{"id":1963,"date":"2017-02-10T06:56:26","date_gmt":"2017-02-10T06:56:26","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=1963"},"modified":"2017-02-10T06:56:26","modified_gmt":"2017-02-10T06:56:26","slug":"frei-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=1963","title":{"rendered":"&#8222;frei&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1964\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170210_1214331-198x300.png\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170210_1214331-198x300.png 198w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170210_1214331-768x1164.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170210_1214331-676x1024.png 676w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170210_1214331.png 1057w\" sizes=\"auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><\/p>\n<p>Gestern stand neben meinem Sitz am Wasser ein Paar Schuhe, die ich beinahe einem Sadhu angeboten h\u00e4tte, da ich dachte, sie w\u00e4ren liegen geblieben. Sie geh\u00f6rten aber einem Musiker, der auf dem Literature Festival in Jaipur gespielt hatte und nun ein paar Tage hier Ferien macht. Heute brachte er seine kleine Fl\u00f6te mit und spielte so herzergreifend, dass alle Vor\u00fcbergehenden stehen blieben und lauschten. \u201eVrindaban!\u201c, sagte mein Mund als Dank. \u201eSangit Bhagwan hai! Musik ist g\u00f6ttlich. Und ich dachte: ja, die Kunst kann mehr ber\u00fchren als alle G\u00f6tter. Vielleicht gab es auch die h\u00f6chste Kunst derer, die sie den G\u00f6ttern angeboten haben, wie es so viel Sakrales in der Welt gibt, dessen Sch\u00f6pfer nie genannt oder gekannt wurden. In jedem Fall ist es egal, wieviel wir durch B\u00fccher und Dialoge und Monologe und Vortr\u00e4ge\u00a0 und Lehrer und G\u00f6tter etc verstanden zu haben glauben, nie f\u00fchrt es zum \u201eDas bin ich\u201c, wenn wir nicht durch eigene Erfahrungen, Gedanken, Irrwege, lichte Momente und unersch\u00fctterliches Vetrauen in den eigenen Weg navigiert sind. Ich denke auch, dass es eine Schulung braucht, um auf dem Weg die Kraft zu haben, sich letztendlich dem vollkommen Ungewissen anvertrauen und \u00fcberlassen zu k\u00f6nnen. In der Kinder -und Jugendzeit dient die Schule vor allem der Ingangsetzung des pers\u00f6nlichen Lernverm\u00f6gens. In der geistigen Schulung geht es mehr darum, Klarheit f\u00fcr mich selbst zu erringen dar\u00fcber, was universelle Gesetze, ihre Realit\u00e4t und ihre Erscheinungsformen f\u00fcr mich bedeuten und welche Mittel f\u00fcr mich akzeptabel und glaubw\u00fcrdig sind, mein eigenes Wesen zu verstehen bzw. zu sein. Nach Jahren des Praktizierens von was auch immer k\u00f6nnen wir g\u00fcnstigerweise erkennen, dass es tats\u00e4chlich eine allen und allem gemeinsame Quelle gibt, dass aber die Ausstrahlungen davon vielseitig und sehr unterschiedlich und widerspr\u00fcchlich, paradox und irref\u00fchrend sind, sodass das ganze Glaubens-und Wissenskonstrukt in einem zu einem knirschenden Halt kommt. An diesem kritischen Punkt kann einem sonnenklar werden: man ist allein. Jetzt nicht allein auf Erden auf das Ego fixiert, und nicht ohne gute Freunde, ohne die man nicht gedeihen kann, sondern allein im Sinn vollst\u00e4ndiger Verantwortung, die man bereit ist, f\u00fcr sich selbst zu \u00fcbernehmen. Das ist die Freiheit, die es zu erkennen und zu erleben, auszuhalten und zu ertragen gilt. Als Jugendliche hatte ich schon manchmal den Verdacht, dass alle Menschen in Wirklichkeit frei sind, und wenn sie es w\u00fcssten, w\u00fcrde auch nicht viel mehr passieren als das, was bereits passiert, denn diejenigen, die der Weg zu sich selbst anspricht, haben sich ja bereits aufgemacht, um eigene und manchmal sehr neue Wege zu gehen. In der Zwischenzeit wissen wir auch, wieviele Zug\u00e4nge es gibt zu sich selbst und zu der Quelle. Alles ist Zugang. Es braucht eine Akzeptanz alles Daseienden, da jedes Trennenwollen von der Quelle in den dualen Aufenthalt f\u00fchrt. Dann ist man gefangen zwischen gut und b\u00f6se, sch\u00f6n und h\u00e4sslich, richtig und falsch. Das gibt es alles, kein Zweifel, es ist die Natur des Weltendramas. Das Spiel erh\u00e4lt sein Spannungsfeld durch das Duale. So \u00fcbernehme ich Verantwortung f\u00fcr den eigenen Blick. Hinter diesem Blick lagert mein Wesen in seiner ganzen, ja was, st\u00e4ndigen Offenheit zur Neuheit des Nus. Und dieses ganz pers\u00f6nliche Ich, an dem wir uns entlanggetastet haben, hat es uns nicht dorthin gef\u00fchrt, wo ein anderes Ich auf uns gewartet hat, ein Ich, das sich von Druck und Drang des Wissens \u00fcber sich selbst entlastet hat. Und siehe da: es l\u00e4chelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern stand neben meinem Sitz am Wasser ein Paar Schuhe, die ich beinahe einem Sadhu angeboten h\u00e4tte, da ich dachte, sie w\u00e4ren liegen geblieben. Sie geh\u00f6rten aber einem Musiker, der auf dem Literature Festival in Jaipur gespielt hatte und nun ein paar Tage hier Ferien macht. Heute brachte er seine kleine Fl\u00f6te mit und spielte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1963","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1963","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1963"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1963\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1965,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1963\/revisions\/1965"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1963"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1963"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1963"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}