{"id":16055,"date":"2022-05-17T08:37:28","date_gmt":"2022-05-17T08:37:28","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=16055"},"modified":"2022-05-17T08:37:28","modified_gmt":"2022-05-17T08:37:28","slug":"antwortslos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=16055","title":{"rendered":"antwortslos"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-16056\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220516_163621-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"355\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220516_163621-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220516_163621-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220516_163621-768x768.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220516_163621-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220516_163621-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220516_163621-500x500.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><\/p>\n<h5>Mir ist aufgefallen, dass der Krieg, der nicht nicht zur Gewohnheit werden soll (sagt man sich bewusst oder unbewusst), geistig nur begleitet werden kann, wenn man nicht nur bei den leicht verf\u00fcgbaren Informationen bleibt, sondern den Kriegs-Horizont noch etwas erweitert. Je gr\u00f6\u00dfer das Ganze gef\u00e4chert wird, desto mehr Menschen reihen sich ein in die Berichterstattung. Viel Historisches wird hervorgew\u00e4lzt und neu erkl\u00e4rt und beschrieben. Man kann ja Bucha nicht als einen inneren Wohnort w\u00e4hlen, damit einem der Schrecken in den Gliedern bleibt \u00fcber das, was Menschen anrichten, aber man muss es wissen. Zum Gl\u00fcck erlahmt das Interesse, ein Gehirn wie Putins zu ergr\u00fcnden, denn man konnte ja beobachten, dass es zu nichts f\u00fchrt. Und jeder Schrecken, den man zul\u00e4sst, wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter eingeholt von den Ritualen des Alltags. Ich pers\u00f6nlich bin auch durch\u00a0 mit einigen Fragen, die ich angebracht fand, aber die nicht unbedingt beantwortbar waren, und f\u00fcr manche wird es nie \u00fcberzeugende Antworten geben. Die meisten auf die fragw\u00fcrdige Existenz des Menschen bezogene Fragen kreisen um etwas herum, das unerkl\u00e4rlich bleiben muss, denn noch niemand hat es erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Auch die Erkenntnis, dass die Erde rund statt flach ist, hat nichts zum R\u00e4tsel beigetragen, eben warum ein Wesen, Mensch genannt, auf ihr heruml\u00e4uft. Und wer glaubt, es sei bewiesen, dass der Mensch vom Affen abstammt, ist ja an diesen Glauben gebunden, denn wenn er den nicht mehr hat, an was ist er dann gebunden. Die ganze Weltinszenierung ist doch aus einer gewissen Perspektive her gesehen eine Beweisf\u00fchrung der Existenzberechtigung des Menschseins, so, wie wir gelehrt werden es wahrzunehmen, aus Religionen her, aus Geschichten, aus philosophischen Abhandlungen, aus geschulten und ungeschulten\u00a0 Gehirnen gebr\u00fctet, jedes Buch ein Versuch, der vertrackten Sache n\u00e4her zu kommen, w\u00e4hrend sich das jeweilige B\u00fchnenbild verfl\u00fcchtigt und in ein weiteres hineinmorpht. Neulich habe ich auf einem Markt eine Zeitschrift aus dem Jahr 1954 gekauft, das war schon verbl\u00fcffend. Der Krieg war offensichtlich noch nicht ann\u00e4hernd verdaut, aber vor allem die Reklame-Texter gaben ihr Bestes, um die Menschen zu allen m\u00f6glichen Dingen zu verf\u00fchren, die sie wieder brauchen sollten, zum Beispiel eng zu schn\u00fcrende Korsetts f\u00fcr Damen, denn man durfte wieder Figur zeigen, und der Mann musste unbedingt rauchen, sonst war er nicht wirklich einer. Die verf\u00fcgbare Eleganz der Rede wurde da hineingepackt in das Habenm\u00fcssen, damit man als Mensch erkannt wird. Die Kriegsbilder, ab und zu hineingestreut, sahen genauso aus wie die Bilder aus den Kriegsgebieten der Ukraine. Menschen, denen alles genommen wurde, was ihnen gerade noch wichtig war, standen irgendwo mit Koffern in der Gegend herum und wussten nicht mehr wohin und was das alles war, in das sie hineingeraten waren, ohne menschliche Resonanz erwarten zu k\u00f6nnen, wenn man zum Volk des Agressors geh\u00f6rte. Und dass schwere Waffen daf\u00fcr gemacht sind, Menschen das kostbare Leben zu rauben, das wei\u00df doch jedes Kind, denn das Kind lernt es ja schon in den Spielen. So kreist es weiter und weiter und nimmt uns in Bann. Diesen Bann k\u00f6nnen wir nur als Einzelne brechen. Am Ausgangstor des Labyrinthes tauchen weitere Aufgaben auf.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mir ist aufgefallen, dass der Krieg, der nicht nicht zur Gewohnheit werden soll (sagt man sich bewusst oder unbewusst), geistig nur begleitet werden kann, wenn man nicht nur bei den leicht verf\u00fcgbaren Informationen bleibt, sondern den Kriegs-Horizont noch etwas erweitert. Je gr\u00f6\u00dfer das Ganze gef\u00e4chert wird, desto mehr Menschen reihen sich ein in die Berichterstattung. 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