{"id":17527,"date":"2023-06-02T09:21:56","date_gmt":"2023-06-02T09:21:56","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=17527"},"modified":"2023-06-02T09:21:56","modified_gmt":"2023-06-02T09:21:56","slug":"angehen-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=17527","title":{"rendered":"angehen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-17528\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230601_100512-219x300.jpg\" alt=\"\" width=\"296\" height=\"405\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230601_100512-219x300.jpg 219w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230601_100512-768x1054.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/20230601_100512-746x1024.jpg 746w\" sizes=\"auto, (max-width: 296px) 100vw, 296px\" \/><\/p>\n<h5>Der gro\u00dfartige Satz von Epikur, n\u00e4mlich dass &#8222;der Tod (das schauerlichste \u00dcbel), uns nichts angeht, denn solange wir da sind, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, sind wir nicht mehr da&#8220;, ist immer noch wahr, sagt aber nichts aus \u00fcber den Weg dorthin. Immer wieder mal h\u00f6rt man, dass jemand (wie neulich Tina Turner) &#8222;nach langer Krankheit&#8220; gestorben ist, das klingt schwerwiegend, vor allem, wenn man versucht, glamour\u00f6ses Scheinwerferlicht mit lebensbedrohender Krankheit in Verbindung zu bringen. Aber jede Wanderung bis hin zum letzten Tor ist, von der weltlichen Dramaturgie her gesehen, eine Herausforderung. Welcher Spielraum ist hier gegeben, um an der eigenen Life Performance noch teilnehmen zu k\u00f6nnen. Welche Belastungen werden von den automatisch Mitbetroffenen freiwillig und gerne auf sich genommen, g\u00fcnstigerweise dankbar die radikale Ver\u00e4nderung annehmend, mit der das Schicksal eines Menschen auf unser eigenes zu wirken beginnt, um bald wenig anderes zulassen zu k\u00f6nnen als eben dieses Abschiednehmen von allem, was wir uns auf der Erde vertraut machen konnten. In diesem Sinne ist es durchaus angebracht, den Vorgang episch zu nennen, da im Epos oder im Opus vorausgesetzt werden darf, dass die Spieler:innen sich ihres Be-Rufes bewusst waren, und nun, welch d\u00fcster gef\u00fchrte Lenkung, wenn das bleierne Pendel auf eine\/n der noch Lebenden trifft und sie oder ihn ausw\u00e4hlt, die n\u00f6tigen Vorbereitungen zu treffen, indem das Feld der Handlung wie durch Geisterhand bewegt wird in ein vollkommen neues und noch v\u00f6llig unbekanntes Terrain, auf dem die Anderen langsam zur\u00fcckweichen m\u00fcssen, denn man kann wohl zusammen erschossen werden, aber nicht zusammen bewusst durch das Tor gehen. Auch das haben einige gemacht, oft geht es um Liebe, die sich in der weltlichen Begrenzung nicht gemeinsam sehen kann, wegen den \u00fcblichen Hindernissen, oder aus der Vielfalt menschlicher Mythen heraus, wo manches Erlebnisverm\u00f6gen so gro\u00df ist, dass es sich der befangenen Umsetzung versagt. Auch von einer Lust am Untergang ist mir (zum Beispiel von meiner Mutter) vermittelt worden gegen Ende des Krieges, wenn Hoffnung nicht mehr angebracht war und die Leere sich in ein saugf\u00e4higes Schwarzes Loch verwandeln konnte, das die Gesetze von Haben und Sein gar nicht kennt, sondern nur mitnimmt, was sich zum Aufsaugen anbietet.\u00a0 So ist es verst\u00e4ndlich, dass hohe Kulturen wie die \u00e4gyptische oder die buddhistische sich aus ihrer Logik heraus bem\u00fcht haben, im Leben und durch das Leben die Kunst des Sterbens zu lernen, damit man nicht ganz unvorbereitet auf der Landebahn steht, wenn es Zeit ist, dem Unvermeidlichen ins Auge zu blicken, solange es auf uns zur\u00fcckblicken kann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der gro\u00dfartige Satz von Epikur, n\u00e4mlich dass &#8222;der Tod (das schauerlichste \u00dcbel), uns nichts angeht, denn solange wir da sind, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, sind wir nicht mehr da&#8220;, ist immer noch wahr, sagt aber nichts aus \u00fcber den Weg dorthin. Immer wieder mal h\u00f6rt man, dass jemand [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-17527","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17527","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17527"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17527\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17532,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17527\/revisions\/17532"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17527"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17527"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17527"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}