{"id":17361,"date":"2023-05-03T08:04:36","date_gmt":"2023-05-03T08:04:36","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=17361"},"modified":"2023-05-03T08:13:01","modified_gmt":"2023-05-03T08:13:01","slug":"schwaerze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=17361","title":{"rendered":"Schw\u00e4rze"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-17362\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230503_091017-247x300.jpg\" alt=\"\" width=\"317\" height=\"385\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230503_091017-247x300.jpg 247w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230503_091017-768x934.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230503_091017-842x1024.jpg 842w\" sizes=\"auto, (max-width: 317px) 100vw, 317px\" \/> *<br \/>\nYogini, durchs Ungewisse navigierend<\/h6>\n<h5>Auf die Nachfrage, wie es einem\u00a0 geht, antwortet man meistens mit na gut, gut geht&#8217;s. Man will den Anderen ja nicht mit den eigenen Befindlichkeiten belasten, das erwarten die Gegegen\u00fcber auch nicht, sie wollen &#8222;gut&#8220; h\u00f6ren, das ist entlastend und geht einen eh nichts an, denn alles davon Abweichende ist kompliziert. Kompliziert, weil jedes halbwegs authentische Interesse an der jeweiligen Befindlichkeit einem meist klar macht, dass man die Antwort darauf, w\u00fcrde jemand sich ernsthaft erkundigen, gar nicht wei\u00df. Man wei\u00df vielleicht gar nicht, wie es einem selbst geht. So war ich \u00fcberrascht, dass ich heute fr\u00fch an einem Tisch stand und mich auf einmal fragte, wie es mir eigentlich geht, oder wie ich mich f\u00fchle. W\u00e4re ja schon interessant, herauszubekommen, wer wen hier fragt, wenn es eine Fragerin und eine Antworterin gibt. Sicherlich kann man jeh nach Einfallskraft die eine oder die andere Figur aus sich herauslotsen, die man dann jeweils befragen kann, aber sowas muss einem liegen. Als Antwort auf die schwierige Frage kam mir auf einmal die schwarze Yogifigur in den Sinn, die in einem unserer R\u00e4ume steht. Ich f\u00fcgte noch etwas Schwarz hinzu, schw\u00e4rzer wollte ich es haben, tiefschwarz. Dann aber auch das Gold, das zu diesem Schwarz geh\u00f6rt: Es birgt eine Stille und dadurch eine eigene Sch\u00f6nheit. Nat\u00fcrlich l\u00e4sst einen diese Art geistiger Leere auch an den Tod denken, wobei man sich selbst nur w\u00fcnschen k\u00f6nnte, derart gelassen in andere Gefilde hin\u00fcberzuwandern, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat, obwohl es auch da gen\u00fcgend anderweitige Behauptungen daf\u00fcr gibt. Auch haben sich viele Menschen, allen voran die K\u00fcnstler:innen aller Zeiten, ungeachtet aller Umst\u00e4nde bem\u00fcht, ihre gegebene Zeit mit dem, was sie waren, zu f\u00fcllen. Und vielleicht war so mancher darbender 27-J\u00e4hriger n\u00e4her an seinem Selbstsein als ein siebzigj\u00e4hriger Bewohner des Schlaraffenlandes. Bei der Frage an mich, wie es mir geht, fand ich interessant, dass sie offensichtlich auf das F\u00fchlen zielte, das zeigt sich als wirklich schwer. Oder nicht? Wenn ich zum Beispiel beim Schreiben, also der Wortkomposition, den Schwerpunkt im Denken vermute, so ist das F\u00fchlen hier das unterst\u00fctzende Element, ohne das der Fluss nicht in Gang kommt. Man kann konstruieren, ohne zu f\u00fchlen, aber man kann das dann auch sehen oder h\u00f6ren. Ich verstehe meine eigene Sehnsucht nach der Tiefenschw\u00e4rze als einen Versuch, mich dem Tod gedanklich zu n\u00e4hern, diesem ungeheuren Geschehen, das alles, was von der Welt erfahrbar war, verschlingt und nicht wieder hergibt, nein. Auch das pers\u00f6nliche Spiel lebt von dem Stoff, der durch mich m\u00f6glich und sichtbar wurde, und wie ich mich selbst in meiner Rolle zurechtfand. Mit den Entscheidungen, an den Kreuzwegen, auf den Marktpl\u00e4tzen der Matrix. Als wer ich dann letztendlich gehe, hinein in die goldene Schw\u00e4rze der Nacht.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6>* Yogi: Ursula G\u00fcdelh\u00f6fer<br \/>\nPhoto: Kalima Vogt<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>* Yogini, durchs Ungewisse navigierend Auf die Nachfrage, wie es einem\u00a0 geht, antwortet man meistens mit na gut, gut geht&#8217;s. 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