{"id":16578,"date":"2022-12-16T06:08:02","date_gmt":"2022-12-16T06:08:02","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=16578"},"modified":"2022-12-16T06:08:02","modified_gmt":"2022-12-16T06:08:02","slug":"fuehlbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=16578","title":{"rendered":"f\u00fchlbar"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-16483\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221126_151309-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221126_151309-300x225.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221126_151309-768x576.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221126_151309-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<h5>Selbst heute, wenn ich an die Zeit in diesem kleinen Tempel in der W\u00fcste denke, freue ich mich dar\u00fcber, dass ich den Mut hatte, f\u00fcr einen langen Zeitraum so gut wie alle F\u00e4den zu meinem westlichen Leben loszulassen. Pass und Visa waren lange schon abgelaufen, und das geschah nicht unbemerkt. Ein Polizist stapfte durch den Sand, um mir zu vermitteln, dass ich nun mitkommen m\u00fcsse. Genau in diesem kritischen Moment erschien Nemnath, ein alter M\u00f6nch, auf der Bildfl\u00e4che und erkundigte sich, was denn hier los sei. Er nahm den Polizisten zur Seite, der f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter Leine zog und nie wieder auftauchte. Das sind Hunde, meinte der Nath trocken zu mir, man muss sie daher wie Hunde behandeln. Obwohl ich mich nicht bestrebt f\u00fchlte, mich dieser Meinung anzuschlie\u00dfen, war ich beeindruckt von der Verteilung der Machtverh\u00e4ltnisse. Offensichtlich wollte es keiner mit Gott verscherzen, darauf kann man sich heutzutage nicht mehr verlassen. Nun hat es mir Freude bereitet, ein wenig einzutauchen in diese Zeitspanne, und &#8222;wenig&#8220; ist das Wort daf\u00fcr. Allein die Feste zu beschreiben, zu denen ich ab und zu eingeladen war von der Bruderschaft, w\u00e4ren sicherlich eine ausf\u00fchrlichere Berichterstattung wert, nur: k\u00f6nnte ich tats\u00e4chlich den Atem des Abenteuers noch einmal hervorzaubern zum Beispiel f\u00fcr den Schwerttanz des verkr\u00fcppelten Nurbi Nath zum j\u00e4hrlichen Shiva Ratri Treffen, oder die z\u00e4hen Pr\u00fcfungen, denen ich unterzogen wurde als einzige Frau unter hunderten von M\u00f6nchen, die es f\u00fcr n\u00f6tig befanden zu checken, ob ich nicht doch die Verf\u00fchrung m\u00e4nnlicher Wesen im Auge hatte. Ich wurde beobachtet, bis ich eines Tages die kritische Frage selbst stellen konnte. Und Sie, fragte ich den Mahant, sind Sie denn unverf\u00fchrbar? Denn wenn ich mich vor Ihnen nicht f\u00fcrchten muss diesbez\u00fcglich, dann sind wir ja beide\u00a0 in Sicherheit. Er fragte mich nie wieder. &#8222;Brahmacharya&#8220;, das Z\u00f6libat, ist in Indien hochangesehen. Wem man zutraut, es zu k\u00f6nnen, bekommt Respekt. &#8222;Es&#8220; hei\u00dft hier, die sexuelle Energie nicht zur\u00fcckzuhalten, sondern sie zu kanalisieren nach den vorgeschriebenen tantrischen Rezepten. Es war jedoch eher so, dass ich selbst kaum Vorbildern der tantrischen bzw yogischen oder meditativen Meisterschaft begegnet bin. Es war ja auch innerhalb ihres kreisl\u00e4ufigen Zeitgeschehens schon sehr sp\u00e4t im dunklen Wirbeln des eisernen Zeitalters, und w\u00e4hrend man die digitale Revolution durchaus preisen und besingen kann, so ist sie doch auch ein unseliger Abgrund, in dem es gen\u00fcgend Platz gibt f\u00fcr alles und alle, die Lust versp\u00fcren am Untergang. Und vermutlich gibt es ja doch einen gro\u00dfen Unterschied in der Welt der Unterhaltungen, ob ich mich zum Besispiel innerlich mit Sokrates im Dialog befinde oder mit meinem Algorhythmus. Das lebt alles in uns drin und ist dort f\u00fchlbar.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Selbst heute, wenn ich an die Zeit in diesem kleinen Tempel in der W\u00fcste denke, freue ich mich dar\u00fcber, dass ich den Mut hatte, f\u00fcr einen langen Zeitraum so gut wie alle F\u00e4den zu meinem westlichen Leben loszulassen. Pass und Visa waren lange schon abgelaufen, und das geschah nicht unbemerkt. 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