{"id":15253,"date":"2022-01-29T09:41:35","date_gmt":"2022-01-29T09:41:35","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15253"},"modified":"2022-01-29T09:41:35","modified_gmt":"2022-01-29T09:41:35","slug":"erwaermung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=15253","title":{"rendered":"Erw\u00e4rmung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-15254\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20220129_095108-300x201.jpg\" alt=\"\" width=\"366\" height=\"245\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20220129_095108-300x201.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20220129_095108-768x513.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20220129_095108-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20220129_095108.jpg 1152w\" sizes=\"auto, (max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><\/p>\n<h5>Ein Bild aus Indien, man m\u00f6chte f\u00f6rmlich den Duft des Landes einatmen. Doch der Text dazu ist nicht zum Einatmen geeignet. Es geht um Erderw\u00e4rmung und eine Landschaft, in der es sehr lange schon so hei\u00df ist, dass sich die Kohle unter der Erde als Feuer entfacht und den Menschen das Leben zur H\u00f6lle macht. Der Ausstieg aus der Kohle ist, so sagt es, an Indien gescheitert. Immer wieder erinnere ich mich selbst daran, dass wir den Kipppunkt unserer menschlichen Existenz bereits erreicht haben. Das ist nicht neu, das l\u00e4uft schon lange, und wie immer kommt es darauf an, wie man es sieht oder sehen m\u00f6chte oder sehen muss, wenn es nicht mehr geheimgehalten werden kann. Aber auch das geheime Halten geht weiter, das Aufrechthalten der Tier-und Menschenqu\u00e4lerei geht unaufhaltsam weiter, und nat\u00fcrlich gehen auch die gro\u00dfen B\u00fcndnisse der Wohlmeinenden und Gutestuenden und menschliches Leid Begleitenden weiter. H\u00e4lt sich das noch die Waage? Irgendwo stand der Satz, bzw. die Frage &#8222;Reicht es nicht, ein Mensch zu sein?&#8220; Man l\u00e4sst einen Nu das eigene Denken los und schweift um die Frage herum. Klar reicht das, m\u00f6chte man meinen, doch man kommt nicht weit. Es sind doch alles Menschen, wei\u00df man, und die Skala ist an Immensit\u00e4t nicht zu \u00fcberbieten. Jeder und Jede ein Mensch, und niemandem kann man den Titel aberkennen. Es w\u00e4re dann sinnlos, auf die Frage zu antworten. Sie ist also komplexer und f\u00fchrt zur Definition des Wortes &#8222;Mensch&#8220;. Und was meint man genau mit &#8222;menschlich&#8220;? Nun\u00a0 habe ich das T-Shirt, das ich mir wie viele Andere in Indien erstanden hatte, fast vergessen, aber da steht es auf vor meinen Augen. Auf der einen Seite steht &#8222;Human being&#8220;, auf der anderen Seite &#8222;Being human&#8220;, den Kern der Sache so trefflich auszudr\u00fccken nur in Englisch m\u00f6glich. Da sp\u00fcrt man die Ver\u00e4nderung,\u00a0 die mit einem geschieht. Einerseits ist jede\/r ein Mensch, andrerseits ist nicht jeder Mensch automatisch menschlich. Menschlich werden scheint zumindest eine der lichteren Auftr\u00e4ge, die man sich selbst als Mensch geben kann. Man kommt nicht herum, es f\u00fcr sich selbst zu definieren. Das Menschlichsein fordert einen heraus\u00a0 und bef\u00f6rdert einen in eine Bereitwilligkeit, sich mit dem Aufenthalt auf Erden auseinanderzusetzen. Wie will ich sein und wer kann ich sein in Anbetracht meines mitgebrachten Gep\u00e4cks, meinem Schicksal, meiner sich st\u00e4ndig neu formierenden Einstellung zu ihm. Menschlich zu werden oder zu sein verlangt von einem eine Bereitschaft zum Reifeprozess, zu angemessenen Entscheidungen, zum Umgang mit der geistigen Freiheit, die sich nicht automatisch entwickelt, sondern mit ziemlich viel M\u00fche verbunden ist und mit sehr viel Navigieren im Ungewissen. Denn hier kommt zum gr\u00fcndlichen Denken ja noch der Raum dazu, durch den sich das Menschliche bewegt und als solches immer in Gefahr ist, zerbrechlich und scheu, wie es nun mal ist. Das Menschliche f\u00fchlt sich dem Sein verpflichtet, oder vielleicht ist das Menschliche identisch mit Sein. Nun sind das alles erst einmal nur Begriffe. Wie sie sich zu Seinsgehalten entwickeln, das m\u00fcssen wir selbst schauen, allein auf weiter Flur. Aber auch das nicht. \u00dcberall gehen wir weiter und kontemplieren und setzen um, was uns m\u00f6glich ist. Das viel zu Besch\u00e4ftigte eind\u00e4mmen und zur Ruhe bringen. Tun im Nicht-Tun.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Bild aus Indien, man m\u00f6chte f\u00f6rmlich den Duft des Landes einatmen. Doch der Text dazu ist nicht zum Einatmen geeignet. 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