{"id":16705,"date":"2022-12-30T05:35:46","date_gmt":"2022-12-30T05:35:46","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=16705"},"modified":"2022-12-30T05:41:46","modified_gmt":"2022-12-30T05:41:46","slug":"pratinidhi-agentin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=16705","title":{"rendered":"pratinidhi (Agentin)"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-16706\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221230_091241-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"264\" height=\"352\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221230_091241-225x300.jpg 225w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221230_091241-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 264px) 100vw, 264px\" \/><br \/>\nVon Asha, als sie schreiben und malen<br \/>\nlernte und es schon ganz gut konnte<\/h6>\n<h5>Gestern war die junge Frau bei mir zu Besuch, die ich gerne l\u00e4chelnd als meine Tochter vorstelle, denn jede\/r wei\u00df, dass sie nicht meine Tochter ist, aber sie verstehen dadurch, um welche Art von Beziehung es sich handelt. Au\u00dferdem ist es in Indien \u00fcblich, dass man die Bev\u00f6lkerung und ihre Einzelwesen mit famili\u00e4ren Bezeichnungen anspricht, wodurch Menschen auf subtile Weise eingebunden werden k\u00f6nnen in eine andere Aufmerksamkeit,\u00a0 als sich dem oft gef\u00fcrchteten Fremden gegen\u00fcber vorzufinden. Ob ich tats\u00e4chlich Muttergef\u00fchle f\u00fcr Asha empfand, daf\u00fcr m\u00fcsste ich mehr Erfahrungen mit Muttergef\u00fchlen haben. Wir haben ja alle eine potentielle Spur von allem in uns, aber diese Spuren m\u00fcssen auch aktiviert werden und als solche erkannt. Ich selbst habe mich in meiner Beziehung mit ihr mehr als eine Agentin (pratinidhi) gef\u00fchlt. Ich sp\u00fcre noch, unterwegs auf einem staubigen Pfad, meinen Blick\u00a0 auf dem grauen B\u00fcndel ruhen, als ich eine Bewegung wahrnahm. Ich habe ihr sp\u00e4ter nie erz\u00e4hlt, dass ich einen Moment lang dachte, ein kleines, verendendes Tier zu sehen, aber nein, es war ein winziges Menschenkind, und niemand in der N\u00e4he, dem es zu geh\u00f6ren schien. Man nannte mir in der N\u00e4he eine Frau, eine &#8222;Heilige&#8220; genannt, sie war \u00c4rztin und bat mich, dem Kind einen Namen zu geben, und ich nannte sie &#8222;die Ayesha&#8220;. Auf der Namenssuche hatte ich vor einer Moschee einen alten Mann getroffen, den ich um den sch\u00f6nsten Namen bat, den er kannte. Es sagte &#8222;Ayesha&#8220;, und der Name gefiel mir. Sp\u00e4ter \u00e4nderten ihre Adoptiveltern den Namen zu &#8222;Asha&#8220; &#8211; Hoffnung. Sie kam also gestern und brachte eine Menge leckerer Sachen zum Essen mit, ich hatte auch morgens Manchu in den Bazaar geschickt nach S\u00fc\u00dfem und Salzigem. Es ist das dritte Jahr, dass wir uns nicht gesehen haben, aber die Zeit lag nicht zwischen uns. Ziemlich schnell lie\u00dfen wir uns auf unsere gemeinsame Geschichte ein. Ich hatte mich immer bem\u00fcht, ihr so viel wie m\u00f6glich von ihrem Lebensanfang zu berichten, aber obwohl ihr Englisch und mein Hindi sich st\u00e4ndig verbesserten, konnten wir eigentlich erst jetzt eine verst\u00e4ndliche und runde Geschichte vor uns ausbreiten. Als ich sie fragte, ob sie noch manchmal an diesen schwierigen Anfang denke und an ihre Mutter, meinte sie ihre Adoptivmutter, die an Krebs gestorben war. Ich meinte die leibliche Mutter, die bei Ashas Geburt 15 Jahre alt war, erz\u00e4hlte mir eines Tages die \u00c4rztin. Es stellte sich heraus, dass sie im naheliegenden Krankenhaus, wo ich sie gefunden hatte, geboren war. Die Mutter sollte wohl noch ein paar Tage da bleiben und dann das Kind zur Adoption freigeben, aber sie hatte es mitgenommen und wir wissen es nicht und werden es nie wissen, was in der Kind-Mutter vor sich ging, als sie erkennen musste, dass es nirgendwo f\u00fcr sie und das Kind einen Platz gab auf dieser Welt. Zum ersten Mal kamen mir die Tr\u00e4nen, als ich an diese Trag\u00f6die dachte. Ein versiegeltes Schicksal. Dann lebten wir sechs Monate zusammen in meinem Zimmer, mein guter Ruf als Yogini wankte und schwankte, w\u00e4hrend ich auf einmal winzige Kleidchen auf der W\u00e4scheleine und meine eigenen bepinkelten Outfist aufhing. Was f\u00fcr eine kostbare Erfahrung, dem kosmischen Vorgang sei Dank, ich f\u00fchle mich zutiefst beschenkt, eben wie eine Agentin, die froh ist, ihre Aufgabe in bestem Wissen erfolgreich bew\u00e4ltigt zu haben: eine sch\u00f6ne Frau sitzt vor mir, die gl\u00fccklcih verheiratet ist und mit ihrem Mann dar\u00fcber nachdenkt, wann das erste Kind gezeugt werden soll.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Asha, als sie schreiben und malen lernte und es schon ganz gut konnte Gestern war die junge Frau bei mir zu Besuch, die ich gerne l\u00e4chelnd als meine Tochter vorstelle, denn jede\/r wei\u00df, dass sie nicht meine Tochter ist, aber sie verstehen dadurch, um welche Art von Beziehung es sich handelt. 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