{"id":15994,"date":"2022-05-11T08:07:06","date_gmt":"2022-05-11T08:07:06","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15994"},"modified":"2022-05-11T08:12:44","modified_gmt":"2022-05-11T08:12:44","slug":"troestlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=15994","title":{"rendered":"unerkl\u00e4rbar"},"content":{"rendered":"<h1><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-15995\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220510_170244-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"325\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220510_170244-225x300.jpg 225w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220510_170244-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 325px) 100vw, 325px\" \/><\/h1>\n<h5>Auch das Untr\u00f6stliche kann eine gewisse Sch\u00f6nheit haben, die sich vermutlich nur d e m Blick \u00f6ffnet, der ge\u00fcbt ist in der eindringlichen Betrachtung des menschlichen und tierischen und naturbedingten Ablauf des Dramas. Wozu in letzter Konsequenz alles vom Geist Fassbare geh\u00f6rt, da das schweifende Auge nichts erkennen kann, was nicht dazu geh\u00f6rt. Es ist alles da, was um Himmels Willen soll man machen. Vor allem nichts um des Himmels Willen, denn es w\u00e4re ziemlich m\u00fchsam, ihn (den Willen des Himmels) zu erkennen. Und so sitzt man im Drehbuch, das sich Tag f\u00fcr Tag aufbl\u00e4ttert, und an den Seiten und f\u00fcr die Fu\u00dfnoten und auf kostbarem Pergamentpapier notiert man die eigenen Entw\u00fcrfe, und manche setzen sich um. Immer mal wieder dreht einen die bewegliche Zeitlupe zur\u00fcck und man sieht einen Lebensweg, der nur der eigene sein kann. St\u00e4ndig w\u00e4hlt man Kost\u00fcme und passende Schuhe, damit einem das Pflaster, auf dem man sich bewegt, nicht im Wege steht. Oder der Waldboden. Oder die Eisdecke. Aber wie kam ich auf das Untr\u00f6stliche. Man f\u00e4llt zum Beispiel, meist getriggert durch eine Erkenntnis, f\u00e4llt also in eine Versunkenheit, die nicht (mehr) durch dagegen gesetzte Widerst\u00e4nde aufgehalten wird. Das Versunkene ist eher eine R\u00e4umlichkeit als ein Fall, aber man scheint doch in eine Tiefe zu fallen, bis man da ist. Nun ist zwar alles (andere auch) noch da, der Film l\u00e4uft ab mit dem B\u00fchnenbild und den Figuren, die sich darin bewegen. Aber man selbst hat gerade keinen Auftritt. Am besten ist es,\u00a0 es sich gut gehen zu lassen. Auch wenn es Anderen auff\u00e4llt, dass man nicht (f\u00fcr sie) da und erreichbar ist, gibt es hier zum Gl\u00fcck keinen Trost. Trost ist vollkommen unangebracht, denn man k\u00f6nnte auch sagen: endlich ist es mir gelungen, alle meine F\u00fchler nach innen zu holen und Ausschau zu halten nach neuen Ordnungen und erweiterten Freiheiten\u00a0 im Sinne einer Dehnung von ganz innen nach letztendlich ganz au\u00dfen, wo man dann das Gewohnte wieder als solches erkennt, ohne daran haften zu m\u00fcssen. Da wird das Tr\u00f6stende wieder ganz nat\u00fcrlich, denn man sieht ja, dass alles Daseiende seine eigene Sch\u00f6nheit hat, auch wenn es einen dr\u00e4ngt, die sich darbietenden Ausnahmen zu nennen. Aber als dramatische Darbietung ist es allemal umwerfend, man muss nur darauf achten, dass es einen nicht selber aus der Bahn wirft. Man kommt nicht umhin, selbst die Bahn zu werden, beziehungsweise zu sein. Und genau da, wo es an Komplexit\u00e4t kaum mehr zu ertragen ist, kommt es einem pl\u00f6tzlich einfach vor. Das Unerkl\u00e4rbare ist selbst ein Trostpflaster, dem man (g\u00fcnstigerweise) begegnet mit absolut nichts, auf das es sich heften kann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch das Untr\u00f6stliche kann eine gewisse Sch\u00f6nheit haben, die sich vermutlich nur d e m Blick \u00f6ffnet, der ge\u00fcbt ist in der eindringlichen Betrachtung des menschlichen und tierischen und naturbedingten Ablauf des Dramas. Wozu in letzter Konsequenz alles vom Geist Fassbare geh\u00f6rt, da das schweifende Auge nichts erkennen kann, was nicht dazu geh\u00f6rt. 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