{"id":16639,"date":"2022-12-23T06:08:05","date_gmt":"2022-12-23T06:08:05","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=16639"},"modified":"2022-12-23T06:16:05","modified_gmt":"2022-12-23T06:16:05","slug":"besuchen-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=16639","title":{"rendered":"besuchen"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-16640\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221220_105022-300x206.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"206\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221220_105022-300x206.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221220_105022-768x527.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221220_105022-1024x702.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><br \/>\nDie Abstraktion der Wunde<\/h6>\n<h5>In Indien fand ich es meistens einfacher, die mir bekannten Menschen in ihren Wohnorten (H\u00f6hlen &#8211; H\u00fctten -H\u00e4user) zu besuchen, als selbst besucht zu werden. Als noch unerforschtes Subjekt aus der Fremde konnte ich es uns allen in der Einspielphase erleichtern, mobil und neugierig auf alles zu sein, und der Gap zwischen G\u00e4stin und Gastgeberin war gar nicht im Blickfeld vorgesehen (und erledigte sich endg\u00fcltig an der Feuerstelle). W\u00e4hrend H\u00f6hle und H\u00fctte und Dhuni fr\u00fchzeitig vertraute Orte f\u00fcr mich wurden, exklusiv von M\u00e4nnern bewohnt und geh\u00fctet (au\u00dfer dem meinen, meinem Ort), \u00e4nderten sich meine Einblicke, als ich \u00fcber Frauen einen Zugang zu ihren Aufenthaltsorten erhielt. Hier bewegte sich ein anderer Teil der Geschichte, als Haushaltspfad bekannt. Hier gab es wenig Wahl, vor allem f\u00fcr das weibliche Geschlecht, aber die Sch\u00f6pfungskraft der Ehem\u00e4nner reichte auch nicht weit \u00fcber sie oder sich selbst hinaus. Manchmal beneideteten mich die Frauen (nachdem sie mich schon ausgiebig \u00fcber mein Alleinsein bedauert hatten, so ganz ohne Baby und Mann, wie kann es sein) um mein Freisein bzw. das Freisein der westlichen Frauen, weil wir so viel Wahl hatten. Aber kann das nicht noch verwirrender sein, so viel M\u00f6glichkeiten zu haben, als zu wissen, dass man ab der Heirat keine mehr hat und sich umschaut, was daraus noch zu machen ist. Die Frauen gelten auch hierzulande als Herrscherinnen im eigenen Haus, und ich habe viel gelernt, wie man mit dem Unvorstellbaren umgehen kann. So war ich gestern bei Reena eingeladen, wir wollten mal sehen (oder wollte nur ich es sehen), was so aus uns geworden ist nach all den Jahren, die wir uns nicht mehr getroffen hatten. Wir haben viel zusammen erlebt, z.B. sind wir \u00fcber zwei Jahre hinweg in ein Krankenhaus gefahren und haben uns dort mit Frauen getroffen, deren Ehem\u00e4nner alkoholabh\u00e4ngig waren oder immer noch sind. So auch Reenas Ehemann, der wie ein todkrankes Gespenst durch den Marmorpalast schlich und scheinbar wei\u00df, dass der Tod sich n\u00e4hert und er nicht herauskommen wird aus dem Sog der Trunkenheit. Er ist ein Arzt, der sich selbst nicht helfen konnte, und nun haben alle nur noch Mitleid mit ihm, sagt sie. Sozusagen als Ausgleich f\u00fcr und Ablenkung von dieser unausweichlichen Trag\u00f6die hat sie eine leidenschaftliche Abh\u00e4ngigkeit vom Smartphone entwickelt (erz\u00e4hlt sie strahlend), jede freie Minute pumpt sie sich begeistert vor allem mit Filmen voll, auch soll ich unbedingt mit ihr den zweiten Film von &#8222;Avatar&#8220; ansehen, und das auf Hindi! Es l\u00f6st ein Wohlbefinden aus, wie sie so herzhaft zu allem steht, was sie gefunden hat, obwohl es mich einige Muskellockerungen kostet zu sehen, wie gut sie mit diesen pers\u00f6nlichen Methoden umgeht. Es ist auch nicht zu \u00fcbersehen, dass sie aus ihrer Falle einen Marmorpalst gemacht hat, in dem emsige Dienstgeister sich um alles sorgen, denn sie ist ausgestiegen aus der Koch-und Putzpflicht. Sie macht aber selbst den guten, hausgemachten Chai f\u00fcr uns, gro\u00dfz\u00fcgig serviert in einem pr\u00e4chtigen Glas, und neben dem Gaskocher l\u00e4uft auf ihrem Smartphone eine amerikanische Kom\u00f6die, wo \u00fcber das D\u00fcmmste zwischen Mann und Frau gelacht werden darf. Auch ist sie heilfroh, dass er (ihr Ehemann) \u00fcberhaupt noch da ist, sonst w\u00e4re sie Witwe, also so viel wie der Schatten auf einer Nebenstra\u00dfe.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Abstraktion der Wunde In Indien fand ich es meistens einfacher, die mir bekannten Menschen in ihren Wohnorten (H\u00f6hlen &#8211; H\u00fctten -H\u00e4user) zu besuchen, als selbst besucht zu werden. 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