{"id":16537,"date":"2022-12-12T06:08:11","date_gmt":"2022-12-12T06:08:11","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=16537"},"modified":"2022-12-12T12:24:15","modified_gmt":"2022-12-12T12:24:15","slug":"fluegeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=16537","title":{"rendered":"fl\u00fcgeln"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-16538\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221210_162052-201x300.jpg\" alt=\"\" width=\"231\" height=\"345\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221210_162052-201x300.jpg 201w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/20221210_162052.jpg 462w\" sizes=\"auto, (max-width: 231px) 100vw, 231px\" \/><\/p>\n<h5>Ein herumschlendernder Brahmane meinte neulich mal in meine Richtung, alles h\u00e4tte sich ver\u00e4ndert, nur ich (er meinte offensichtlich meine \u00e4u\u00dfere Wirkung auf ihn) sei unver\u00e4ndert, was unter yogisch interessierten Menschen als eine Beleidigung aufgefasst werden k\u00f6nnte, w\u00e4re es nicht so harmlos gemeint und mich dennoch anregte, kurz ins Vergangene zu blicken. Schwer beladen mit allerlei teurem Silberschmuck, ganz in Schwarz und Violett gekleidet kam ich hier an, am Hals eine wohlgeformte Kette aus silbernen Totenk\u00f6pfen, an den Ohren kleine, h\u00fcpfende Skelette vom Pariser Flohmarkt, in der Hand einen d\u00fcnnen Stab , gekr\u00f6nt mit einem kleinen Sch\u00e4del aus Rhinozerushorn, ein Geschenk von einem damaligen Vertrauten aus der Weltfamilie. Hier am Pilgerort ankommend hatte ich neun Jahre Nepal hinter mir, ich hatte dort gelebt und gewirkt mit I.Cohen, mit dem ich bereits New York und vieles andere hinter mir gelassen hatte, wir publishten B\u00fccher auf feinstem Papier, ein paar Kopien liegen noch in Archiven herum. Irgendwann trennten sich unsere Wege, ich wollte nach Indien, er zur\u00fcck nach New York, das viele Material umsetzen in Werke. Ich wollte nur kurz nach Goa, um andere zu treffen und dann zur\u00fcck nach Kathmandu ins Haus mit den Sch\u00e4tzen. aber dann blieb ich auf dem Weg hier am Pilgerort h\u00e4ngen, wie in Bann gehalten von dem, was ich sp\u00fcrte und sah. Das war ganz und gar etwas, auf das ich nicht vorbereitet war: alles resonnierte mit mir, es war genau d a s Ei in der W\u00fcste, das von mir ausgebr\u00fctet werden sollte, es gab keine Fragen, ich blieb einfach da. Sie gaben mir den Namen Kalima, den ich auch f\u00fcr sie als Vorspann getanzt hatte, auf dem Samadhistein des alten Palastes, den die Maharani von Jaipur einem Hotelunternehmen vermacht hatte, als der Adel bereits im Staub der Geschichte lag. Ich zog dann nach einem kurzen Aufenthalt auf dem Verbrennungsplatz (f\u00fcr Brahmanenk\u00f6rper), dann holte mich ein Brahmane in seinen Garten am See, wo er einen angesehenen Sadhu-M\u00f6nch durchf\u00fctterte und mir vorschlug, von dem das Handwerk zu lernen, also nach fr\u00fcher K\u00f6rperpflege sich um den Feuerplatz k\u00fcmmern, die Asche s\u00e4ubern, den Platz \u00f6fters mit Kuhdung einreiben und vieles N\u00fctzliche mehr. Der &#8222;Maharaj&#8220;, wie er genannt wurde, hatte eine ungew\u00f6hnliche Beziehung zu Gott, sprach oft laut mit ihm und nannte ihn einen Schlingel. Seine Mutter hatte ihn fr\u00fch an die M\u00f6nchsgemeinde abgegeben, nachdem er von Dorfbewohnern schlafend auf einer schwarzen Kobra gefunden worden war. Aber vielleicht wollte sie ihn auch loswerden, denn er war d\u00fcnn und klein, und sie hatte ihm als Kind Schleifen ins Haar gebunden, weil er nicht wirkte wie ein Junge. Solche Sachen hat er mir erz\u00e4hlt, wenn ich nach getaner Arbeit neben ihm sa\u00df und den Inhalt seiner Chilums in die Handfl\u00e4che rieb. Somit wurde auch den Einheimischen klar, dass ich einen offiziellen Weg eingeschlagen hatte, und den hatte ich, ich war \u00fcberw\u00e4ltigt von Staunen. Wie konnte es sein, dass ich mich hier wiederfand, so als h\u00e4tten geheimnisvolle Kr\u00e4fte f\u00fcr mich aus dem Ungeahnten eine Oase gestampft, deren Architektur aufs Feinste \u00fcbereinstimmte mit dem, was ich von antikem Griechenland und schweigendem \u00c4gypten sp\u00fcrte. Hier liefen die Dinge anders, als man sie dachte, hier war\u00a0 das Lebendige, das sich selbst erfuhr, gro\u00dfz\u00fcgig am Str\u00f6men. Und klar, ich war dabei, ich war eine Frau aus der Fremde, geschminkt und auf m\u00f6glichst unauff\u00e4llige Weise mit einem glitzernden Schwert ausgestattet, nicht verpflichtet, sich herrschenden Konventionen anzupassen, aber doch sie auch zu respektieren, kein Zweifel, ich war auch Tochter und Sch\u00fclerin des Unnennbaren. Wow, ich bin richtig in Fahrt und sehe, dass 500 Zeichen bereits \u00fcberschritten sind, aber vielleicht sollte ich mir doch meine eigene Geschichte noch einmal vor Augen f\u00fchren, damit ich den Film aus dieser Entfernung her nochmal nachvollziehen kann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein herumschlendernder Brahmane meinte neulich mal in meine Richtung, alles h\u00e4tte sich ver\u00e4ndert, nur ich (er meinte offensichtlich meine \u00e4u\u00dfere Wirkung auf ihn) sei unver\u00e4ndert, was unter yogisch interessierten Menschen als eine Beleidigung aufgefasst werden k\u00f6nnte, w\u00e4re es nicht so harmlos gemeint und mich dennoch anregte, kurz ins Vergangene zu blicken. 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