gelebt haben, bis es zu ersten Gewalttaten kam, die sich zum Gl\u00fcck einigermassen beruhigt haben. Hindus ist vor allem der Frieden wichtig&#8230;gewesen, k\u00f6nnte ich fast sagen, denn in der Tat, er schwindet zunehmend, und au\u00dfer den uralten Prphezeiungen, was alles kommen wird, kann man es nur ahnen, wenn man m\u00f6chte, oder von den Indern lernen, wie man das Unvorstellbare handhabt. Denn noch leuchtet alles in farbenfroher Pracht, die Saris, die T\u00fccher, die Schals, die Turbane. Und so ist alles gleichzeitig so herzerfrischend sch\u00f6n, und dann begegnet man wieder dem ganz und gar Erschreckenden. Und was l\u00f6st ihre Art zu leben nicht alles in uns aus!, sodass wir Heimat sp\u00fcren, wenn absolut nichts mehr gewiss ist, daf\u00fcr aber alles lebendig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Immer wieder mal kann man sich fragen, warum man irgendwo ist und was man da tut. Der Titel f\u00fcr diesen Beitrag hat mich selbst \u00fcberrascht, obwohl ich das Wort schon in mir hatte, als ich die beiden Photos oben gemacht habe. 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