{"id":1710,"date":"2017-02-09T01:55:14","date_gmt":"2017-02-09T01:55:14","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=1710"},"modified":"2017-02-09T02:01:27","modified_gmt":"2017-02-09T02:01:27","slug":"nasha","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=1710","title":{"rendered":"nasha"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1714\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170102_1612031-300x237.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"237\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170102_1612031-300x237.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170102_1612031-768x608.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170102_1612031-1024x810.png 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170102_1612031.png 1308w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&#8222;Nasha&#8220; bedeutet Droge. Das Wort hat in Indien keineswegs so eine bedrohliche Wirkung im Ton wie sonstwo, denn auch im Westen diskutiert man nicht allzu h\u00e4ufig die erschreckende Macht der Gesundheitsausbeutung durch die Pharmaindustrie, vor allem wenn man von Allopathie nicht abh\u00e4ngig ist. Das Wort &#8222;nasha&#8220; ist ebenfalls weit gef\u00e4chert. Wenn sich einer t\u00e4glich so ein St\u00fcck Betelnuss (supari) in den Mund steckt, bis in der Rachenh\u00f6hle eine rote So\u00dfe zusammenflie\u00dft, die man dann in die n\u00e4chste Ecke ausspuckt, dann ist das auch nasha. Auch Tabakkauen ist nasha. Man kann die kleinen metallenen T\u00fctchen \u00fcberall kaufen, obwohl sie verboten sind. Und was im Hintergrund so alles recherchiert wird, kommt selten an die Oberfl\u00e4che. Menschen gehen an so vielem zugrunde, da soll man auch noch das nasha lassen?, ist eine verbreitete Einstellung. Au\u00dferhalb von Hardwar habe ich bildsch\u00f6ne Marihuana-Felder gesehen, in deren Mitte eine kleine Sadhu-Siedlung angelegt war, die ein bisschen an ein Asterix Dorf erinnert hat, mit Zaun drumherum gegen die Tiere, und W\u00e4scheleinen f\u00fcr die T\u00fccher. Und jeder geht mal raus und schneidet ab, was er braucht. Der Satz dazu ist: time pass. Der Tag ist lang, das Amt vergessen, und die Droge hebt heraus aus der Schwere des Alltags. Schade, finde ich, dass Ganja als Seher-Droge nicht mehr respektiert oder als Meditationsunterst\u00fctzung nicht mehr genutzt wird. Trotzdem ges\u00fcnder als manches andere, zB der Konsum von schlechtem Whisky, der sich breitgemacht hat. Lalis \u00e4ltester Bruder ist am Alkoholkonsum gestorben, der N\u00e4chst\u00e4ltere stirbt grad an Heroin langsam vor sich hin, das ist auch gr\u00e4\u00dflich. Man fasst es nicht, wieviele junge M\u00e4nner hier im Dorf schon an Heroin gestorben sind. Keiner greift ein. Die Polizei hat keinen Bock, einen bakshisch-unf\u00e4higen Junkie durch seinen Entzug zu f\u00fcttern. Daher sitzen sie an dunklen Zug\u00e4ngen zum See und ziehen sich das Zeug rein auf Silberfolie. Dann gibt es noch eine Gruppe edler freundlicher alter M\u00e4nner, Freunde von Prakashs Vater, der t\u00e4glich alle mit Bang versorgt hat, einer Knetmasse aus feinstem Marihuana, weibliche Bl\u00fcte. Jetzt ist der respektierte Bang-Meister tot, aber sie machen weiter, jeder mit seiner ihm bek\u00f6mmlichen Dosis. Die sind ganz gut und heiter drauf, die alten Herren. Ramu wiederum, der au\u00dfer legalem Material unter dem Ladentisch ein bisschen Bang verkauft, hat auch eine Opium-Lizenz. Als ich in der W\u00fcste den Tempel betreute, wurde ich mal von der Sadhu-Bruderschaft der Naths eingeladen auf ein Fest. Dort stand vor dem Oberhaupt (Mahant) eine lange Schlange M\u00e4nner, die alle nach und nach ein (ganz sch\u00f6n gro\u00dfes, fand ich) St\u00fcck Opium direkt in den Mund geschenkt bekamen. Wenn die Dinge ihren ad\u00e4quaten Rahmen haben und der Mi\u00dfbrauch in Schach gehalten wird, ist dosiertes nasha ganz gut integrierbar im Alltag einer Gesellschaft. Wenn jeder freien Zugang zum sogenannten Verbotenen hat, zeigt sich meistens, dass eh nicht jede\/r f\u00fcr alles geeignet oder offen ist, und ja und nein kann auch fast jeder sagen. Also ein kleiner Ausflug ins Nasha-Land. Ich kam darauf, weil ich am Abend des letzten Tages im Jahr von einigen h\u00f6rte, sie h\u00e4tten keine Lust auf Parties (auch ziemliches Neuland), weil so viele sich betrinken und zu viele Drogen nehmen, daher f\u00fcrchte man mit Recht die Entgrenzung, da ohne tragende Ordnung.\u00a0 Selbst die geistige Entgrenzung unterliegt, soll sie gelingen, einer Ordnung, oder vielmehr unterliegt eine Ordnung der geistigen Entgrenzung. Auf diesem Weg ernsthafter Bem\u00fchungen erscheint irgendwann, nun jenseits von Anstrengung, das Gef\u00fchl, wach und anwesend zu sein mit sich selbst. Das ist die Grenze, die liebend gern (auch nashalos) kooperiert mit der kosmischen Weite.<\/p>\n<p>PS. An dieser Stelle f\u00e4llt mir noch der Postbote ein, der fr\u00fcher hier Briefe ausgetragen hat. Er soll s\u00fcchtig gewesen sein nach dem Gift, das sich angeblich im Kopf einer Eidechse befindet. Man muss sich ja nicht unbedingt vorstellen, wie er da rankam, aber es ist die extremste Geschichte, die ich aus der Welt der nat\u00fcrlichen Gifte\/Medizin kenne.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Nasha&#8220; bedeutet Droge. Das Wort hat in Indien keineswegs so eine bedrohliche Wirkung im Ton wie sonstwo, denn auch im Westen diskutiert man nicht allzu h\u00e4ufig die erschreckende Macht der Gesundheitsausbeutung durch die Pharmaindustrie, vor allem wenn man von Allopathie nicht abh\u00e4ngig ist. Das Wort &#8222;nasha&#8220; ist ebenfalls weit gef\u00e4chert. 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