{"id":1968,"date":"2017-02-11T02:29:24","date_gmt":"2017-02-11T02:29:24","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=1968"},"modified":"2017-02-11T02:29:24","modified_gmt":"2017-02-11T02:29:24","slug":"ordnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=1968","title":{"rendered":"Ordnung(en)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1969\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170211_0706481-250x300.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170211_0706481-250x300.jpg 250w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170211_0706481-768x922.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170211_0706481-853x1024.jpg 853w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170211_0706481.jpg 1058w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/p>\n<p>Da unten am Ghat schreit eine Frau so herzzerrei\u00dfend, dass mein Denken erschrocken einh\u00e4lt. Hinstarren. Der Mann, der sie am Arm zum Wasser f\u00fchrt, scheint freundlich und besorgt. Sie l\u00e4sst sich willenlos ins kalte Wasser f\u00fchren. Sie ist au\u00dfer sich. Kaum ist sie eingetaucht, h\u00f6rt ihr Schreien auf. Sie taucht selbst ein paa Mal unter und scheint zu sich zu kommen. Alles wird still. Er reicht ihr trockene Kleider. Sie ist besch\u00e4ftigt. Wei\u00df noch, wie alles geht. Sie z\u00fcnden \u00d6llichter an, murmeln Mantras. Sie scheint ver\u00e4ndert und bewegt sich jetzt alleine und gefasst. Unglaublich, was das f\u00fcr eine Wirkung hatte. Rituale k\u00f6nnen so hilfreich sein f\u00fcr den Umgang mit Schmerz und Verlust. Haben wir welche? Die uns helfen?<\/p>\n<p>Dann beobachte ich, dass eigentlich alles und alle f\u00fcr Ordnung sorgt\/en, jede\/r auf seine und ihre Weise. Das l\u00e4uft alles gleichzeitig. Alle mit eigener Ordnung besch\u00e4ftigt. Jeder froh, wenn das, was zu tun ist, reibungslos abl\u00e4uft. Da, wo Reibung passiert, wird die Ordnung unterbrochen. Da, wo Explosion stattfindet, wird sie zerst\u00f6rt. Dann muss man schauen, ob neue Ordnung m\u00f6glich ist. Meistens taucht wieder etwas auf und ordnet sich. Man staunt, wenn irrsinnige Mengen von zerst\u00f6rtem Material in zerst\u00f6rten Welten, zB. von Erdbeben oder Kriegen, wieder aus dem Weg ger\u00e4umt werden konnte und neue Formen und Welten sich bilden. Auch beim Hineinschauen in pers\u00f6nliche Zimmer kann man staunen, mit welchem Ausma\u00df an Unordnung manche leben k\u00f6nnen. Vom Chaos kann man nicht sagen, dass es eigene Ordnung hat, obwohl es Teil der universellen Ordnung ist. An manchen Stra\u00dfen hier im Dorf kann man sehen, dass niemand um Ordnung bem\u00fcht ist. Dann f\u00fcgen alle immer nur Unordnung dazu. Es gibt einen kleinen Teich, auf dem nur noch Plastikt\u00fcten schwimmen. Ein Sumpf. Ein Ort der Hoffnungslosigkeit. Eine Quelle der Ansteckung von Krankheiten.<br \/>\nIch wei\u00df gerne, wo die Dinge sind, mit denen ich lebe. Beim Umzug in einen neuen Wohnort, wie ich ihn gerade hinter mir habe, dauert es ein paar Tage, bis Dinge sich ordnen. Es scheint, als ginge es wie von selbst,\u00a0 aber es ist der eigene Geist, der sich der Sache annimmt. Er schaut, was praktisch ist und f\u00f6rderlich f\u00fcr den t\u00e4glichen Ablauf. Ich k\u00fcmmere mich um die Beleuchtung und die Farbt\u00f6ne.<br \/>\nAm See arbeiten gerade ungef\u00e4hr 100 M\u00e4nner und Frauen leise und fast unbemerkbar an der Renovierung der Seeumwandlungs-Struktur. Hellrosa Stein wird eingesetzt. Alle wissen, dass es schlechte, br\u00fcchige Qualit\u00e4t ist, die schnell wieder zerbricht. Das hat mit umgepoltem Geld zu tun, das trotzdem noch eine gewisse Ordnung zeigen muss. Die Ordnung akzeptierter Ausbeuter. Wie die Brahmanenkaste, deren Vorstellung von Ordnung immer noch uneingeschr\u00e4nkte Macht genie\u00dft und beansprucht. Ein paar Wenige von ihnen sprechen noch das erhabene Sanskrit, eine Sprache h\u00f6chster Ordnung, das allerdings einst f\u00fcr bestimmte Ohren verboten war zu h\u00f6ren. Niedrigen Kasten war es auch verboten, den Schatten eines Brahmanen zu kreuzen. Gut, dass sich Ordnungen auch wieder aufl\u00f6sen und aufheben lassen.<br \/>\nAuf dem Photo oben sieht man eine Gruppe von Foreigners, die sich haben einreihen lassen in die \u00fcbliche Ordnung einer Puja, eines meist teuren Rituals, das der Fremdenf\u00fchrer mit dem Priester abgesprochen hat. Geld wechselt H\u00e4nde. Es gibt Ordnungen mit hellen und dunklen Schattierungen.<br \/>\nAm Brahmghat erkl\u00e4rt mir Ashok, dass nun leider die Saison f\u00fcr Rosen beendet ist. Ach ja?, frage ich, warum? Wachsen sie nicht mehr? Doch, sagt er, das schon, aber jetzt kommt Shiva Ratri, da brauchen wir andere Blumen. Wir haben ja, meint er l\u00e4chelnd, so viele G\u00f6tter, die brauchen alle was anderes. Durga und Kali brauchen Rosen (!!??), Shiva braucht Kushi Gras etcetera. Das sind Ordnungen, die den Geist des Hindu in Bewegung halten.<br \/>\nIch bewege mich durch das Ganze in meiner eigenen Ordnung, die mit ihrer Ordnung nicht mehr allzu viel gemein hat. Ich achte sie, wo ich sie achtenswert finde, denn auch mir gibt sie oft Rahmen und Schutz.<br \/>\nDie Gestirne spielen auch noch mit mit ihrer eigenen Ordnung. Heute ist Vollmond mit high level Pilgertum. Die Atmosph\u00e4re ist aufgeladen mit sehr viel Tun. Beten. Opfern. Schenken. Baden. Einschreiben in das Ahnenbuch. Tagesordnung als H\u00f6chstleistung. Wie \u00fcberall. Nur anders.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da unten am Ghat schreit eine Frau so herzzerrei\u00dfend, dass mein Denken erschrocken einh\u00e4lt. Hinstarren. Der Mann, der sie am Arm zum Wasser f\u00fchrt, scheint freundlich und besorgt. 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