{"id":18595,"date":"2024-01-31T09:05:59","date_gmt":"2024-01-31T09:05:59","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=18595"},"modified":"2024-02-02T05:29:46","modified_gmt":"2024-02-02T05:29:46","slug":"kriegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=18595","title":{"rendered":"kriegen"},"content":{"rendered":"<h1><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-18596\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/20240131_091803-228x300.jpg\" alt=\"\" width=\"277\" height=\"364\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/20240131_091803-228x300.jpg 228w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/20240131_091803-768x1011.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/20240131_091803-778x1024.jpg 778w\" sizes=\"auto, (max-width: 277px) 100vw, 277px\" \/><\/h1>\n<h5>Das Bild habe ich gestern in meiner &#8222;Galerie&#8220; gefunden, als ich beim L\u00f6schen war f\u00fcr mehr Speicherplatz, und habe mich erinnert, wie ber\u00fchrt ich davon war. Nein, es ist nicht im Gaza-Streifen, sondern in jedem Krieg ist es, das immer wieder entgleiste Mensch -bzw. Menschlichsein, eingefangen in einem Bild. Auch Liebevolles kann da inmitten des Leides passieren: ein Mensch im Dienst nimmt sich des verwundeten Kindes an, dessen Eltern es nicht mehr gibt, das wei\u00df es noch nicht. Wenn es dann nicht einmal mehr eine Medizin gibt (wie zur Zeit im Gaza-Streifen), dann sterben die Menschen und ihre Menschenkinder einfach. Das wei\u00df man ja jetzt, was der Krieg ist: er ist das Uns\u00e4gliche, aber man sagt dann doch immer was. Bis vieles gesagt ist und in noch ein paar Kriegsfilmstreifen weiter auch gerne Pferde geopfert werden, damit\u00a0 St\u00fcrzen und Siegen und Gewinnen\u00a0 authentisch wirken. Meist sind es M\u00e4nner, die die ausschlaggebenden Befehle erteilen, weil Erobern und Lustmolchen und Frauenvergewaltigungen anerkannte M\u00e4nnlichkeitstaten sind, durch die andere M\u00e4nner sich beweisen m\u00fcssen, auch wenn sie nicht wollen. Oder wollen sie doch? Einmal haben wir (die Yoganautinnen) in einem Skulpturenpark eine Performance gemacht, die hie\u00df &#8222;Schauplatz des Kriegens&#8220;. Ich hatte den Balkankrieg in Indien \u00fcber BBC verfolgt, vielleicht als Gef\u00fchlsausgleich mit meiner eigenen, reichlich begl\u00fcckenden Befindlichkeit. Es gab neue Technik f\u00fcr die Piloten, und einmal konnte man einen von ihnen jauchzen h\u00f6ren beim superpr\u00e4zisen Erwischen eines Weichteiles, genannt Mensch. Dieser &#8222;Spa\u00df&#8220; und diese &#8222;Gier&#8220; k\u00f6nnen einen leicht in die Ersch\u00fctterung bringen. Man will es ja nicht wirklich so sehen, dass es auf dem Schauplatz des Kriegens tats\u00e4chlich ums Kriegen geht, ums Habenwollen (und ums Geld nat\u00fcrlich), und dass die daf\u00fcr Gewonnenen alles tun, und dann keine Grenzen mehr finden, keinen Willen zum Aufh\u00f6ren. Das Grauen, so erschreckend gepaart mit der Dummheit und der Kaltbl\u00fctigkeit, aus deren Quelle es kam, nimmt dann seinen Lauf. In solchen Momenten der scheinbar unheilbaren Finsternisse sollte man vielleicht eher an Diogenes in der Tonne denken, der den Helden, der ihm das Sonnenlicht stiehlt, mit einem einzigen Satz besiegt. Er vermittelt dem an Ruhm und Ehre Gewohnten, dass der ihm etwas nimmt, n\u00e4mlich Licht.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bild habe ich gestern in meiner &#8222;Galerie&#8220; gefunden, als ich beim L\u00f6schen war f\u00fcr mehr Speicherplatz, und habe mich erinnert, wie ber\u00fchrt ich davon war. 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