{"id":1773,"date":"2017-01-12T02:04:55","date_gmt":"2017-01-12T02:04:55","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=1773"},"modified":"2017-01-12T10:44:26","modified_gmt":"2017-01-12T10:44:26","slug":"rosen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=1773","title":{"rendered":"Rosen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1780\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170111_1517531-221x300.png\" alt=\"\" width=\"221\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170111_1517531-221x300.png 221w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170111_1517531.png 699w\" sizes=\"auto, (max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1781\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170111_1516481-184x300.jpg\" alt=\"\" width=\"184\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170111_1516481-184x300.jpg 184w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170111_1516481-768x1253.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170111_1516481-628x1024.jpg 628w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170111_1516481.jpg 1023w\" sizes=\"auto, (max-width: 184px) 100vw, 184px\" \/><\/p>\n<p>Heute fr\u00fch war das Wasser mit Rosen bedeckt. Die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, mit der hier mit Rosen umgegangen wird, ist bemerkenswert. Wenn ein Toter oder eine Tote durch die Stra\u00dfen getragen wird zum Verbrennungsplatz, bleibt der Boden im Bazaar voller Rosenbl\u00fcten zur\u00fcck. Seit immer mehr Brunnen gebohrt werden, strecken sich die Rosenfelder weit in die W\u00fcste hinein. Das war damals mein direkter Zugang zu der Erkenntnis, dass, wenn Sand und Wasser zusammenkommen, Roseng\u00e4rten entstehen k\u00f6nnen. Rosenanbau: sehr fr\u00fches Aufstehen aller Familienmitglieder. Riesige T\u00fccher \u00fcber den Schultern, in die Gepfl\u00fccktes hineingelegt wird. Langsam tropft das ganze Tuch vom Morgentau. Diese tropfenden Riesenb\u00fcndel werden auf die Motorr\u00e4der der M\u00e4nner gebunden. Einiges davon kommt zum kleinen Marktplatz, wo Surender und sein j\u00fcngerer Bruder das Rosengesch\u00e4ft beherrschen. Selten kaufe ich bei ihm, weil ich morgens beim Rundgang von Ashok, einem jungen Devotionalien-und Rosenverk\u00e4ufer immer ein paar geschenkt bekomme. Er hat mir mal erkl\u00e4rt, er w\u00fcsste nicht, warum, aber seine Hand ginge zu den Rosen. Inzwischen ist es eingespielt und ich bringe aus Deutschland goldene Luftballons und Schokolade f\u00fcr seine Kinder mit. An seinem Stand kaufe ich manchmal auch Rosenwasser oder Rosenmarmelade, die schwer gezuckert, aber sehr lecker ist. Auch der aschetragende Naga-Sadhu hat auf seiner Dhuni (ritueller Feuerplatz der Sadhus) um die Asche herum immer Rosen liegen. Das hat was poetisch Bezwingendes. Eine Ehrfurcht schleicht sich ein ins Herz und l\u00f6st ein tief liegendes L\u00e4cheln aus, haarscharf an der erotischen Kante entlang, wo Leben und Tod ohne eitlen Spiegel die Souver\u00e4nit\u00e4t des Seins bezeugen.<br \/>\nViele der Rosen werden in die n\u00e4chste Stadt gefahren, wo ein Sufi-Heiliger verehrt wird. Dort verliert das Rosenbewusstsein seine Schranken. Kiloweise werden Rosen, mit gro\u00dfen, flachen Korbgeflechten auf dem Kopf bef\u00f6rdert, auf den nicht mehr unter uns sich Aufhaltenden, bzw seine gr\u00fcne Seidendecke gesch\u00fcttet und von dort von Rosenwegtr\u00e4gern auf weitere Wege gebracht und, who knows, vielleicht auf unterirdischen G\u00e4ngen zur\u00fcckgebracht in die Verkaufsk\u00f6rbe, oder zur naheliegenden Transvestitengemeinde, um dort in riesigen Marmorbecken die Sinne in Schwung zu halten. Der Geist, mit Rosen besch\u00e4ftigt, f\u00e4ngt an zu schwelgen. Was wei\u00df ich schon von Rosen, mag er gedacht haben, aber nicht nur er wei\u00df was von Rosen und dem Blick, der auf ihnen ruht, sondern Rosen werden geliebt. Sie sind u.a. Helfer des zu erringenden Klischeedurchbruchs, den es zu leisten gilt, denn die Rose, ja, wird mit Gef\u00fchlen verbunden, weil sie so sch\u00f6n ist. War es Rilke, der an einer Rosendornvergiftung starb? Wenn man eine Person kennt, die\u00a0 sch\u00f6ne Wesensz\u00fcge hat, w\u00e4hlt die Hand der Blumen-Betrachterin dann doch oft die Rose. Wenn ich hier mit meinen Rosen nach Hause komme, lege ich sie in eine Wasserschale und erfreue mich daran. Berauschendes Ewig der Bl\u00fcten!<\/p>\n<p>**************************************************************************************************************************************<\/p>\n<p>F\u00fcr die zwei Photos bin ich extra nachmittags mit einer Rose hinaus. Man tut, was man kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute fr\u00fch war das Wasser mit Rosen bedeckt. Die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, mit der hier mit Rosen umgegangen wird, ist bemerkenswert. Wenn ein Toter oder eine Tote durch die Stra\u00dfen getragen wird zum Verbrennungsplatz, bleibt der Boden im Bazaar voller Rosenbl\u00fcten zur\u00fcck. Seit immer mehr Brunnen gebohrt werden, strecken sich die Rosenfelder weit in die W\u00fcste hinein. 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