{"id":15959,"date":"2022-05-06T08:00:16","date_gmt":"2022-05-06T08:00:16","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15959"},"modified":"2022-05-06T08:13:28","modified_gmt":"2022-05-06T08:13:28","slug":"liveness","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=15959","title":{"rendered":"liveness"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-15960\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220505_180116-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"440\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220505_180116-225x300.jpg 225w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220505_180116-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><br \/>\nLebendigkeits-Erkennung<\/h6>\n<h5>Soweit ich das \u00fcberblicken kann, gibt es nicht so viele Dinge, die uns Menschen jenseits allen Zweifels und \u00fcberpr\u00fcfbar alle gleicherma\u00dfen zur Verf\u00fcgung stehen. Es sind vor allem die Geburt, also das vom Ich nicht kontrollierbare Eingeschleustwerden in die Schicksalsbahn. Dann der Tod, so sicher und gleichzeitig so irritierend ungewiss, wie nur er, der ber\u00fchmte Sensenmann, sein kann. Und dann nat\u00fcrlich der dazwischen liegende Zeit-Raum, in dem des jeweiligen Iches Spule aufgerollt wird, oder das Ich selber beginnt, aufzuspulen, und an der Qualit\u00e4t des Gewebes unwiderrufliche Muster deutlich werden, mit denen man sich besch\u00e4ftigen muss, denn sie haben mit der eigenen Handhabung des Vorgefundenen zu tun, ob man das nun so sehen will oder nicht. Dabei ist man grunds\u00e4tzlich gar nicht verpflichtet, nur die Planung einer einzigen Identit\u00e4tskarriere anzulegen, nein. Die M\u00f6glichkeit der Identit\u00e4tsentfaltung h\u00e4ngt vor allem von meinem eigenen Interesse ab, Facetten meiner pers\u00f6nlichen Anlagen manifestieren zu k\u00f6nnen. Mit t\u00f6dlicher Sicherheit kommt dann irgendwann die Kreuzung, wo ich mich entscheiden muss, ob ich diese ganzen Varianten meines Spiels als mein eigentliches Ich betrachte, oder ob dieses Ich noch einen Gegenspieler oder eine Gegenspielerin hat, dem oder der es gelingen muss (u.a.), das Gendern auch noch zu lassen, und man sich der (inzwischen) vertrauten W\u00e4rme des Nichts hinzugeben bereit ist. Denn was ist dieses Nichts anderes als das ganze Potential dessen, was ich in letzter Konsequenz bin: eben das, was mir in der gegebenen Zeit m\u00f6glich war und ist, und bin an jedem Tisch der Welt die vollendete Summe davon. Durch die ernsthafte Betrachtung eines Krieges, wenn auch aus dem Luxus der Beobachtung heraus, wird einem klar, wie unendlich schmerzhat die sang-und klanglose Vergeudung menschlichen Daseins ist, eine der niedrigsten Verbrechen am Menschsein an sich. Und so scheint er, der Krieg, in seiner ganzen Glanzlosigkeit tats\u00e4chlich als ein Weltgong zu dienen, den man schwerlich \u00fcberh\u00f6ren kann, und dessen wirkungsvolle Einbu\u00dfen bis in die letzten Winkel des Alltags zu sp\u00fcren sind. Nun kommt es auf den Umgang mit den Einbu\u00dfen an. Wenn Menschen sich zum Fasten willentlich entscheiden, ist die Wahrscheinlichkeit des Gelingens (was auch immer dabei gelingen soll) gr\u00f6\u00dfer, als wenn Menschen auf einmal nichts mehr zu essen haben. Das alles scheint sich in der Hauptschaltstelle zu entscheiden.Dort sitzt jeder Mensch allein, kein Zweifel, aber immerhin haben wir da das gewisse Ma\u00df an Freiheit, das bestimmen kann,wohin die Fahrt geht. Doch. Haben wir. Denn das ist ja das Dritte, was wir unleugbar als potentielle Aufgabe haben: im Labyrinth, in das wir hineingeboren wurden, den Faden nicht zu verlieren, den wir selbst am Spinnen sind, damit uns das eigene Schicksal nicht grundlos entgleitet. Und doch, wenn es Zeit daf\u00fcr ist, dem Entgleiten der selbst auferlegten Identit\u00e4ten wiederum Raum zu geben.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6>Zum Bild: ungefragt legte sich das Winzlingsteil einer Bl\u00fcte auf dem Blatt nieder und legalisierte dadurch nicht nur den Raubzug des Bildes, sondern bildete mit den Fingerfurchen ein weitr\u00e4umiges Herz, das nicht sofort ins Auge f\u00e4llt. Kategorie: Wunder des Allt\u00e4glichen.<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lebendigkeits-Erkennung Soweit ich das \u00fcberblicken kann, gibt es nicht so viele Dinge, die uns Menschen jenseits allen Zweifels und \u00fcberpr\u00fcfbar alle gleicherma\u00dfen zur Verf\u00fcgung stehen. Es sind vor allem die Geburt, also das vom Ich nicht kontrollierbare Eingeschleustwerden in die Schicksalsbahn. 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