{"id":17454,"date":"2023-05-22T08:55:27","date_gmt":"2023-05-22T08:55:27","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=17454"},"modified":"2023-05-22T08:55:27","modified_gmt":"2023-05-22T08:55:27","slug":"einleiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=17454","title":{"rendered":"einleiten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-17455\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230522_095339-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230522_095339-225x300.jpg 225w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230522_095339-768x1024.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230522_095339.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/p>\n<h5>Kurz bevor wir uns vergangenen Freitag ans Meer aufmachten, las ich einen Satz von Ibn Battuta \u00fcber das Reisen, der sich mir eingepr\u00e4gt hat: &#8222;Reisen &#8211; macht dich sprachlos und verwandelt dich dann in einen Geschichtenarz\u00e4hler&#8220; (oder eine Geschichtenerz\u00e4hlerin), was der nackten Wahrheit entspricht, denn vor allem, wenn man sich in unvertrauten Gefilden aufgehalten hat, kommt man mit allem m\u00f6glichen zur\u00fcck, und oft genug versteht man durch die eigene Mitteilung erst, was man tats\u00e4chlich erlebt hat. In Wirklichkeit waren es f\u00fcr uns gar keine unvertrauten Gefilde, denn viele Male waren wir schon, zusammen oder einzeln, dort gewesen, in Holland, und vor allem bei einem verl\u00e4ngerten Wochenende mussten wir damit rechnen, dass ein nicht geringer Teil der deutschen Bev\u00f6lkerung sich dort am Tummeln war. Es st\u00f6rt nicht, alle sind mehr oder weniger mit denselben Dingen besch\u00e4ftigt wie an allen Orten, an denen die Sch\u00f6nheit der Natur Unmengen von Menschen angezogen hat, deren \u00e4hnliche Bed\u00fcrfnisse von Einheimischen immer professioneller bedient werden, sodass auf beiden Seiten ein gewisses Ma\u00df an Zufriedenheit anw\u00e4chst \u00fcber die Vorg\u00e4nge. Und je mehr Geld hereinflie\u00dft, desto sch\u00f6ner werden die Wege,\u00a0 je klarer die Ordnungen und je teurer die \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten. Darin \u00e4hneln sich das indische Dorf und das holl\u00e4ndische Dorf, indem ihre Besonderheit Anlass gibt f\u00fcr Reichtum auf beiden Seiten. Die Saison-Zeiten sind anders. In Indien beginnt die Saison im November und geht bis M\u00e4rz, hier geht sie von M\u00e4rz bis November. Man sieht so viel Gleiches, dass es dem Geist m\u00fchelos Distanzierung erm\u00f6glicht. Nein, nicht m\u00fchelos, oder ganz im Gegenteil muss man sich m\u00e4chtig ins Zeug legen, um sich dem tr\u00e4gen Sog des Urlaubmachens zu entziehen, dem diese Atmosph\u00e4re untertan ist. Ist es zum Beispiel hei\u00df und der kleine Ort hat einen Kleiderladen im Bazaar, so sieht man kurz darauf viele von diesen Kleidungsst\u00fccken herumlaufen, und obwohl es in der einzelnen Entscheidung etwas Individuelles oder gar Gewagtes darstellt, gibt es dem Gesamtbild seine ungeheure \u00d6dnis. Nun hatten wir das Gl\u00fcck, uns in einem v\u00f6llig umdesignten Hotel mit kraftvoller Preislage niederzulassen, und unsere Zimmer hatten nicht nur die Unversehrtheit des Nagelneuen, sondern waren, wie wir erfuhren, von der Frau des Hotelbesitzers pers\u00f6nlich gestylt worden, und man konnte sehen, dass hier eine Leidenschaft mit einem Talent zusammentraf. Man konnte sogar nachvollziehen, warum etwas weggelassen wurde (zum Beispiel eine K\u00fcchenzeile), das war undenkbar zusammen mit dem Design, alles in hellen T\u00f6nen. Im Fr\u00fchst\u00fcckssaal herrschte eine heilige oder besser heillose (?) Stille, so konzentriert war die Aufmerksamkeit auf den gro\u00dfen Teller, auf dem vom \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Angebot des Fr\u00fchst\u00fccksbuffets d a s lag, was jede\/r von uns glaubte, verkraften zu k\u00f6nnen. Es war viel, sehr viel, und nicht immer leicht oder n\u00f6tig, sich an sein eigenes Ma\u00df zu erinnern. (Oder doch?). Im epikureischen Sinn ist an dem gelegentlichen \u00dcberma\u00df nichts zu bem\u00e4ngeln. Hauptsache, es bekommt einem und ist mit dem Geschenk des seltenen Genusses verbunden. Wie von Ibn Battuta gesagt, man kommt ins Erz\u00e4hlen, und nun bin ich nur bis zur Einleitung gekommen und werde morgen selbst noch sehen, wie es weitergeht.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurz bevor wir uns vergangenen Freitag ans Meer aufmachten, las ich einen Satz von Ibn Battuta \u00fcber das Reisen, der sich mir eingepr\u00e4gt hat: &#8222;Reisen &#8211; macht dich sprachlos und verwandelt dich dann in einen Geschichtenarz\u00e4hler&#8220; (oder eine Geschichtenerz\u00e4hlerin), was der nackten Wahrheit entspricht, denn vor allem, wenn man sich in unvertrauten Gefilden aufgehalten hat, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-17454","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17454","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17454"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17454\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17458,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17454\/revisions\/17458"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17454"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17454"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17454"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}