{"id":1955,"date":"2017-02-08T09:07:33","date_gmt":"2017-02-08T09:07:33","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=1955"},"modified":"2017-02-08T09:14:17","modified_gmt":"2017-02-08T09:14:17","slug":"tiere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=1955","title":{"rendered":"Tiere"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1956\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170208_1138251.png\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"284\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1957\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170208_1142431-273x300.jpg\" alt=\"\" width=\"273\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170208_1142431-273x300.jpg 273w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170208_1142431-768x843.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170208_1142431.jpg 876w\" sizes=\"auto, (max-width: 273px) 100vw, 273px\" \/><\/p>\n<p>Die Tiere, ja, die Tiere! Ihre Sch\u00f6nheit! Ihre Einfachheit \u2013 ihre Unschuld, die auch im Jagen und Morden sichtbar ist. Ihr Fell mit den ber\u00fcckenden Landschaften. Ihre Federn! Ihre Wachsamkeit uns Menschen gegen\u00fcber. Sind wir wohlgesinnt \u2013 oder sind wir t\u00fcckisch \u2013 sie k\u00f6nnen nie sicher sein. Hinter uns und vor uns und \u00fcber uns und neben uns huschen und traben sie vor\u00fcber, und manchmal kommen sie uns nah und bleiben bei uns, und unsere durch sie hervorgelockte Liebe strahlt auf sie zur\u00fcck, und f\u00fcr kostbare Momente sind wir in diesem arglosen Sein gebannt, und im Inneren dehnt sich eine z\u00e4rtliche Weite aus. Einmal sa\u00df auf einmal ein Ziegenbock neben meinem Sitz. Es war verwirrend, und Augen schauten verwundert auf dieses morgendliche Miteinander. Als ich anfing, mein Gem\u00fcse mitzubringen, war der Pakt besiegelt. In dieser Zeit kam Brij Mohan, ein Priester, immer morgens vorbei mit seiner Milchkanne, um bei seinem Freund chai zu kochen, und wir redeten eine Weile miteinander. Eines Morgens gestikulierte er in meine Richtung, da stand der Ziegenbock auf und griff ihn an. Was f\u00fcr eine Macht diese Tiere haben, Zugeh\u00f6rigkeit zu vermitteln! Dann geht man weg und l\u00e4sst sie und sich selbst wieder frei. Zur Zeit kommt ein Hund, den die Leute ringsum \u201eghoda\u201c nennen, \u201ePferd\u201c, weil er so kraftvoll gebaut ist. Er kommt und jault furchterregend, bis ich mich setze. Dann legt er seine Pfote \u00fcber meinen Fu\u00df. Dann die Tauben! Ich denke oft an Venedig, wenn ich sie beobachte, weil ich sie als Kind dort schon gef\u00fcttert habe. Die Pilger lieben es, Tauben zu f\u00fcttern. An jeder Ecke gibt es Taubenfutter. Man setzt sich hin und \u00f6ffnet die Handfl\u00e4chen mit den K\u00f6rnern und genie\u00dft dann das Kribbeln ihrer Schn\u00e4bel auf der Haut. Neben mir sitzt gerade ein Affe und sonnt sich. Oft schlafen sie eine Weile ein, ersch\u00f6pft von der Genialit\u00e4t ihres Freerunnertums. Wer w\u00fcrde dem eigenen Neid nicht einen Jauchzer g\u00f6nnen, wenn das Auge sieht, wie sie m\u00fchelos Abgrund und Wand \u00fcberwinden und so vieles k\u00f6nnen im Sprung, was f\u00fcr uns niemals m\u00f6glich ist. Die K\u00fche dagegen sind still und pr\u00e4chtig. Klar wei\u00df ich aus eigener Erfahrung, warum sie zum wahrhaft G\u00f6ttlichen gez\u00e4hlt werden, war ich doch oft genug nahe dran, in die Kniee zu gehen vor ihrer gnadenreichen Sch\u00f6nheit, ihrer Ausstrahlung vollkommener Ruhe, sodass man die Ansteckung sp\u00fcrt. Hier tragen sie keine Kn\u00f6pfe