{"id":17424,"date":"2023-05-13T08:28:15","date_gmt":"2023-05-13T08:28:15","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=17424"},"modified":"2023-05-13T08:28:15","modified_gmt":"2023-05-13T08:28:15","slug":"senken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=17424","title":{"rendered":"senken"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-17426\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230511_211341-210x300.jpg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"336\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230511_211341-210x300.jpg 210w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230511_211341.jpg 408w\" sizes=\"auto, (max-width: 235px) 100vw, 235px\" \/><\/p>\n<h5>Es ist doch erstaunlich dass, senkt man den Blick ins Lebendige, alles zum Leben erwacht und selbst die \u00f6desten Dinge ihre Sch\u00f6nheit entfalten k\u00f6nnen (oder ist das schon Liebe?) L\u00e4sst man aber den Blick in die Welt des Todes und des Sterbens gleiten, so kann man gleicherma\u00dfen erschaudern ob ihres steten Stromes und ihrer selbstverst\u00e4ndlichen Gegenwart. Und vollkommen unabh\u00e4ngig agiert dieser eher k\u00fchle Windhauch von der g\u00e4ngigen Idee, Sterben sei vor allem mit Alter verbunden, wobei es zu begl\u00fcckw\u00fcnschen ist, wer es erreicht. Nein, \u00fcberall stirbt und lebt es in immer neuen Kombinationen. Ich denke an einen indischen Begriff der Erde, mit dem sie als Planet der Toten bezeichnet wird, da sich beide, die Toten und die Lebendigen, dort vermischen und schwer zu erkennen sind. Und man kann sich auch mal tot f\u00fchlen oder tot\u00e4rgern, ohne dabei gleich die Welt zu verlassen. Totkrank ist dann noch einmal eine ganz andere Ebene. Man muss entscheiden, ob ein Kampf angesagt ist oder \u00fcberhaupt sinnvoll erscheint (oder die Idee der Sinnlosigkeit aushebeln), oder aber sich dem Strom des Geschehens hingeben, wohl wissend, dass ein Gong geschlagen hat, der wiederum alles M\u00f6gliche bedeuten kann, nicht muss. Automatisch entfaltet sich Gewesenes vor dem Auge, kann gestreift werden oder analysiert: nur ein einziger Mensch hat jeweils diese e i n e Geschichte. Alles, was darin geschieht, geschieht auf diese Weise nur einer einzigen Person. Daher, wenn es zur freiwilligen oder durch Umst\u00e4nde als angebracht empfundenen Zusammenfassung einer Lebenszeit kommt&#8230;was dann? Die \u00dcberlebenden kann man hier ausschlie\u00dfen, denn sie sind, bzw. wir sind meistens froh, wenn wir (noch) leben. Als ich meine Mutter beim Sterben begleitet habe, voller Erstaunen, dass es \u00fcberhaupt dazu kam, bin ich manchmal wegen einer Besorgung kurz hinaus in die Stadt, aber das gesch\u00e4ftige Leben sprach mich nicht an, ich wollte zur\u00fcck, dort passierten noch wichtige Dinge. Manchmal sank sie (meine Mutter) in einen D\u00e4mmerzustand, aus dem heraus sie einmal berichtete, mein Vater w\u00fcrde sie rufen, mit ihm auf dem Grasboden zu tanzen, aber ihre F\u00fc\u00dfe steckten fest. Oder ich entdeckte hinter ihrem Bett bei den B\u00fcchern das &#8222;Bardo Th\u00f6dr\u00f6l&#8220;, das Tibetanische Totenbuch, und woher hast du das, fragte ich. Sie hat mir erz\u00e4hlt, dass ich es einmal mitgebracht hatte aus Nepal, wo ich es, mich erinnernd, kaufte, als ein junger Freund von uns damals \u00fcberraschend seinem Leben ein Ende setzte. Vielleicht hat auch das vielen geholfen, wenn auf keinem der Wege mehr Licht lag. Oder man kann es sich selbst w\u00fcnschen, dass alles noch Verf\u00fcgbare und Machbare dazu f\u00fchrt, dass sich die Fl\u00fcgelt\u00fcren \u00f6ffnen, obwohl auch das schon zu viel Spekulation ist.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist doch erstaunlich dass, senkt man den Blick ins Lebendige, alles zum Leben erwacht und selbst die \u00f6desten Dinge ihre Sch\u00f6nheit entfalten k\u00f6nnen (oder ist das schon Liebe?) 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