{"id":15988,"date":"2022-05-10T08:32:15","date_gmt":"2022-05-10T08:32:15","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15988"},"modified":"2022-05-10T08:32:15","modified_gmt":"2022-05-10T08:32:15","slug":"fungieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=15988","title":{"rendered":"fungieren"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-15989\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220510_092156-295x300.jpg\" alt=\"\" width=\"354\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220510_092156-295x300.jpg 295w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220510_092156-768x781.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220510_092156-1007x1024.jpg 1007w\" sizes=\"auto, (max-width: 354px) 100vw, 354px\" \/><br \/>\nAuftritt des Ungewissen<\/h6>\n<h5>Das Ungewisse hat seinen \u00f6ffentlichen Auftritt dann, wenn ein Ereignis von ungewissem Ausgang so viele Menschen ergreift, dass es sich auf eine bestimmte Weise manifestiert, und man sp\u00fcrt, dass es da und in gewisser Weise verk\u00f6rpert ist. Es war nat\u00fcrlich auch schon vorher da, denn es gibt auffallend wenig Gewisses, das eine glaubw\u00fcrdige Dauer vorweisen kann. Das Festhalten an Glaubenskonzepten hat wiederum erstaunliche Dauer, oder die Bereitschaft f\u00fcr irrige Annahmen oder Sichtweisen, oder der Aufwand, mit dem man versucht, Illusionen aufrecht zu erhalten. Das kann dauern, bis man es merkt. Ziemlich vertrauensw\u00fcrdig ist immer noch die Abfolge der Jahreszeiten mit ihren beweglichen Schwankungen, obwohl der Boden schon zu trocken, die umfallenden Baumst\u00e4mme gef\u00e4hrlich, und \u00fcberhaupt vieles unumkehrbar verloren ist. Dann hatten wir zwei Jahre lang globalen Corona Schulunterricht in Sachen Umgang mit dem Ungewissen, bis der Schrei nach dem, was jede\/r so unter &#8222;dem Normalen&#8220; versteht, immer lauter wurde, so als w\u00e4re das Normale etwas anderes als das Ungewisse.\u00a0 Und nun Putin der Schreckliche, der wie ein kleiner, b\u00f6sartiger Kobold im Weltnacken sitzt und versichert, dass hier keine L\u00f6sungsbereitschaft zu erwarten ist, sondern eher eine lange Folge von Verw\u00fcstungen, die er au\u00dferdem noch &#8222;uns&#8220;, den Ungeheuern aus dem Westen zuschiebt, denen er doch beim letzten Mal geholfen hat, die Verw\u00fcstungen zu beenden. Ich erinnere mich an Erz\u00e4hlungen von wilden Horden von Tartaren und Kalm\u00fccken, die \u00fcber die Orte herfielen und jede weibliche Form vergewaltigten, die in ihr Blickfeld kam. Auch das wirft leider keinen schw\u00e4rzeren Schatten \u00fcber das, was im eigenen Land geschehen war. Wenn der besessene Nazisucher wirklich in der Ukraine ein paar finden will, muss er selbst die Nase daf\u00fcr haben, die ihn dazu macht. Aber was soll&#8217;s, es hilft ja alles nichts. Vielleicht hilft gar nichts anderes, als sich t\u00e4glich aufs Neue dem Gegebenen zu stellen, denn man ersp\u00fcrt die M\u00f6glichkeiten der Varianten ja in sich. Wie man selbst damit umgeht. Wie einen die Kostbarkeit verstreichender Zeit pl\u00f6tzlich anwehen kann, auch weil es die Fl\u00fcchtenden aus der Ukraine n\u00e4her bringen, wie es ist, eine Weile\u00a0 auf gutem Lebensweg gewesen zu sein, und pl\u00f6tzlich war gar nichts mehr da au\u00dfer man selbst und die \u00dcberlebenden (und die Toten). Es passiert \u00fcberall st\u00e4ndig und oft zur gleichen Zeit, eben dass Krieg gemacht wird und andere dadurch im weit entfernten Land verhungern. Und wer stellt schon gerne und kompetent eine Verbindung her zwischen den Milliarden f\u00fcr Todesmaschinen und den gemeinn\u00fctzigen Tafeln , an denen die durch den Krieg arm oder noch \u00e4rmer Gewordenen Schlange stehen. Klarer wird nur, dass alles auf eigener Schiene abl\u00e4uft und selten vom bewusst oder unbewusst gew\u00e4hlten Pfad abgebracht werden kann. Hat man nun vieles durchlebt und durchdacht und durchforstet und wird damit vermutlich nicht aufh\u00f6ren, so bleibt einem doch, und das ist das Erstaunliche: es bleibt einem die ganz pers\u00f6nliche Freiheit wahr zu nehmen, wie man selbst das alles erlebt. Denn dass es hier um eine Durchwanderung geht, die nur f\u00fcr einen selbst die angemessene Tragweite hat, dar\u00fcber besteht wenig Zweifel. Hier fungiert das Ungewisse als Navigationsger\u00e4t.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auftritt des Ungewissen Das Ungewisse hat seinen \u00f6ffentlichen Auftritt dann, wenn ein Ereignis von ungewissem Ausgang so viele Menschen ergreift, dass es sich auf eine bestimmte Weise manifestiert, und man sp\u00fcrt, dass es da und in gewisser Weise verk\u00f6rpert ist. 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