{"id":16093,"date":"2022-05-23T08:44:33","date_gmt":"2022-05-23T08:44:33","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=16093"},"modified":"2022-05-23T08:48:58","modified_gmt":"2022-05-23T08:48:58","slug":"das-antun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=16093","title":{"rendered":"das Antun"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-16104\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220523_094024-300x186.jpg\" alt=\"\" width=\"464\" height=\"288\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220523_094024-300x186.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220523_094024-768x476.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220523_094024-1024x635.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 464px) 100vw, 464px\" \/><br \/>\nMario Terzic Skizze<\/h6>\n<h5>Mir fiel ein Satz von Susan Sontag ein, wo sie meinte, dass man nicht vergessen soll, was Menschen imstande sind, anderen Lebewesen anzutun &#8211; vielleicht sogar freiwillig, begeistert, selbstgerecht. Sie sagte &#8222;dies hier&#8220; und meinte etwas ganz Bestimmtes, von dem man lernen konnte, was Menschen sich gegenseitig antun k\u00f6nnen. Aber man kann sich ja einfach mal hinstellen und rundherum schauen, erst im nahen Umkreis, dann immer weiter in die Gesellschaft hinein, und st\u00e4ndig und vielerorts wird etwas angetan, oft so, dass es gar nicht gro\u00df auff\u00e4llt. Und nicht in jedem Freundeskreis ist es \u00fcblich, dass man sich darauf verlassen kann, dass zumindest wir selbst merken, wenn wir etwas antun, auch wenn es im Verborgenen vor sich geht. Ein Unwohlsein, das in einem steckt und sich Bahn brechen will, und man merkt noch rechtzeitig, dass es nichts mit dem Anderen zu tun hat. Oder es h a t was mit dem Anderen zu tun und einem selbst wird was angetan. Nicht immer lassen sich schl\u00fcssige Verbindungen herstellen, und nicht immer hat man die Zeit oder die Gelegenheit oder den Wunsch, in die Biografien der Lebenden Einsicht zu bekommen, warum also was aus jemandem geworden ist, bevor das Angetane sich in einem un\u00fcbersehbaren Fall manifestiert. Zum Beispiel steht jetzt der 21-j\u00e4hrige Russe vor Gericht, weil er genau d a s gemacht hat, was man ihm befohlen hat, eben &#8222;schie\u00df, wenn du musst&#8220;, da meinte er zu m\u00fcssen, und wir aus weiter Ferne verlangen von ihm Unterscheidungskraft, das ist ja auch richtig so. Deswegen ist der Krieg so ein herausforderndes Konstrukt: er sieht doch ganz und gar menschengemacht aus, obwohl die G\u00f6tter immer gerne hineingeschmuggelt wurden ins Get\u00fcmmel, damit das vorgegaukelte Heldentum mehr Blitz und Glanz bekommt, vor allem f\u00fcr die Gehirne der Dichter und Denker und Gener\u00e4le und Agressoren, wo es direkt um Gesichtsverlust geht. Und jetzt lasse ich mal in diesem \u00dcberflug die Amazonenheere einfach weg, denn vielleicht wollten die Herren gerne, dass sich die Frauen auch mal was Undenkw\u00fcrdiges antun: mitspielen, sich verkaufen, abschlachten und viele Handlungen mehr, die dann auftauchen wie Gespenster. Wenn es immer h\u00e4sslicher wird und alle um Hab und Gut bangen m\u00fcssen, manche aber um ihr ganzes Wesen und Werk. Auch lebt niemand gern zu lange vom Wohlwollen der Anderen. Und selbst wenn man betroffen ist, kann man nicht erwarten, dass andere sich aus einiger Ferne st\u00e4ndig geistig auf dem Schlachtfeld aufhalten, damit diejenigen, die den Opfernamen tragen, durchhalten k\u00f6nnen. Klar, die t\u00f6ten auch, es ist ja Krieg und ansonsten als illegal deklarierte Handlungen werden automatisch legal. Und bis jemand als t\u00f6dlicher Feind gesehen werden kann, muss viel gesch\u00fcrt werden. Und eben: das Sch\u00fcren f\u00e4ngt im ganz Kleinen an. Und das ist etwas, wo man zumindest als Weltling etwas tun kann: man kann das Sch\u00fcren wachsam beobachten, damit da, wo man es nicht m\u00f6chte, sich nichts entz\u00fcndet und zu unn\u00f6tiger Vernichtung beitr\u00e4gt.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mario Terzic Skizze Mir fiel ein Satz von Susan Sontag ein, wo sie meinte, dass man nicht vergessen soll, was Menschen imstande sind, anderen Lebewesen anzutun &#8211; vielleicht sogar freiwillig, begeistert, selbstgerecht. Sie sagte &#8222;dies hier&#8220; und meinte etwas ganz Bestimmtes, von dem man lernen konnte, was Menschen sich gegenseitig antun k\u00f6nnen. 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