{"id":17227,"date":"2023-04-11T07:51:42","date_gmt":"2023-04-11T07:51:42","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=17227"},"modified":"2023-04-11T07:51:42","modified_gmt":"2023-04-11T07:51:42","slug":"erinnern-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=17227","title":{"rendered":"erinnern"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-17228\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/20230407_111146-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"305\" height=\"407\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/20230407_111146-225x300.jpg 225w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/20230407_111146-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 305px) 100vw, 305px\" \/><br \/>\nOh<\/h6>\n<h5>Das war ein durch allerlei einem leicht fallenden M\u00fchen erfreulich dahinflie\u00dfendes Osterfest, bei dem alle Beteiligten das Gef\u00fchl hatten, sich am richtigen Ort zu befinden. Erfreulich f\u00fcr mich war zum Beispiel, dass ich nur kurz zwischendrin mal an die Kreuzigungsgeschichte denken musste, die so erb\u00e4rmlich f\u00fcr den Helden ausging. Man k\u00f6nnte sich ja auch fragen, warum er sich so ein schlimmes Schicksal gebastelt hatte, aber immerhin hat das Drama ihn zu einem k\u00f6niglichen Spieler gemacht. Man kann mit ihm feiern, und man kann mit ihm oder um ihn trauern. Ich war aber mehr mit einer G\u00e4stin besch\u00e4ftigt, die uns, von Kalifornien kommend und nach Paris gehend, besucht hatte \u00fcber die Feiertage hinweg. Neulich in Indien, als ich noch (in warmem Sonnenlicht)\u00a0 auf der Terrasse des Hauses sa\u00df, hatte ich einen Anruf von ihr bekommen, bei dem klar wurde, dass ich vor 45 Jahren mit ihr in Kathmandu in einen Kleinbus gestiegen war, der uns und noch ein paar Traveller nach Goa bringen sollte. Ich selbst war dann unterwegs ausgestiegen und hatte mich an dem Ort\u00a0 niedergelassen, wo ich jetzt noch wohnte. Irgendwie war sie auf die Idee gekommen, mich zu finden, und das war ihr gelungen. Da sie sowieso mit ihrem Mann in Europa unterwegs war, hatten wir entschieden, dass wir uns treffen w\u00fcrden, hier im Haus, zu Ostern. Das Lied, das ich gestern in meinem Blog hatte, fiel mir wieder ein, eine singende Nonne aus Nepal. Ich habe im Nepal der Siebziger 9 Jahre gelebt, das war eine \u00dcberraschung f\u00fcr mich, dort wohnhaft zu werden. So langsam tr\u00f6pfelte ein Zweig der \u00dcberlebenden aus den Sixties in die uralte Tradition hinein. In Kathmandu wurde j\u00e4hrlich eine Jungfrau im Kindesalter zur G\u00f6ttin erhoben, bis sie ihre Tage hatte und dann meistens in der Prostitution endete, weil kein Mann eine vom G\u00f6ttinnenstatus herabgefallene Frau heiraten wollte. Tracy hatte 3 Jahre in Nepal gelebt, und wir erwarteten, uns an viele Menschen gemeinsam erinnern zu k\u00f6nnen, die einem st\u00e4ndig auf der damals schlichten Hauptstrasse begegneten und entweder auf ein Visa nach Indien warteten oder in Nepal direkt was zu tun hatten. Ich hatte noch meine Violine dabei und einen Violinlehrer, Gopal Nath. Sch\u00f6n, dass ich mal seinen Namen hinschreiben kann, ein wunderbarer Lehrer, der damals einer der wenigen Violinspieler Indiens war und Sch\u00fcler von V.J.Jogh wurde. Er h\u00f6rte diesen Meister auf der Violine in einem Krankenhaus in Lakhnau mit bandagiertem Kopf, denn ein Tiger hatte ihn angegriffen in seinem Heimatdorf. Er kam eh aus einer Musikerfamilie, aber dann fing er an, Geige zu spielen, mit dem Steg nach unten an die Ferse gelehnt. Meistens spielten wir, bzw. ich lernte Raga. Zwischen unserer G\u00e4stin und mir wurde bald klar, dass wir uns wenig an damals gemeinsam Erlebtes erinnern konnten, ja, sie war sichtlich \u00fcberrascht, wie wenig vor allem ich mich an Menschen dort erinnern konnte. Ja, als sie mir ein paar Gesichter zeigte, aber keine Namen. Oder doch, ein paar schon: Hetty, die nur noch tibetische Kleidung trug und ihren Sohn zum Tulku erkl\u00e4rt hatte, oder Charles Henry Ford, der dort lebte, um zu schreiben, und dabei junge Nepalesen verf\u00fchrte. Oder Angus, der seine Schamanenphantasien auslebte und meistens trommelnd vorzufinden war. Oder Jimmy Thappa, der einsame nepalesische Wolf im Cowboy Outfit undsoweiter&#8230;ich merke, dass die Erinnerung dennoch ganz sch\u00f6n flie\u00dft, dann mache ich vielleicht morgen weiter mit den nepalesischen Anekdoten, alles dank unserer G\u00e4stin. Ein sehr angenehmer Mensch und so eine Freude, sie nach all diesen Jahren kennen zu lernen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oh Das war ein durch allerlei einem leicht fallenden M\u00fchen erfreulich dahinflie\u00dfendes Osterfest, bei dem alle Beteiligten das Gef\u00fchl hatten, sich am richtigen Ort zu befinden. Erfreulich f\u00fcr mich war zum Beispiel, dass ich nur kurz zwischendrin mal an die Kreuzigungsgeschichte denken musste, die so erb\u00e4rmlich f\u00fcr den Helden ausging. 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