{"id":1989,"date":"2017-02-21T00:44:22","date_gmt":"2017-02-21T00:44:22","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=1989"},"modified":"2017-02-21T00:44:22","modified_gmt":"2017-02-21T00:44:22","slug":"simple-living","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=1989","title":{"rendered":"simple living &#8211;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2036\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170220_1646421-167x300.jpg\" alt=\"\" width=\"156\" height=\"280\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170220_1646421-167x300.jpg 167w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170220_1646421-768x1379.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170220_1646421-570x1024.jpg 570w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170220_1646421.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 156px) 100vw, 156px\" \/><\/p>\n<p>&#8222;Simple living &#8211; high thinking&#8220; ist m.E. der beste Satz, den die Inder ausgebr\u00fctet haben, und den ich je \u00fcber das Leben geh\u00f6rt habe. Einfach leben, hoch denken! Das ist so genial, dass ich immer wieder davon ergriffen und angeregt bin. Sofort wei\u00df man, dass es die reinste Wahrheit ist, was nicht bedeutet, dass man gleich in ihr leben kann. Als ich \u00fcber zwei Jahre in der W\u00fcste in einem Tempel sa\u00df und lernte, mich mit den Menschen, die aus naheliegenden Feldern und D\u00f6rfern kamen, zu unterhalten, war ich oft verbl\u00fcfft \u00fcber ihre Weisheit, die sie, ohne selbst lesen und schreiben zu k\u00f6nnen, von M\u00f6nchen und Priestern gelernt hatten, und die durchaus auch in ihrem Leben Wirkung zeigte und Achtung einfl\u00f6\u00dfte. Dann war ich allerdings auch noch da, als die Maschinen kamen, und da sah ich, dass sie absolut nicht gefeit waren gegen das Neue, das sie f\u00fcr eine Gottheit hielten. so wie den Lichtschalter, vor dem sie sich auch heute noch verbeugen mit der simplen Logik: Gott ist Licht, dann ist Schalter Gott, bzw, ist er da, wenn man ihn einschaltet. Wenn dann die Elektrizit\u00e4ts-Rechnung kommt, geht sie da leider oft nicht auf.<br \/>\nDas einfache Leben, ja, was ist das!? Als ich das eigene Leben in Indien dann an den Punkt habe kommen lassen, wo ich tats\u00e4chlich nichts mehr hatte als 2 Lunghis (T\u00fccher, die man zu einer Art Rock faltet), zwei Oberteile, einen Schal und eine Decke, etwas Papier und ja! Juhu!, einen Rapidographen, f\u00fcr den mir mal ein Bombay-Besucher von dort Tinte mitgebracht hat, o seliges Wunder. Da war dann mein ganzes Sein vollkommen erf\u00fcllt mit Da-Sein. Alles war nur noch reichhaltig, aufregend und einfach. Mit allem war ich so gern und intensiv besch\u00e4ftigt: mit Wasser holen, Holz holen f\u00fcr mein nie ausgehendes Feuer, alles durchfegen, bevor um 6 Uhr fr\u00fch die ersten Tempelbesucher kamen. Dann vor allem das Sitzen, das gute und begeisterte Sitzen, um die Pracht des Universums innen und au\u00dfen zu genie\u00dfen, die zur\u00fcckstrahlt auf das eigene Denken und Wirken. Ja, das geht bzw. ging in dieser Form nur in Indien, weil Wetter und Tradition es erm\u00f6glicht haben. Auch geht es nicht darum, gar nichts zu haben, sondern zu wissen, was &#8222;genug&#8220; ist, damit man das Wesentliche nicht aus den Augen verliert. Der Satz muss \u00fcberall lebbar sein, sonst ist er nicht viel wert, gebunden an ein einziges Land. Aber \u00fcberall kann man lernen, das Komplizierte zu vereinfachen, um dem Komplexen Raum zu geben\u00a0 in seiner ganzen, bereits vorhandenen Vollkommenheit. Dann sind wir Reisende auf einem Weltschiff und durchqueren in gro\u00dfer Ruhe und Aufmerksamkeit die kostbaren Stunden des Lebens. Hier wie dort muss Leben finanziert werden, das ist wahr, und das kann m\u00fchsam und anstrengend sein. Aber es f\u00fcgt sich besser, wenn das Wesen des Lebendigen vorherrschen kann und man f\u00fcr die eigenen F\u00e4higkeiten Verantwortung \u00fcbernimmt. Es gibt nichts auf der Erde, von dem man nicht lernen kann, und so scheint alles gewillt, dass man zu sich kommt und erf\u00fcllt ist mit Freude und Dankbarkeit.<br \/>\nWas das &#8222;Haben und Nichthaben&#8220; angeht, so gibt es eine dieser sch\u00f6nen Anekdoten hier von einem K\u00f6nig, der so hungrig war nach Wissen, dass er einen ber\u00fchmten Weisen kommen lie\u00df, der nur eine Schale und einen Stab besa\u00df. Irgandwann brach ein Feuer aus im Schloss, und der K\u00f6nig, schon tief ber\u00fchrt von der Weisheit des Seins, bewegte sich leichtf\u00fc\u00dfig ins Freie, w\u00e4hrend sein Lehrer bemerkte, dass er drin seinen Stab vergessen hatte, an den er sehr anh\u00e4nglich war, zur\u00fccklief ins Feuer und verbrannte.<\/p>\n<p>Das Pfl\u00e4nzchen auf dem Bild habe ich gestern auf einer Marmortreppe entdeckt, beeindruckt von so einer nat\u00fcrlichen Durchsetzungskraft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Simple living &#8211; high thinking&#8220; ist m.E. der beste Satz, den die Inder ausgebr\u00fctet haben, und den ich je \u00fcber das Leben geh\u00f6rt habe. Einfach leben, hoch denken! Das ist so genial, dass ich immer wieder davon ergriffen und angeregt bin. 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