{"id":18735,"date":"2024-02-21T09:03:01","date_gmt":"2024-02-21T09:03:01","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=18735"},"modified":"2024-02-21T15:21:17","modified_gmt":"2024-02-21T15:21:17","slug":"muttersprachentag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=18735","title":{"rendered":"Muttersprachentag"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-18736\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240221_091233-187x300.png\" alt=\"\" width=\"264\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240221_091233-187x300.png 187w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240221_091233-768x1235.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240221_091233-637x1024.png 637w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240221_091233.png 892w\" sizes=\"auto, (max-width: 264px) 100vw, 264px\" \/><\/p>\n<h5>Wenn ich es richtig verstanden habe, ist heute der Tag der Muttersprache. Weil ich ganz nebenher gern mal w\u00fcsste, wer das eigentlich bestimmt, schaue ich nach. Zum 24, Mal wird er wohl begangen, begangen ist ein auffallend seltsames Wort. Und ich erfahre, dass es weltweit 6.700 Sprachen gibt. Das erstaunt mich nicht, denn ich bin die Anzahl der Sprachen auch von Indien her gewohnt, wo es f\u00fcr reisende Inder in ihrem Land einfacher war und ist, sich auf Englisch zu verst\u00e4ndigen, als der sprachlichen Komplexit\u00e4ten\u00a0 Herr zu werden. Dieser heutige, von der UNESCO ausgerufene &#8222;Gedenktag&#8220; betrauert also die vielen aussterbenden Sprachen und Dialekte, wobei es einen gravierenden Unterschied gibt zwischen forciertem Vergessen und dem schleichenden Verschwinden einer Sprach-oder Denkart. Aber so ein Ausrufen gibt ja auch Gelegenheit, im eigenen Schicksalspaket nachzuschauen. Auch wenn ich Deutschland in fr\u00fchem Alter verlassen habe, habe ich niemals meine Sprache zur\u00fcckgelassen. Stets war sie dabei, sich ansammelnd in einem ununterbrochenen Fluss von Notizb\u00fcchern, und gerne h\u00e4tte ich in den darauf folgenden Jahren als Heimat mein Notizbuch genannt. Ja, klar, h\u00f6re ich auch zuweilen die Sprache meiner Mutter, es wurde viel geredet, wenn sie mal zuhause war und nicht in Milano oder Paris. Aber dann, wenn ich wieder allein war, konnte ich mir B\u00fccher meines Vaters in mein Zimmer holen und mich vertraut und trunken machen mit der sch\u00f6nen Sprache. Was f\u00fcr ein unermessliches Gl\u00fcck!, in diesem Land geboren zu sein und sie automatisch zu lernen, und dadurch sp\u00e4ter nicht nach \u00dcbersetzungen gieren zu m\u00fcssen f\u00fcr die Geister, die man sonst nie direkt h\u00f6ren k\u00f6nnte. Auf diesem Weg spreche ich wohl eher die Vatersprache, denn da, in den B\u00fcchern, entz\u00fcndeten sich meine pers\u00f6nlichen Anlagen, und noch heute bin ich zutiefst dankbar f\u00fcr die Anregung und den rechtzeitig angebrachten Filter. Aber dann: die Mutter! Wer wei\u00df, was sie einem alles zugefl\u00fcstert hat, als keiner dabei war, nur sie und man selbst, wie eine Katze die Ohren spitzend in die Gerausche hinein, hinein in das Gro\u00dfe Murmeln der Weltmuttersprache. Und erleben wir nicht gerade, wie unsere Sprache an Pr\u00e4zision und Klarheit verliert, und wie ungeheuer albern es sein kann, Worte lernen zu m\u00fcssen, die man gar nicht benutzen will, sich ansonsten aber nicht verst\u00e4ndigen kann. Mensch, es ist Zeit! Die Sprachen sterben, und sieh dich um: es ist in allem.\u00a0 Und doch: mich hat sie gerettet (auch Sprache kann retten). Aus\u00a0 abgr\u00fcndigem Urdunkel heraus hat sie mir, nennen wir&#8217;s eine Leiter, gebaut und mich befreit von den historischen Zw\u00e4ngen. Die Worte haben mich aufgefangen und in die Sicherheit des Ungewissen gef\u00fchrt.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich es richtig verstanden habe, ist heute der Tag der Muttersprache. 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