{"id":18713,"date":"2024-02-17T10:22:03","date_gmt":"2024-02-17T10:22:03","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=18713"},"modified":"2024-02-17T12:08:35","modified_gmt":"2024-02-17T12:08:35","slug":"weltschmerz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=18713","title":{"rendered":"Weltschmerz"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-18699\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_112031-220x300.jpg\" alt=\"\" width=\"279\" height=\"380\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_112031-220x300.jpg 220w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_112031-768x1046.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_112031-752x1024.jpg 752w\" sizes=\"auto, (max-width: 279px) 100vw, 279px\" \/><\/p>\n<h5>Und simsalabim!, da war er schon, der Weltschmerz, so, als h\u00e4tte ich ihn gerufen. Habe ich aber nicht, obwohl ich ein Ahnen nicht ausschlie\u00dfe, aber dann ist er auf einmal entz\u00fcndet worden durch die Nachricht aus einem russischen Gulag, wo einer sein vorzeitiges Ableben sicherlich nicht gesegnet hat, aber dennoch wusste, wie wir in der Welt, dass die Gefahr gro\u00df bis wahrscheinlich war, diese Form von Leben nicht zu \u00fcberleben. Tot ist er, der epische Heldensohn, dem nun auf allen m\u00f6glichen Leiern und Kan\u00e4len die Heldentaten vorgesungen werden. Einer, an dem auch M\u00e4nner herumr\u00e4tseln, ja, wie kann man nur, er h\u00e4tte doch so easy bei uns bleiben k\u00f6nnen. Konnte er aber nicht. Nun, einerseits wollte er &#8222;Iwan dem Schrecklichen&#8220; keinen Gefallen damit tun, im Exil bedeutungsloser zu sein als in persona, bei dem russischen Volk also, wo es eine unbekannte Anzahl von Regimegegner:innen gibt, die nun immerhin \u00f6ffentlich zu Blumenl\u00e4den pilgern. Das Gespenst der Angst macht seine Runden. Es schmerzt also &#8222;die Welt&#8220;, was immer man darunter versteht, und schmerzt es mich auch? Ja, das hat mich ber\u00fchrt. Es gibt ja innerhalb einer Lebenszeit nicht viele auch noch oder gerade Lebende, von denen man sagen kann, den Satz &#8222;Es gibt Wichtigeres als das Leben&#8220; nicht nur verstanden, sondern auch verk\u00f6rpert haben zu haben. Man kann sich locker vorstellen, wie viele Gespr\u00e4che es gegeben haben muss zwischen ihm und seiner Familie wegen der gef\u00e4hrlichen R\u00fcckehr in das Land, das er befreien wollte von dem Tyrannen. Der lie\u00df ihn ausl\u00f6schen und tat so, als h\u00e4tte er nichts damit am Hut. Dabei zeigt die (so genannte) Welt und ihre Repr\u00e4sentant:innen mit vielen Fingern auf diesen unsichtbaren und doch grell sichtbaren Hut und sagt: du bist der M\u00f6rder eines gro\u00dfen Helden, und macht ihn, den Tyrannen, genau dadurch zum Wicht. Der, der das Zeug hat zum Helden, kann unter gewissen Umst\u00e4nden als M\u00e4rtyrer weiterdienen. Die Entscheidung, das eigene Leben f\u00fcr die Sache zu geben, muss akzeptiert werden, was soll man machen? Ein 47-j\u00e4hriges Leben, das kommt einem jung vor. Als mein Vater vier Tage vor Kriegsende abgeholt wurde und nie wiederkam, war er noch j\u00fcnger. Zum Gl\u00fcck h\u00e4ngt nicht alles, was und wer man ist, von den Jahren ab. Wenn man ein gut verlaufendes Schicksal hat, kann man daf\u00fcr dankbar sein, dass man tut, was man kann, und was man zuweilen auch muss. Man selbst also am Steuerrad des Schiffes.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und simsalabim!, da war er schon, der Weltschmerz, so, als h\u00e4tte ich ihn gerufen. Habe ich aber nicht, obwohl ich ein Ahnen nicht ausschlie\u00dfe, aber dann ist er auf einmal entz\u00fcndet worden durch die Nachricht aus einem russischen Gulag, wo einer sein vorzeitiges Ableben sicherlich nicht gesegnet hat, aber dennoch wusste, wie wir in der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-18713","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18713","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18713"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18713\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18718,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18713\/revisions\/18718"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18713"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18713"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18713"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}