{"id":16546,"date":"2022-12-13T04:32:13","date_gmt":"2022-12-13T04:32:13","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=16546"},"modified":"2022-12-29T02:46:11","modified_gmt":"2022-12-29T02:46:11","slug":"vergangenheit-o-du-vergangenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=16546","title":{"rendered":"Vergangenheit, o du Vergangenheit&#8230;."},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-16547\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221211_184635-190x300.jpg\" alt=\"\" width=\"190\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221211_184635-190x300.jpg 190w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221211_184635.jpg 349w\" sizes=\"auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/><br \/>\n&#8230;enstanden aus langsam<br \/>\nsich mehrenden Tagen<\/h6>\n<h5>Ich lernte also eine ganze zeitlose Weile mit Maharaj, dem immer Neues einfallen musste dazu, denn er hatte noch nie jemanden\u00a0 dagehabt, dem er was beibringen sollte, dazu noch eine(r)\u00a0 Frau, die hinten am Banianbaum schlief, er an der Feuerstelle. \u00dcber uns in den dichten Zweigen hingen tags\u00fcber die Flederm\u00e4use mit den Menschengesichtern herum und lie\u00dfen so nebenher einen wahren Shitstorm auf uns hernieder, w\u00e4hrend sie nachts zum Gl\u00fcck unterwegs waren. Eines Tages kam ein Sadhu-M\u00f6nch von der Nath-Bruderschaft vorbei. Nath bedeutet &#8222;Herr und Meister&#8220;, wobei\u00a0 mit&#8220;Adi Nath&#8220; (Erster Herr) Shiva gemeint ist. Man kann schon sagen, dass in Indien sehr gerne mit h\u00f6chst veredelten und veradelten Titeln um sich geworfen wird, so sahen auch hier die Herren M\u00f6nche aus wie auf uralten Gem\u00e4lden die Apostel dargestellt werden mit wallenden Gew\u00e4ndern und B\u00e4rten, eben alles, was ein Mann zur Amtsdurchf\u00fchrung braucht. Einer von ihnen kam also vorbei, nebenher ein Poet, weshalb ich ihm auch vermittelte, dass ich gerne meinen eigenen Platz, also Feuerplatz (Dhuni) h\u00e4tte, denn meine Praxis hinterm Baum war vorbei. So setzte ich mich mit dem Nath, der so einen Platz kannte, in Bewegung, es war Vollmond und wir erreichten bei Mondlicht einen Ort in der W\u00fcste, bei dem mir der Atem ins Stocken kam. Ich wusste dass, wenn ich hier nicht sein konnte, ich diesen Ort nie vergessen w\u00fcrde. Ein palastartiger Banianbaum erstreckte sich \u00fcber unvorstellbare Weiten, in deren Mitte sich ein kleiner, sch\u00f6ner Tempel befand. Schlichte, die Logik sprengende Figuren wurden dort von Vorbeikommenden angebetet und die Puja mit Kokosn\u00fcssen zelebriert. Oft merkt man in Indien, wenn man Fragen stellt, weil man etwas genauer wissen will, dass einen das nur insofern weiterbringt, dass man merkt, wieviele Variationen es als Antworten gibt, eben so viele wie es Befragte gibt. Auch sehen die meisten Hindus, denen ich begegnet bin, keinen wirklichen Grund, etwas zu hinterfragen, denn ist nicht alles einfach da und wohlig eingebettet in das Absolute, wenn man es mal so nennen will, und es gibt nichts, was au\u00dferhalb davon ist, weshalb also zweifeln. Ich darf hier, mit Verlaub, eben d i e Anekdote dazu einf\u00fcgen, die es mir zuerst verdeutlicht hat. Ich begegnete Devanand, einem Schullehrer, eines Tages auf dem Weg, und er fragte mich, ob ich wohl auch zum Ganeshtempel gehen w\u00fcrde, denn es war Ganesh-Tag. Nein, hatte ich nicht vor, fragte ihn aber in einem pl\u00f6tzlichen Anfall von (Wissensdurst? Humor?) Neugier, ob er tats\u00e4chlich glaube, dass Ganesh, der Elefantengott, gesch\u00e4tzt f\u00fcr philosophische Klugheit und Familiengl\u00fcck und Schutzgott aller Schreiberlinge, ob er also glaube, dass dieser Gott tats\u00e4chlich auf der Erde herumgelaufen sei, offensichtlich in einem anderen Zeit-Kontinuum. Seine Antwort war leise sich aufw\u00fchlender \u00c4rger, denn was sollte er denn antworten. Klaro, sagte er und schaute mich mitleidig an, jetzt bist du schon so lange da und wei\u00dft nicht mal das. Ganesha aber reitet eigentlich auf einer Maus, die Maus ist sein Viman, sein Fahrzeug. Wie gro\u00df, lie\u00df ich nicht locker, war dann die Maus!!? Seine rechte Hand suchte irgendwo Halt im Unbestimmbaren, holte dann aber aus mit gro\u00dfer Geste, bis klar war, dass Ganesha darauf passte. &#8222;Passt schon&#8220; habe ich auch in Deutschland schon oft geh\u00f6rt. Passt schon, denn wer will ein Streitgespr\u00e4ch dar\u00fcber beginnen, wie gro\u00df ein Elefant war, als er mit seinem Maus-Transporter unterwegs war, um wichtigere Dinge zu tun als Sachen anzuzweifeln, die da sind.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;enstanden aus langsam sich mehrenden Tagen Ich lernte also eine ganze zeitlose Weile mit Maharaj, dem immer Neues einfallen musste dazu, denn er hatte noch nie jemanden\u00a0 dagehabt, dem er was beibringen sollte, dazu noch eine(r)\u00a0 Frau, die hinten am Banianbaum schlief, er an der Feuerstelle. \u00dcber uns in den dichten Zweigen hingen tags\u00fcber die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-16546","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16546","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16546"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16546\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16696,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16546\/revisions\/16696"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16546"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16546"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16546"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}