{"id":1933,"date":"2017-02-04T05:30:50","date_gmt":"2017-02-04T05:30:50","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=1933"},"modified":"2017-02-04T05:32:06","modified_gmt":"2017-02-04T05:32:06","slug":"foreigners","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=1933","title":{"rendered":"Foreigners"},"content":{"rendered":"<p>\/<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1934\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170203_191646-202x300.jpg\" alt=\"\" width=\"202\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170203_191646-202x300.jpg 202w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170203_191646-768x1141.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170203_191646-689x1024.jpg 689w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170203_191646.jpg 892w\" sizes=\"auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/>\u00a0 <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1938\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170201_193459-130x300.jpg\" alt=\"\" width=\"130\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170201_193459-130x300.jpg 130w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170201_193459.jpg 186w\" sizes=\"auto, (max-width: 130px) 100vw, 130px\" \/><\/p>\n<p>Sie wirken nicht immer so dekorativ wie diese Japanerin, die sich in meinem Photo im goldenen Glanz der Abendsonne von ihrer Begleitung belichten l\u00e4sst vor der grandiosen Architektur. Aber sie, d.h. wir, die Ausl\u00e4nderInnen, sind nicht mehr wegzudenken vom indischen Alltag. Im Jahr meiner Ankunft gab es au\u00dfer mir noch eine Australierin, die im Dunkel undurchsichtiger Welten ein Verh\u00e4ltnis mit dem tantrischen Priester hatte. Doch von was die meisten Einheimischen sich noch vor Jahren naser\u00fcmpfend abgewandt haben, ist nun ihr Erwerb geworden, ihr Haus, ihre Zukunft und die Zukunft ihrer Kinder und Enkelkinder. In der Unterwelt des Dorfes arbeiten bei d\u00fcsterem Licht die neuen Diener der neuen indischen Herren, deren Herren wiederum die Fremden sind aus den vielen fremden L\u00e4ndern. Wir reden von Schneidern und N\u00e4hmaschinen, die rattern bis tief in die Nacht im Hades, wo das Lichtlose seine Spuren und seinen Preis hinterl\u00e4sst auf m\u00fcden Gesichtern. Die fremden Auftraggeber kommen in angenehmer Jahreszeit, geben ihre Auftragsw\u00fcnsche durch, und ab geht\u2019s, meist auf herrlichen, alten und neuen und hochgemotzten Royal Enfields, ab also geht\u2019s nach Goa in die portugiesische Traumstation f\u00fcr hungrige Geister. Derweil kommen hier im St\u00e4dtle andersartige Fremde an und bev\u00f6lkern die \u00fcberz\u00e4hligen Guest-Houses und Hotels und Resorts, die alle dem \u201esmart city\u201c Projekt der Regierung hinterherhecheln. Naja, viele haben auch schon ausgehechelt, denn ihre neuen H\u00e4user stehen, und die vielen Gl\u00fchbirnen in der Deko lassen die Elektrizit\u00e4ts-Rechnungen hochschie\u00dfen. Im Bazaar wei\u00df man auch nicht mehr genau, wer nun was am liebsten kauft und tr\u00e4gt. Die sich durch die Welt bewegenden Touristengruppen pilgern vorbei an den Auslagen, schauen alles an, kaufen oft nichts, gewarnt von dem Gruppenf\u00fchrer, der wiederum bei seinen Connections Kommision einheimst. Ist ja alles nichts Neues, ist \u00fcberall so oder \u00e4hnlich. Doch je mehr Gruppen erscheinen, und das von ihnen Erw\u00fcnschte herbeigeschafft wird, desto mehr verschwindet von der Bildfl\u00e4che, was wir so sch\u00f6n finden und fanden. Das indische Volk stolpert durch die gef\u00fcrchtete Maya, immer weiter entfernt von der eigenen Weisheit des Landes, und immer tiefer hinein in die nimmerendenden Gel\u00fcste, die nun zur Auswahl stehen. Dann kommen die ehemaligen Hippies zur\u00fcck aus dem Beach-Festival und lassen die gepr\u00fcfte Ware packen. Die geht in die westlichen M\u00e4rkte. Wieder marschiert die neue H\u00e4ndler-Kaste der Fremdlinge durchs Dorf, schwer t\u00e4towiert und unfehlbar mit Rastahaaren beladen, vor bunten Bob Marley Gem\u00e4lden ihre Joints drehend, als w\u00e4re die Uhr stehen geblieben. Dann ist alles fertig vom Gew\u00fcnschten, das nun von d\u00fcrren, einheimischen K\u00f6rpern auf Ledefl\u00e4chen mit R\u00e4dern zum Abtransportplatz geschoben wird. Alles ist inzwischen gut organisiert. Die Inder sind Meister im scheinbar Menschenunm\u00f6glichen. Sie schauen auch nicht mehr so genau hin auf die Fremden (ich auch nicht). Zu un\u00fcbersichtlich ist alles geworden. Im g\u00fcnstigsten Fall f\u00fchrt das alles zur\u00fcck zu sich selbst. Dort findet neues Gr\u00fcbeln \u00fcber die Gestaltung eigenen Lebens statt. Dringend notwendig! Viel Erfolg w\u00fcnsche ich euch allen, denn jetzt wissen wir, dass es kein Scherz war mit dem Geheimnis der schillernden und verlockenden Maya!<br \/>\nNicht, dass ich die Vollst\u00e4ndikeit des Beschriebenen anpeile, denn es gibt sie nicht. So will ich aber doch noch d i e Foreigners erw\u00e4hnen, die still und aufmerksam an den Ufern sitzen, oder im Herumgehen offensichtlich ber\u00fchrt sind von dem Mysterium des Daseins, das uns zur Verf\u00fcgung steht. Auch dieser tiefe, wertsch\u00e4tzende Blick von uns Fremden h\u00e4lt das Ganze in seinem unsterblichen Bann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\/\u00a0 Sie wirken nicht immer so dekorativ wie diese Japanerin, die sich in meinem Photo im goldenen Glanz der Abendsonne von ihrer Begleitung belichten l\u00e4sst vor der grandiosen Architektur. Aber sie, d.h. wir, die Ausl\u00e4nderInnen, sind nicht mehr wegzudenken vom indischen Alltag. 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