{"id":17926,"date":"2023-10-02T08:10:08","date_gmt":"2023-10-02T08:10:08","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=17926"},"modified":"2023-10-02T08:18:09","modified_gmt":"2023-10-02T08:18:09","slug":"dachboden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=17926","title":{"rendered":"Dachboden"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-17927\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/20230930_095315-195x300.jpg\" alt=\"\" width=\"271\" height=\"417\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/20230930_095315-195x300.jpg 195w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/20230930_095315-768x1180.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/20230930_095315-667x1024.jpg 667w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/20230930_095315.jpg 1580w\" sizes=\"auto, (max-width: 271px) 100vw, 271px\" \/><br \/>\nKiesel III<\/h6>\n<h5>Wir haben einen sehr gro\u00dfen und ger\u00e4umigen Dachboden, der allerdings nur \u00fcber eine Leiter zu erreichen ist, die wiederum keinen so festgelegten Platz hat, dass man sofort wei\u00df, wo sie ist, und deswegen ist es selten, dass jemand sie holt und nach oben klettert. Nun war es wieder soweit. Man vergisst verdammt leicht, was man so alles im Leben angefertigt, geschrieben oder gemalt hat, oder einfach nur aufbewahrt f\u00fcr die Okkasionen, die (das m\u00fcsste man eigentlich schon beim Verstauen wissen) nie kommen werden, und da steht er halt noch, der alte Rechner, oder der Waschkorb mit den Text-Papieren, oder der sehr sch\u00f6ne Zeichentisch, handgefertigt von &#8222;Wie hie\u00df er doch noch&#8220;, der geniale Bastler, dem ich auch mal (m)einen Wanderstab abgekauft habe. Dann fanden wir noch viele, pralle Notizb\u00fccher in Din A4 Format aus der Zeit der Schweigetage und der daraus hervorgegangen Reflektionen. Staunen soll ja gesund sein, und das darf man hier nochmal, denn siehe: alles, was ich gerade frisch durchgr\u00fcble, liegt da schon schonungslos und breit angelegt, und man ger\u00e4t in Versuchung, L\u00f6cher in Nebelschwaden zu bohren und den Weg zur\u00fcckzufinden aus dem Labyrinth der Erinnerungen. In unserem Haus lebt ein sterbenskranker Mensch, die sich auf den Ausgang zubewegt, auf das Finale. F\u00fcr alle daran Beteiligten r\u00fcckt dadurch die Bewusstwerdung der menschlichen Verg\u00e4nglichkeit n\u00e4her. Durch die Exzellenz der Poesie kann man furchtlos durch das Tal des Leidens und der Liebe gef\u00fchrt werden. Aber dann, sozusagen in vorletzter Minute, kann man all das, was man tats\u00e4chlich selbst war und ist, bei sich versammeln, und es ist sicherlich hilfreich, es wohlwollend zu betrachten, denn das ist es jetzt, was man mitnimmt: sich selbst. Auch die Anderen k\u00f6nnen verstehen, dass hier jemand vor allem sich selbst braucht, damit m\u00f6glichst viel vom eigenen Wesen nach au\u00dfen ins Irgendwo bef\u00f6rdert wird und dort seine Wirkung entfaltet. Kulturen- und glaubensbedingt h\u00f6rt dann das Leben auf, oder es f\u00e4ngt genau da erst richtig an, who knows. Die Kiesel (Bild) kommen \u00fcbrigens auch vom Dachboden. Dunstig schwebte die Erinnerung durch den Raum, dass wir sie alle mal bepinselt haben.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiesel III Wir haben einen sehr gro\u00dfen und ger\u00e4umigen Dachboden, der allerdings nur \u00fcber eine Leiter zu erreichen ist, die wiederum keinen so festgelegten Platz hat, dass man sofort wei\u00df, wo sie ist, und deswegen ist es selten, dass jemand sie holt und nach oben klettert. Nun war es wieder soweit. 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