im Ohr mit Zetteln dran wie auf deutschen Wiesen. Sie werden nicht gegessen in dieser Gegend, nur gef\u00fcttert wie die Fische und die V\u00f6gel und die Schildlkr\u00f6ten und \u00fcberhaupt alle Tiere haupts\u00e4chlcih gef\u00fcttert werden. Manchmal liegt ein totes Tier vor einem auf dem Weg. Wir haben auch 28 G\u00e4nse auf dem See. Eine lag neulich tot da, ein gro\u00dfer, schneewei\u00dfer Tod. Zwei Mal habe ich auch schon zuschauen m\u00fcssen, wie ein Affenkind stirbt (s.o.). Man sieht sofort, dass es nicht leben kann. Die ganze Bande ist daran beteiligt. Sie werfen es in die H\u00f6he und schauen, ob es noch klammern kann, und riechen an ihm. Wenn es tot ist, schleppt eins der Tiere es mit sich, wir wissen nicht, wohin. Unten am Wasserbecken sitzen manchmal bis zu zehn wei\u00dfe, langbeinige V\u00f6gel. Sie jagen sich gegenseitig und \u00fcberraschen mit ihren Verhaltensweisen. Manche Tiere, die ich noch erleben durfte, gibt es nicht mehr. Ein einziges Mal sind auf der Durchreise 80 wei\u00dfe Pelikane auf dem Wasser gelandet und drei Tage lang geblieben. Ich habe alle Menschen, die ich kenne, aktiviert, um daran teilzunehmen, aber sie hatteen keine Zeit, so ist das Unvergessliche in mich hineingesunken. Ab und zu h\u00f6rt man noch einen Pfauenschrei, oder entdeckt sie auf einmal irgendwo in einem Garten bei der Darbietung ihres Tanzes. Wie froh wir sind, eine ihrer Federn zu finden! Die Flederm\u00e4use mit den Menschengesichtern sind schon lange nicht mehr da. Auch eine schwarze Kobra habe ich im Tempel mal an mir vorbeigleiten sehen. Dort sa\u00df auch tagelang ein Stachelschwein direkt \u00fcber mir auf dem Banianbaum. Ich war gespannt, wann es sich endlich bewegen w\u00fcrde. Dann haben mich erschrocken rufende Farmer darauf hingewiesen, wie gef\u00e4hrlich sie sein k\u00f6nnen mit ihren beeindruckenden Stacheln, mit denen wir unsere Haare zusammenhalten k\u00f6nnen. Und klar! Die Eichh\u00f6rnchen, die flink und ruckartig durch die Gegend flitzen, und die Eidechsen, die, lauernd auf etwas M\u00fccken-oder Spinnenartiges, in unseren Zimmern wohnen. Einmal, ich erinnere mich genau, fielen zwei gleichzeitig beim Jagen auf meinen R\u00fccken und rasten dort herum, bis ich sie durch mein Lachen verscheuchte.<br \/>\nMan muss sich das mal tief im Herzen vorstellen, dass der Planet immer auch ein paradiesischer Garten ist, in dem unergr\u00fcndlicher Reichtum der Arten herrscht. Und wollten wir es doch wirklich verstehen und erfassen, dass wir H\u00fcter sind und keine Herrscher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tiere, ja, die Tiere! Ihre Sch\u00f6nheit! Ihre Einfachheit \u2013 ihre Unschuld, die auch im Jagen und Morden sichtbar ist. Ihr Fell mit den ber\u00fcckenden Landschaften. Ihre Federn! Ihre Wachsamkeit uns Menschen gegen\u00fcber. Sind wir wohlgesinnt \u2013 oder sind wir t\u00fcckisch \u2013 sie k\u00f6nnen nie sicher sein. Hinter uns und vor uns und \u00fcber uns [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1955","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1955","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1955"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1955\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1959,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1955\/revisions\/1959"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1955"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1955"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1955"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}