{"id":15402,"date":"2022-02-26T09:59:38","date_gmt":"2022-02-26T09:59:38","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15402"},"modified":"2022-02-26T13:08:28","modified_gmt":"2022-02-26T13:08:28","slug":"entscheiden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=15402","title":{"rendered":"entscheiden"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-15408\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_170841-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"361\" height=\"361\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_170841-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_170841-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_170841-768x768.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_170841-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_170841-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_170841-500x500.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 361px) 100vw, 361px\" \/><br \/>\nGeisterstunde<\/h6>\n<h5>Zwischendrin fiel mir der stets etwas naiv anmutende Satz (der Sixties) ein: Stell dir vor, es gibt Krieg, und keiner geht hin. Man kann solche Vorstellungen durchaus mal haben, auch wenn man gleichzeitig wei\u00df, dass es immer welche geben wird, die hingehen, aus den verschiedensten Gr\u00fcnden. Noch schlimmer wie manche dieser Gr\u00fcnde ist es, wenn keine Wahl mehr da ist, wie jetzt f\u00fcr die M\u00e4nner und Frauen in der Ukraine. Etwas Furchbares setzt sich in Bewegung: Frauen mit Kindern verlassen das Land, um irgendwo anders Fl\u00fcchtlinge zu werden, und die M\u00e4nner erleben dasselbe Schicksal, was sie und wir alle aus anderen Kriegen kennen. Wenn das Leid, das keinen Namen mehr hat, in den verletzten K\u00f6rpern und Geistern sitzt und so viel Raum einnimmt, und selten wirklich Heilung erf\u00e4hrt. Wenn das schreckliche Wort &#8222;Welt-Krieg&#8220; wieder \u00fcber Lippen kommt, und man merkt, wie seltsam befremdlich es klingt, so, als h\u00e4tte man die Vorstellung vollst\u00e4ndig vergessen, dass so etwas Unvorstellbares wieder passieren k\u00f6nnte. Wir wissen und wussten ja auf die eine oder andere Weise, dass wir in einer doch sehr privilegierten Zeit leben, wir aus dem Westen vor allem, die wir uns in einem erstaunlichen Freiraum entfalten konnten und k\u00f6nnen. Was automatisch im Angesicht der verheerenden Vernichtungsvorg\u00e4nge in dieser Welt immerhin eine Art Gegengewicht darstellte oder ein Bewusstsein, dass ich zwar die Geschicke, die auf mich zukommen von anderen Orten aus nicht lenken kann, aber immerhin von meinem eigenen Ort aus mir einen Weg bahnen kann durch das immense Chaos des Weltgestr\u00fcpps. Das ist doch das Abenteuer, f\u00fcr das ich ger\u00fcstet sein kann oder muss. Und selbst wenn ich den Umgang mit Bewaffnung kenne, kommt es darauf an, wie ich damit umgehe. Zum Beispiel irgendwann alle Waffen niederlegen: die Waffen des Mannes, die Waffen der Frau. Dazwischen die Kinder, die ihrem Beispiel folgen, ihren Gedanken, ihrer Handlungsweise. Und dann das unaufhaltsame Schicksal, dass die lebendige Realit\u00e4t der U6kraine bereits in die epische Ebene treibt. Wie aus einem riesigen Amphitheater starren die L\u00e4nder auf die Beute und die Opfer einer menschlichen Entgleisung, geboren aus innerer Zwanghaftigkeit, die nur noch die Resultate verletzter Begierden durch die verdunkelten Filter l\u00e4sst, und dann!, wenn die Isolation dieses Treibers sp\u00fcrbar wird, dann kann die Gefahr akkut werden. Damit m\u00fcssen wir unbedingt rechnen. Mit einem in die Enge getriebenen Raubtier. Deswegen ist auch die Frage, warum Donald Trump, der neulich Wladimir Putins Genius lobte, nicht bereits im Knast sitzt, vor allem zur\u00fcckzuf\u00fchren auf Gehirne, die das Ausma\u00df dieser Entgleisungen einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen. Derweil sitzen und stehen und ruhen wir also noch in unseren Schlaraffenwohngebilden mit allem, was der Mensch so glaubt, brauchen zu m\u00fcssen, und warum auch nicht, obwohl in der Tat alles (unn\u00f6tige)Brauchen ganz sicherlich einen Preis hat, f\u00fcr den sich jede\/r Einzelne bereit erkl\u00e4ren muss. Dann funktioniert das Ganze zumindest eine Weile ganz gut. Interessant finde ich auch, dass genau am hoffnungsvoll erwarteten Ausklang der Pandemie schon wieder etwas geschieht, was uns alle gemeinsam in Bewegung bringt und bei allen erw\u00fcnschten Solot\u00e4nzen die unleugbare Abh\u00e4ngigkeit von einander zum Ausdruck bringt. Und deshalb ist es einerseits zutiefst bedauerlich, dass sich die Menschen der Ukraine bei uns Deutschen beklagen, dass wir sie nicht mit Waffen beliefern, aber dass genau d a s die richtige Entscheidung ist und bleibt.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geisterstunde Zwischendrin fiel mir der stets etwas naiv anmutende Satz (der Sixties) ein: Stell dir vor, es gibt Krieg, und keiner geht hin. Man kann solche Vorstellungen durchaus mal haben, auch wenn man gleichzeitig wei\u00df, dass es immer welche geben wird, die hingehen, aus den verschiedensten Gr\u00fcnden. 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