{"id":15156,"date":"2022-01-17T08:59:18","date_gmt":"2022-01-17T08:59:18","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15156"},"modified":"2022-01-17T09:00:12","modified_gmt":"2022-01-17T09:00:12","slug":"leiden-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=15156","title":{"rendered":"leiden"},"content":{"rendered":"<h1><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-15157\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20220116_153704-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"357\" height=\"476\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20220116_153704-225x300.jpg 225w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/20220116_153704-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 357px) 100vw, 357px\" \/><\/h1>\n<h5>Das Leiden geh\u00f6rt ja dazu, wie man gerne sagt, so wie vieles, was man lieber nicht erleben w\u00fcrde, hat aber keine Wahl, denn es ist da. Obwohl es, das Leiden, unendlich viele Gesichter hat, so wurden und werden auf B\u00fchnen oft Masken verwendet, um diese Gef\u00fchle auszudr\u00fccken. Sie sind also erkennbar, und oft machen sie untr\u00f6stlich, denn selten kann man den Anderen ihre Last abnehmen, h\u00f6chstens ein wenig lindern, oder dabei sein, wenn etwas Leidvolles geschieht, damit die Einsamkeit der Gef\u00fchle nicht \u00fcberw\u00e4ltigt. Als ich gestern die Bilder aus den Fl\u00fcchtlingslagern in Syrien gesehen habe, merkte ich, dass ich mich mit einem St\u00f6hnen abwenden musste, denn das ohnm\u00e4chtige Zuschauen ist auch eine Form des Leidens. Man fragt sich immer und immer wieder, wie das sein kann, dass Menschen, die die Macht haben, so ein Leiden zu \u00e4ndern, es nicht tun. Das lastet doch immer noch auf uns, dass unsere Eltern oder Gro\u00dfeltern von einem Leid wussten, das sie nicht f\u00fcr m\u00f6glich hielten, dann aber wohl doch. Und dann: was soll man tun, wenn man wei\u00df, dass Leiden \u00fcberall um uns herum ist, und wir m\u00fcssen schauen, wie wir damit umgehen: mit der Bl\u00e4sse, mit der Traurigkeit, mit den Schmerzen, mit dem gelben, dem ausgrenzenden Stern auf M\u00e4nteln und Jacken, mit den Ver\u00e4nderungen des Alltags, die das Leiden mit sich bringt. Ich fand es schon als Kind ziemlich unglaubw\u00fcrdig, dass Jesus, wie man schon im Kindergarten lernte, unsere Schmerzen auf sich nehmen k\u00f6nnte. Au\u00dferdem hatte er genug mit seinen eigenen zu tun. Vielleicht gab es in der gaffenden Menge am Wegesrand auch ein paar, die h\u00e4tten ihm gerne geholfen, das schwere Ding zu tragen, aber die hatten vermutlich berechtigte Angst, in das scheu\u00dfliche Drama mit hineingezogen zu werden. Es braucht Mut und F\u00e4higkeiten, sich f\u00fcr Leidende einzusetzen. Nur wer entschlossen ist, sich \u00fcber das eigene Leid und das der Anderen keine Illusionen zu machen, kann sich selbst bleiben, wenn es da ist. Man muss sich auf eine Kernsubstanz verlassen k\u00f6nnen, um nicht umgehauen zu werden von Formen des Leidens, von den emotionalen Formen und denen des k\u00f6rperlichen Leidens. Das braucht ja wenig, und schon eine starke Erk\u00e4ltung kann die Lebensqualit\u00e4t empfindlich einschr\u00e4nken. Bei meinem (pers\u00f6nlichen) Leiden wie das langsame Entschwinden von Indien, bev\u00f6lkert der herbe Verlust schon meine Traumebene , und ich, hungrig nach jedem Faden der Erinnerung, muss mich auch daran erinnern, unter was ich bereits gelitten habe, als ich noch dort war und niemand ahnte, dass wir bald alle als Maskierte durch die Gegend gehen. Das Leiden weckt und ruft nach mildernden Mitteln, aber auch nach Handlungen, die eine Ver\u00e4nderung m\u00f6glich machen. Daher kann es den Schlaf der Leidtragenden so gr\u00fcndlich st\u00f6ren, bis man den Umgang damit findet, oder auch nicht. Ich war mir des Leidens auf dieser Erde lange nicht so bewusst, oder war mir so sicher, dass es bew\u00e4ltigt werden kann. Manchmal kann es aber nicht bew\u00e4ltigt werden, dann muss man wissen, so pr\u00e4zise wie m\u00f6glich, um was es einem geht. Dann braucht man BegleiterInnen, dann braucht man die Worte. Und alles andere, was noch \u00fcber die Worte hinausreicht.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Leiden geh\u00f6rt ja dazu, wie man gerne sagt, so wie vieles, was man lieber nicht erleben w\u00fcrde, hat aber keine Wahl, denn es ist da. Obwohl es, das Leiden, unendlich viele Gesichter hat, so wurden und werden auf B\u00fchnen oft Masken verwendet, um diese Gef\u00fchle auszudr\u00fccken. 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