{"id":15882,"date":"2022-04-27T08:25:47","date_gmt":"2022-04-27T08:25:47","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15882"},"modified":"2022-04-27T17:30:56","modified_gmt":"2022-04-27T17:30:56","slug":"fragil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=15882","title":{"rendered":"fragil"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-15884\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220426_184832-300x289.jpg\" alt=\"\" width=\"351\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220426_184832-300x289.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220426_184832-768x740.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220426_184832-1024x987.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 351px) 100vw, 351px\" \/><br \/>\nDie Fragilit\u00e4t des Schutzschildes<\/h6>\n<h5>Da starrte ich auf einmal minutenlang auf meine wohltuende (und teure) Auswahl von Farben aus dem K\u00fcnstlerbedarfsparadies, wo die Rechnungen immer h\u00f6her sind, als man zu denken w\u00fcnschte, aber man l\u00e4chelt trotzdem zufrieden vor sich hin, denn in der T\u00fcte lagern immerhin M\u00f6glichkeiten, f\u00fcr die man selbst ganz und gar verantwortlich ist. Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine habe ich keinen Pinsel mehr in der Hand gehabt. Schien es mir frivol, einfach so bedenkenlos in die Farbt\u00f6pfchen zu greifen, w\u00e4hrend woanders, und gar nicht so weit, die Kriegsmaschine abl\u00e4uft? \u00c4hnliches habe ich allerdings auch erfahren, als man (endlich) von den Brutalit\u00e4ten aus den Schlachtfabriken von T\u00f6nnies etwas mehr h\u00f6rte, obgleich das schon wieder vergessen scheint. Oder noch nicht genug erinnert, so wie die Massenvergewaltigungen von Frauen in Kriegen, und die, die sich st\u00e4ndig hinter den Fenstern und T\u00fcren der Wohngegenden abspielen, bis mal wieder jemand entsetzt in eine Kamera schauen darf, um zu sagen, dass sie das niemals vermutet h\u00e4tten, dass sowas ausgerechnet in ihrer Gegend passiert. Dabei gibt es gar keine Gegend, wo es nicht passiert ist. Nur wird es manchmal kulturell anders eingestuft, sodass man auch die Frauen dazu kriegen kann zu denken, das Abrasieren der weiblichen Schamlippen sei eine notwendige Tugend und nur das Allerbeste f\u00fcr die Heiratskarriere der Frau. Das alles ist allein \u00fcber das H\u00f6ren schwer zu ertragen, Es gibt ziemlich vieles in unserer Zeit, was schwer zu ertragen ist. Das schwer zu Ertragende besteht aus etwas, was sich dem eigenen Verst\u00e4ndnis entzieht, weil man sich bestimmte Verhaltensweisen nicht vorstellen kann. Viele Forschergeister sind schon der unheimlichen Frage nachgegangen, wie es zu dem Ph\u00e4nomen kommen kann, dass M\u00e4nner in Kriegen Frauen auf einmal mit solch einer Niedertracht begegnen k\u00f6nnen, und dann auch gerne zu M\u00f6rdern werden, wenn ihren Frauen dasselbe passiert. Aber da wollte ich ja gerade gar nicht hin. Es muss der Sog des Finsteren (und der schwarze Humor, der wie eine dunkle Wolke daraus emporsteigt) sein, der einem den Pfad zur Freude versperren kann. Ich starre also auf die Farben und beobachte, wie meine Hand zum Pinsel greift, nein zu allen f\u00fcnf, um langsam zu w\u00e4hlen, was sich zeigt. Die Verbindung stellte sich wieder ein, nur diesmal ohne Angst, ich k\u00f6nnte den Ton der Zeit verpassen oder besch\u00f6nigen oder gar nicht treffen, so, als m\u00fcsste was getroffen werden. Und als sich diese Erkenntnis durchsetzte, eben dass nichts getroffen werden muss und alles immer noch freier Ausdruck ist, getragen von eigenem Wesen. Und so war ich froh, dass die lebendigen Farben f\u00fcr mich keinen Verrat mehr darstellten an der Dunkelheit.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fragilit\u00e4t des Schutzschildes Da starrte ich auf einmal minutenlang auf meine wohltuende (und teure) Auswahl von Farben aus dem K\u00fcnstlerbedarfsparadies, wo die Rechnungen immer h\u00f6her sind, als man zu denken w\u00fcnschte, aber man l\u00e4chelt trotzdem zufrieden vor sich hin, denn in der T\u00fcte lagern immerhin M\u00f6glichkeiten, f\u00fcr die man selbst ganz und gar verantwortlich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-15882","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15882","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15882"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15882\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15889,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15882\/revisions\/15889"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15882"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15882"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15882"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}