{"id":17966,"date":"2023-10-09T08:06:45","date_gmt":"2023-10-09T08:06:45","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=17966"},"modified":"2023-10-09T08:07:36","modified_gmt":"2023-10-09T08:07:36","slug":"17966","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=17966","title":{"rendered":"letzter Kiesel"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-17936\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20231002_195221-205x300.jpg\" alt=\"\" width=\"278\" height=\"407\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20231002_195221-205x300.jpg 205w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20231002_195221.jpg 343w\" sizes=\"auto, (max-width: 278px) 100vw, 278px\" \/><br \/>\nKiesel VII<\/h6>\n<h5>Tats\u00e4chlich habe ich mir schon \u00f6fters vorgestellt, dass ein ganz bestimmter Satz, der meinen Weg kreuzt, sich vortrefflich eignen k\u00f6nnte als in Goldbuchstaben auf einen schwarzen oder dunkelgrauen Grabstein eingelassen. Da ich bereits wei\u00df, dass ich so einen Grabstein nicht haben werde, dient diese Vorstellung lediglich einer konzentrierten Idee, wie sich durch ein paar Worte ein ganzes Leben in einen Stein hineinmei\u00dfeln lassen k\u00f6nnte. Zum Beispiel Rabindranath Tagore, der geradezu jubelte, was f\u00fcr ein Festival sein Leben doch war, und dass er getan hatte, was er konnte. Allein dieser Teil: dass man getan hat, was man konnte. Nat\u00fcrlich kann jede\/r Sterbende sagen, dass er oder sie getan habe, was sie konnten, denn h\u00e4tten sie bzw. wir mehr tun oder es anders machen k\u00f6nnen, dann h\u00e4tten wir&#8217;s ja getan. Was wir mitbringen, ist das Eine. Das Andere ist das, was wir daraus machen. Das gilt f\u00fcr Obdachlose wie f\u00fcr Putin oder f\u00fcr muslimische Frauen in nicht gewollten Ehen. Manchmal ist der Ausweg versch\u00fcttet, das kann ganze V\u00f6lker in die Kniee zwingen. Niemand wei\u00df, wie das alles m\u00f6glich ist. Junge Leute feiern auf einem Event ihr Leben, da st\u00fcrmen auf einmal M\u00f6rder ins Land, das Fest ist vorbei, lebendige K\u00f6rper werden in Autos gezerrt, \u00fcberall liegen Leichen. Man kann es sich kaum vorstellen, und doch geschieht es immer wieder, so als w\u00fcrden sich nur die Kost\u00fcme des Spiels ver\u00e4ndern, der Inhalt aber immer der gleiche bleiben. Zu recht zweifelt man zuweilen daran, ob man wirklich so frei ist, wie es in dieser Gesellschaft zumindest erm\u00f6glicht wurde. Man geht in die Schule, lernt lesen und schreiben, und die meisten k\u00f6nnen ungehindert losziehen in ihre Vorstellungen. Nat\u00fcrlich ist es sehr viel komplexer. Hat man mal Heim, Bett und genug Nahrung, dann kommt es auf einmal darauf an, welche Richtung ich einschlage. Wem geh\u00f6re ich. Wof\u00fcr will ich mein Leben einsetzen. Worauf muss ich achten, damit ich alle Fallstricke im Labyrinth bew\u00e4ltigen kann und selbst, wenn der Faden rei\u00dft, den Kopf nicht verliere. Denn der Kopf muss zur Verf\u00fcgung stehen, denn dort sitzen die Schalttafeln, aber auch die Bibliotheken, die Archive, die Schatzkisten, das Gold. Also all das, was lebendige Geister f\u00fcr uns zur\u00fcckgelassen haben, damit aus der grausamen M\u00e4r ein Fest werden kann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiesel VII Tats\u00e4chlich habe ich mir schon \u00f6fters vorgestellt, dass ein ganz bestimmter Satz, der meinen Weg kreuzt, sich vortrefflich eignen k\u00f6nnte als in Goldbuchstaben auf einen schwarzen oder dunkelgrauen Grabstein eingelassen. 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