{"id":1731,"date":"2017-01-13T01:52:20","date_gmt":"2017-01-13T01:52:20","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=1731"},"modified":"2017-01-13T01:52:20","modified_gmt":"2017-01-13T01:52:20","slug":"kostueme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=1731","title":{"rendered":"Kost\u00fcme"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1733\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170105_1539351-152x300.jpg\" alt=\"\" width=\"152\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170105_1539351-152x300.jpg 152w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170105_1539351-768x1514.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170105_1539351-520x1024.jpg 520w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170105_1539351.jpg 967w\" sizes=\"auto, (max-width: 152px) 100vw, 152px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1734\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170105_1540221-168x300.png\" alt=\"\" width=\"168\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170105_1540221-168x300.png 168w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170105_1540221.png 452w\" sizes=\"auto, (max-width: 168px) 100vw, 168px\" \/><\/p>\n<p>(Das sind zwei Photos von heute fr\u00fch, die dem Glanz der Kost\u00fcmwelt nicht ganz gerecht werden, wohl aber die Bandbreite zeigen.)<\/p>\n<p>Die pr\u00e4chtige Kost\u00fcmwelt, an der meine Augen sich t\u00e4glich weiden k\u00f6nnen, ist meist strengen Gesetzen unterworfen. Aus jeder Ecke, aus der die Pilger kommen, kommt auch eine andere Kunst, den K\u00f6rper zu umh\u00fcllen. In den fr\u00fchen Tagen in Goa ging unter den Westlern ein paar Jahre lang die wenig attraktive Mode um, gar keine Kleidung zu tragen. Da konnte man sehr gut beobachten, dass Kleidung wesentlich zur Erotik des Daseins beitr\u00e4gt, wobei nur Asche zu tragen wieder etwas anderes ist. Auch wenn die Kost\u00fcmform vorgeschrieben ist, wie zB bei Sari tragenden Frauen, kann man trotzdem \u00fcber die Vielfalt der gefalteten Exemplare staunen, wenn man bzw ich in die gigantischen Metallbeh\u00e4lter, die auch als Betten dienen, hineinschauen darf. Auch die spirituellen Sadhu-Bruderschaften sind streng kost\u00fcmiert. Manche nur T\u00fccher, andere tragen gen\u00e4hte Gew\u00e4nder mit Taschen, und immer Schals, die auf den Schultern ruhen und vielerlei Verwendung finden. Ahhh!, die Schals und die T\u00fccher! Als ich mich von materiellen Gel\u00fcsten schon ziemlich losgel\u00f6st w\u00e4hnte, traf ich mich mal in Jaipur mit einer Freundin, die in Delhi ein Kleider-Business hat. Wir fuhren luxuri\u00f6se Ewigkeiten mit einem Scooter zu einer Firma, die vor allem reine Baumwollkreationen webt. Dort explodierten meine Sinne, und beinahe h\u00e4tte ich mir ein paar Tausender geliehen, ging dann aber doch nur mit 2 (so sch\u00f6nen) Schals raus. Zur Kleidung der indischen Frau geh\u00f6ren auch die Ornamente. Das Hochzeits-Teil (Mangal Sutra) muss am Hals getragen werden. An den Handgelenken m\u00fcssen Reifen klappern, an den Fu\u00dfgelenken m\u00fcssen auch Reifen sein, an den Zehen Ringe. Eigentlich ist die Frau ja die Bank, an der man den Reichtum des Mannes einsch\u00e4tzen lernt.\u00a0 Arm kann auch relativ sein. Wirklich arm nicht. Mir wurde vor Jahren noch vermittelt, dass die &#8222;Meister&#8220;, zB. Musiker, S\u00e4nger, Poeten etc, ihren Reichtum nie nach au\u00dfen zeigen. Einfaches Tuch um die H\u00fcften, sch\u00f6nes langes Hemd drauf &#8211; baas! (genug). Je freier man mit der eigenen Kleidung umgehen kann, desto komplexer kann es werden. Was w\u00e4hlt man, und wieso und warum? Indien ist ja die Quelle des wehenden Faltenwurfs, dem wir alle fr\u00fcher oder sp\u00e4ter, mehr oder weniger, verfallen. Ich kam hier in gro\u00dfz\u00fcgigem Schwarz an mit meinem Totenkopfstab in der Hand, am Hals die ziemlich wertvolle Totenkopfkette aus gutem Silber, hergestellt vom k\u00f6niglichen Juwelier in Kathmandu. Meine Unterarme umschlangen gro\u00dfe Silberb\u00e4nder aus Tunesien, an meinen Ohren hingen Mondschaukeln aus Marokko. Diesem vortrefflichen Kost\u00fcm verdanke ich meinen Namen. Und dass ich mit der ganzen Ausstattung dann noch f\u00fcr die Einheimischen einen Kali-Tanz erfand und tanzte, machte meine Anwesenheit konkret. Irgendwann hatte ich keinen Bock mehr auf Schwarz und wechselte zu hellen Farben aus dem Eischalencreme-Reich. Die st\u00e4rkeren Farbschattierungen trage ich im Westen, da korrespondieren sie mit grauen Himmeln. Modi, der grad \u00fcberm\u00e4chtig rumgeistert im Land, machte ja vor zwei Jahren (schon mal) einen wirklich fatalen Fehler. Er lie\u00df sich, bereits erkrankt am Weltherrschaftstrieb, einen Anzug aus schwarzem Tuch anfertigen, in das Linien eingewebt waren aus Goldfaden mit seinem sich st\u00e4ndig wiederholenden Namenszug &#8222;Narendra Modi&#8220;. Das kam nicht gut an. Jetzt sieht man allerdings bei denen, die es sich leisten k\u00f6nnen, immer mehr schillernde Outfits. Man will zeigen, wer man ist und was man hat. Kleider machen Leute, und Leute machen Kleider. Die meisten Menschen sind morgens mit ihren Kleidersorgen allein. Wer sich keine zu gro\u00dfen Sorgen mehr dar\u00fcber machen muss, hat gewonnen: man wei\u00df, was man anzieht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Das sind zwei Photos von heute fr\u00fch, die dem Glanz der Kost\u00fcmwelt nicht ganz gerecht werden, wohl aber die Bandbreite zeigen.) Die pr\u00e4chtige Kost\u00fcmwelt, an der meine Augen sich t\u00e4glich weiden k\u00f6nnen, ist meist strengen Gesetzen unterworfen. Aus jeder Ecke, aus der die Pilger kommen, kommt auch eine andere Kunst, den K\u00f6rper zu umh\u00fcllen. 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