{"id":1778,"date":"2017-01-16T01:49:53","date_gmt":"2017-01-16T01:49:53","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=1778"},"modified":"2017-01-16T01:49:53","modified_gmt":"2017-01-16T01:49:53","slug":"photographieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=1778","title":{"rendered":"photographieren"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1791\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170112_1954251-146x300.jpg\" alt=\"\" width=\"129\" height=\"265\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170112_1954251-146x300.jpg 146w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170112_1954251-768x1582.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170112_1954251-497x1024.jpg 497w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170112_1954251.jpg 816w\" sizes=\"auto, (max-width: 129px) 100vw, 129px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1811\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170114_1759281-167x300.jpg\" alt=\"\" width=\"146\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170114_1759281-167x300.jpg 167w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170114_1759281.jpg 358w\" sizes=\"auto, (max-width: 146px) 100vw, 146px\" \/><\/p>\n<p>Man h\u00e4lt es wirklich kaum mehr f\u00fcr denkbar, dass das Photographieren um den See herum verboten war bzw ist. Grellgelbe Schilder zeugen immer noch von ernsthaften Hinweisen auf das Bild-nehm-Verbot, in Hindi und Englisch. Da hat sich was nicht klammheimlich, sondern offensichtlich gegen die Brahmanenkastenmoral unwiderruflich durchgesetzt. Eigentlich wird nur noch photographiert, die Puja (das religi\u00f6se Ritual), ist vor allem f\u00fcr die aufsteigende, ferienmachende Mittelklasse nur noch Nebensache. Ein Zeitungskolumnist der Times of India meinte mal, die Inder w\u00fcrden auf einmal von einer Sucht getrieben, keine Minute ihres Lebens undokumentiert zu lassen. Wer kann das nicht sofort verstehen, wenn bisher vor allem die Existenz der Gottheiten und G\u00f6tter dokumentiert wurde, die das Familien-und das Eremitendasein \u00fcberlagert und bestimmt haben. Daher kann der Selfie-Stick durchaus als Zugang zum pers\u00f6nlichen Ich gesehen werden. Wow! Das bin ich! Ich bin da! Selbst ein Selfie machen! Ein Selfie sein! Die Brahmanen hatten noch andere Einstellungen \u00fcber Kameras, als die am Ufer erschienen. Sie waren \u00fcberzeugt, dass alle Foreigeners wild darauf waren, von indischen, im Sari badenden Frauen unz\u00fcchtige Bilder zu machen. Noch habe ich keinen in Indien herumwandernden Foreigner gesehen, der einen gierig get\u00f6nten Blick nach indischen Frauen geworfen h\u00e4tte. Eher noch auf das Bl\u00e4ttern in &#8222;Lonely Planet&#8220;. Zeitlich noch weiter entfernt lebte die Einstellung, dass Photographieren tats\u00e4chlich etwas wegnimmt, sodass dadurch die Substanz der photographierten Dinge immer weniger wird, bis nur noch ein gespenstisches Skelett \u00fcbrig ist. Es gibt aber Blicke, die geben, und Blicke, die nehmen. Es gibt mehr oder weniger sehende Augen. Manche Blicke und Bilder geben dem Daseienden W\u00fcrdigung. Es kommt auf die innere Strahlung und auf die Lichtverh\u00e4ltnisse an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man h\u00e4lt es wirklich kaum mehr f\u00fcr denkbar, dass das Photographieren um den See herum verboten war bzw ist. Grellgelbe Schilder zeugen immer noch von ernsthaften Hinweisen auf das Bild-nehm-Verbot, in Hindi und Englisch. Da hat sich was nicht klammheimlich, sondern offensichtlich gegen die Brahmanenkastenmoral unwiderruflich durchgesetzt. 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