{"id":17637,"date":"2023-06-16T09:06:48","date_gmt":"2023-06-16T09:06:48","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=17637"},"modified":"2023-06-16T09:06:48","modified_gmt":"2023-06-16T09:06:48","slug":"gem-einsam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=17637","title":{"rendered":"gem\/einsam"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-17641\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230616_100654-e1686903034462-46x300.jpg\" alt=\"\" width=\"46\" height=\"300\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-17638\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230616_095815-202x300.jpg\" alt=\"\" width=\"202\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230616_095815-202x300.jpg 202w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230616_095815.jpg 564w\" sizes=\"auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-17627\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230603_205206-125x300.jpg\" alt=\"\" width=\"125\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230603_205206-125x300.jpg 125w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230603_205206-768x1849.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230603_205206-425x1024.jpg 425w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230603_205206.jpg 1331w\" sizes=\"auto, (max-width: 125px) 100vw, 125px\" \/><\/h6>\n<h5>Hier ist sie also, die Natur, in ihrem vollkommenen Ungez\u00fcgeltsein. Wirkt gesund, jedenfalls da, wo wir wohnen, auf den ersten Blick. Allerdings fallen vom Apfelbaum schon die welken Bl\u00e4tter. Der Boden sieht aus wie im Herbst. Wieviel Wasser kann man geben, und wer unter den Grashalmen braucht es am dringendsten zum Weiterleben. Ab und zu h\u00f6rt man einen Hubschrauber den Wald \u00fcberfliegen, es ist wegen der Brandgefahr. Dann, ein Flugst\u00fcndchen weiter, sind ein paar hundert Menschen im Meer ertrunken. Wir trauern um sie und mit ihren Angeh\u00f6rigen, meinte ein Politiker. Mit ihren Angeh\u00f6rigen? Wem geh\u00f6rten sie denn an? Man w\u00fcnscht sich inmitten dieses Nichtwissens, dass die Kunde von dieser t\u00f6dlichen Gefahr sich durchsetzt, aber wahrscheinlich glauben alle aus der Not sich Aufmachenden, dass sie zu den \u00dcberlebenden geh\u00f6ren werden. Und vielleicht ist der Tod als potentielle M\u00f6glichkeit besser als das, was zuhause los ist, man wei\u00df es nicht, oder vielmehr: ich wei\u00df es nicht. Alle Zeitalter schlucken Menschenleben vor ihrer Zeit, und was meint man mit: vor ihrer Zeit. Die Zeit, die Menschen nicht mehr haben, deren Leben auf einmal gek\u00fcrzt ist, und trudeln nun hinunter an die tiefste Stelle des Nichts. Man k\u00f6nnte auch behaupten, der Menschheit sei das Steuer entglitten, die Richtung nicht mehr erkennbar. Der Zwiespalt nagt an der geistigen Substanz; haben wir \u00fcberhaupt noch eine gemeinsame Ebene, auf der wir uns souver\u00e4n und ohne Anspruch begegnen k\u00f6nnen, und wer ist dieses Wir. Aus dieser Frage heraus scheint es mir so zu sein, und vielleicht war es immer so, dass wir, da wir aus Einzelnen bestehen, uns nur einzeln bewegen k\u00f6nnen, also &#8222;einsam&#8220; eingebettet in das &#8222;gemeinsam&#8220;. Es ist sicherlich hilfreicher, mir selbst antworten zu k\u00f6nnen, als zu warten auf Beantwortung, die nicht stattfinden kann, wenn ich mich selbst nicht beantworte. Aber warum sehe ich zum Beispiel immer und immer wieder diese Leiber hinunterdriften in die Dunkelheit, und diese Gewissheit, die sich irgendwann im Geist einstellt, dass alles vorbei ist, die gerade noch hilfreichen Smartphones entgleiten und hinterhertrudeln, keinem Hilferuf mehr zug\u00e4ngig. Das Leben ist anspruchsvoll, jeder m\u00f6chte ihm gerne in bestm\u00f6glichem Verst\u00e4ndnis begegnen. Aber es ist nicht allen m\u00f6glich, so ist es nun einmal. Irgendwann entgleiten uns unsere Leiber und mit ihnen das, was ihnen zu erleben m\u00f6glich war. Das dritte Tor aber muss offen bleiben: Attention, traveller!, freischwebende Aufmerksamkeit!, denn es ist sp\u00e4t, doch es ist nicht, noch nicht zu sp\u00e4t. Wir tragen Wasser zum Apfelbaum.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier ist sie also, die Natur, in ihrem vollkommenen Ungez\u00fcgeltsein. Wirkt gesund, jedenfalls da, wo wir wohnen, auf den ersten Blick. 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