{"id":17386,"date":"2023-05-08T08:12:02","date_gmt":"2023-05-08T08:12:02","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=17386"},"modified":"2023-05-08T08:16:20","modified_gmt":"2023-05-08T08:16:20","slug":"im-innern-der-schiffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=17386","title":{"rendered":"Im Innern der Schiffe"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-17350\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/20230428_185534-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"287\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/20230428_185534-225x300.jpg 225w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/20230428_185534.jpg 608w\" sizes=\"auto, (max-width: 287px) 100vw, 287px\" \/><br \/>\nHekuba: Nie war ich im Innern der Schiffe:<br \/>\nIch wei\u00df von ihnen durch Gem\u00e4lde, die ich<br \/>\nsah, und Worte, die ich h\u00f6rte. *<\/h6>\n<h5>Das ist auch so ein Thema, das in vielen Variationen durch die Weltgeschichte geistert: dass man sehr wohl Wissen anh\u00e4ufen kann \u00fcber das Innere der Schiffe (z.B.), indem man Gem\u00e4lde studiert oder sich von Wissenskundigen belehren l\u00e4sst, damit das Bild sich anreichert\u00a0 durch Interesse und Aufmerksamkeit. Aber egal, wieviel ich dar\u00fcber nachgedacht habe, es fehlt dann doch die direkte, Erfahrung. Um zu wissen, wie es dort aussieht, muss ich in einem Schiffsbauch gewesen sein, und dann: in welchem. Jeder Schiffsbauch ein anderer, und doch geht es vielleicht hier nur um die Erfahrung, die durch Geruch und Gef\u00fchl und Ger\u00e4usch ganz andere Dinge wahrnimmt als eine Buchseite das bef\u00f6rdern kann, obwohl auch sie einiges Wunderbare vermag. Da ein ernster Umgang mit dem, was ich wissen will, empfehlenswert ist, dr\u00e4ngt sich die Frage auf: um was geht&#8217;s. Geht es, um beim Beispiel zu bleiben, um die Navigationsgesetze, also Einstellungen, Richtlinien, Kompass, Steuerrad usw., und: wo geht die Fahrt \u00fcberhaupt hin?\u00a0 In &#8222;Raumschiff\u00a0 Voyager&#8220; durfte sogar mal eine Frau ans Steuerrad, ein Novum, obwohl man Gene Roddenberry nicht nachsagen kann, er h\u00e4tte sich nicht um existentielle Durchbr\u00fcche in seiner anregenden Weltwahrnehmung bem\u00fcht. Auch kann man nicht so tun, als h\u00e4tte sich nichts getan, obwohl ich die freie Handhabung eines Steuerrades bei Frauen zuweilen vermisse. Oft genug mussten sich Frauen in gro\u00dfen Gruppen zusammentun, um \u00fcberhaupt einen Moment lang geh\u00f6rt zu werden, am besten zu genie\u00dfen in dramatischen Ch\u00f6ren, die der jeweiligen Trag\u00f6die eine Stimme geben. Die m\u00e4chtige Klage &#8222;Ach und Weh!, was stricket ihr da, ihr unerbittlichen G\u00f6tt:innen! ist auf die Erde zur\u00fcckgeprallt, hinein in die Einzelheiten, also die menschlichen Lebewesen, die sich offensichtlich als gereift genug empfinden, um sich selbst (um beim Bild zu bleiben) als Nachen zu erfahren, der durch den Ozean steuert und auf einmal gewahr wird, dass es nie jemand anderen gab, der oder die am Steuerrad des Nachens sa\u00df (als man selbst). Oder aber sich langsam und sicher mit einem Stab vorw\u00e4rts bewegend und sich im Innern des K\u00f6rperschiffes neugierig umsehend: die Ausstattung, die Teppiche, die gro\u00dfherzige R\u00e4umlichkeit. Denn warum sollte es einem da wirklich schlecht gehen, wohnhaft im eigenen Schiff, mit jeder Pore atmend, damit das Lebendige den angemessenen Tribut erh\u00e4lt.<\/h5>\n<h6><\/h6>\n<h6>* Euripides: Die Troerinnen<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hekuba: Nie war ich im Innern der Schiffe: Ich wei\u00df von ihnen durch Gem\u00e4lde, die ich sah, und Worte, die ich h\u00f6rte. * Das ist auch so ein Thema, das in vielen Variationen durch die Weltgeschichte geistert: dass man sehr wohl Wissen anh\u00e4ufen kann \u00fcber das Innere der Schiffe (z.B.), indem man Gem\u00e4lde studiert oder [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-17386","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17386","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17386"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17386\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17390,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17386\/revisions\/17390"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17386"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17386"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17386"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}