{"id":1717,"date":"2017-01-04T10:52:03","date_gmt":"2017-01-04T10:52:03","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=1717"},"modified":"2017-01-04T10:52:03","modified_gmt":"2017-01-04T10:52:03","slug":"ex-oriente-lux","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=1717","title":{"rendered":"Ex oriente lux"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1718\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170102_1906591-252x300.png\" alt=\"\" width=\"252\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170102_1906591-252x300.png 252w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170102_1906591-768x913.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170102_1906591.png 803w\" sizes=\"auto, (max-width: 252px) 100vw, 252px\" \/><\/p>\n<p>Seit all die Ferienbummler, die in mir unvorstellbaren Familiengruppierungen einige Tage lang durch den Bazaar und am See entlang navigierten, wieder abgereist sind, kann ich tats\u00e4chlich sp\u00fcren: wir sind wieder &#8222;unter uns&#8220;. Eine Entschleunigung setzt ein. Das wirft das atmosph\u00e4rische Gef\u00fchl vielleicht ein paar hundert Jahre zur\u00fcck, doch man kann wieder sehen, wo auch immer man hinschaut, wie doch alles in allem enthalten ist. Manchmal f\u00fcrchte ich mich fast vor bestimmten Morgenden, wo sich mir selbst im Vogelmist noch ein G\u00f6tterprofil aufdr\u00e4ngt, ganz zu schweigen, wenn der Blick entlangreist an den uralten Mauern, wo sich vor und durch meine Augen durchatmete Welten bilden, die einfach vor\u00fcberziehen wie Karawanen, und nichts vom Feinsten auslassen. Und nun wieder die unaufdringlich Badenden, ohne Selfie-Sticks und ohne gequ\u00e4lte Lachsalven, die dem neuen, digitalen Leben abgerungen werden m\u00fcssen, damit klar wird, dass man dazu geh\u00f6rt. Frauen, die gelernt haben, die Smartphones der M\u00e4nner und Br\u00fcder sorgf\u00e4ltig zu sch\u00fctzen vor jedem Wassertr\u00f6pfchen, damit dem outgesourceten Teil nichts zust\u00f6\u00dft. Der Bazaar kommt auch wieder zur Ruhe, war eh kein Business wegen der Demonetisierung, wie die D\u00e4monische Idee hier genannt wird. Es wird wieder zeitgem\u00e4\u00df Chai getrunken. Gegen 11 Uhr vormittags isst man schnell was zwischendurch, am besten von OmJi, der die besten Pakoras macht mit super leckerer So\u00dfe aus Pfefferminzbl\u00e4ttern. In einem entschleunigten Rhythmus kann jeder zu sich kommen. Gut!, flippt halt mal einer aus, das wird schon wieder. Und tats\u00e4chlich, oft ist es wieder geworden, und die irre Gewordenen k\u00f6nnen frei ihre Wege w\u00e4hlen, solange sie nicht gewaltt\u00e4tig werden. Die gelassene Stimmung macht Laune. Nach der Runde am See etwas Gem\u00fcse kaufen am Stand, wo ich immer die gelesenen Zeitungen abliefere f\u00fcr Gem\u00fcse-T\u00fcten. Alle Menschen in Indien haben einen scharfen Blick und sehen vieles, was einem leicht entgehen kann. L\u00e4uft alles gut, dann kann man sicher sein, dass man nicht beschissen wird. Das freut einen dann doch, und man tut nur noch so, als w\u00fcrde man das Wechselgeld fl\u00fcchtig nachz\u00e4hlen, denn das geh\u00f6rt ja auch dazu. Schlie\u00dflich hat sich hier jemand \u00fcberwunden, ist \u00fcber einen Schatten gesprungen. Wenn nicht so viele durchlatschen, ist es so erfrischend wie ein Wellness-Center. Da ich noch nie in einem war, k\u00f6nnte ich mir auch vorstellen, dass ein anregender Gang durchs St\u00e4dtle sogar wesentlich aufbauender sein kann. Ex oriente lux! Das Licht kommt aus dem Orient! Seine Morgende! Seine Bazaare! Und seine Zwiebelt\u00fcrme! Seine Tempel! Seine Kost\u00fcme&#8230;.Turbane und Gew\u00e4nder! Seine honigschweren S\u00fc\u00dfigkeiten&#8230;.und so vieles mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit all die Ferienbummler, die in mir unvorstellbaren Familiengruppierungen einige Tage lang durch den Bazaar und am See entlang navigierten, wieder abgereist sind, kann ich tats\u00e4chlich sp\u00fcren: wir sind wieder &#8222;unter uns&#8220;. Eine Entschleunigung setzt ein. 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