{"id":15940,"date":"2022-05-03T08:14:12","date_gmt":"2022-05-03T08:14:12","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15940"},"modified":"2022-05-03T08:16:24","modified_gmt":"2022-05-03T08:16:24","slug":"entgegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=15940","title":{"rendered":"(ent)gegen"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-15941\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220502_185601-300x287.jpg\" alt=\"\" width=\"357\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220502_185601-300x287.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220502_185601-768x734.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220502_185601-1024x979.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 357px) 100vw, 357px\" \/><br \/>\nVom Narrativ des Niedergangs<\/h6>\n<h5>Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass &#8222;das Narrativ des Niedergangs sich in eine selbsterf\u00fcllende Prophezeiung verwandeln kann&#8220;. Auf jeden Fall kann man es so sehen und kennt das in gewissem Ma\u00dfe aus eigener Erfahrung, wenn man zum Beispiel geneigt ist, dem Sorgenvollen mehr Raum zu geben als dem Erfreulichen. Auf jedem Millimeter der Autobahn fahren wir das Ding selbst und wissen bei aller errungenen Gelassenheit durch Praxis genau, dass weiterhin in jedem Nu alles auf dem Spiel steht. Und nichts ist geeigneter als ein Krieg, einen unversehens in die Abgr\u00fcnde menschlichen Verhaltens zu ziehen und zu zerren. So kann man sich auch den Hades vorstellen: \u00fcberall undurchdringliches, schwerbl\u00fctiges Grau wie auf Gerhard Richters Grau-Serie-Bildern, vor deren atemberaubender Dichte man immerhin erleben kann, dass man als Betrachter*in auf sich zur\u00fcckgeworfen wird. Dann (im Hades) kommen st\u00e4ndig Leichen an, die von Robotern mit schweren M\u00e4nteln bekleidet, auf ein Flie\u00dfband gelegt und in die bedeutungslose Weite transportiert werden. Auf der anderen Seite stehen verh\u00fcllte Frauen aller Art und weinen um das Gewesene. Wenn man noch tiefer m\u00f6chte, muss man die epische Ebene des Ausgesonnenen verlassen und sich dem Unertr\u00e4glichen widmen. Davor kommt noch etwas: man muss schon mal ohnm\u00e4chtig in den traumlosen Sog gezogen worden sein und sich selbst wieder an die Wasseroberfl\u00e4che gezerrt haben, und da liegt man dann, gut, vielleicht mit etwas Teer an den Fl\u00fcgeln, aber lebensbereit. Und obwohl es kaum jemandem gelingen wird, der Bitte von Elena Selenska zu entsprechen, n\u00e4mlich dass wir uns nicht an des ukrainischen Volkes Leid gew\u00f6hnen sollen, so sollen wir uns aber auch nicht an die Finsternis dieses Leides gew\u00f6hnen. Was kann einen Menschen, der vielleicht noch ein paar Hoffnungsstrohhalme in der Hosentasche hat,schneller entmutigen als dieses grausame Gaukelspiel, bei dem selbst den Tr\u00fcbsinnigsten noch tr\u00fcber zumute wird. Daher muss man beim Mitdenken aufpassen, in welche Richtung man zu denken beliebt. Ja, alles flie\u00dft dahin, aber wandelt sich auch st\u00e4ndig, und die M\u00f6glichkeit einer Beteiligung ist nicht zu verachten. Ich muss nur wissen wie, und wo, und womit, und mit wem, und \u00fcberhaupt. Also uns selbst auch nicht an der K\u00fcste liegen lassen, sondern weiterhin einsatzbereit sein f\u00fcr das, f\u00fcr was man geeignet ist.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Narrativ des Niedergangs Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass &#8222;das Narrativ des Niedergangs sich in eine selbsterf\u00fcllende Prophezeiung verwandeln kann&#8220;. Auf jeden Fall kann man es so sehen und kennt das in gewissem Ma\u00dfe aus eigener Erfahrung, wenn man zum Beispiel geneigt ist, dem Sorgenvollen mehr Raum zu geben als dem Erfreulichen. Auf jedem [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-15940","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15940","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15940"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15940\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15948,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15940\/revisions\/15948"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15940"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15940"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15940"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}